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Über die 25-km-Langstrecke: Schwimm-EM: Optimale Ausbeute

zuletzt aktualisiert: 16.05.2004 - 18:14

Madrid (rpo). Gemessen an den begrenzten Möglichkeiten hat der Deutsche Schwimmverband bei den Schwimm-Europameisterschaften in Madrid ein optimales Ergebis erzielt. Nach den Medaillen für Sandra Völker und Stev Theloke krönte die überragende Britta Kamrau die Bilanz mit ihrem dritten Gold.

Dank Gold-Junge Stev Theloke und Bronze von Sandra Völker am Sonntag über 50 m Freistil (25,24) sprangen bei den 27. Europameisterschaften die erhofften Erfolge heraus. Einen Medaillenregen bescherten dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) 13 Wochen vor den Sommerspielen in Athen die Wasserspringer und Langstrecken-Königin Britta Kamrau, die über 25 Kilometer nach einer überragenden Vorstellung ihr drittes Gold gewann.

"Drei Medaillen hatte ich erhofft, weil das noch keine Frau geschafft hat", sagte die Jurastudentin. "Phänomenal", stammelte Teamleiter Christian Bartsch. Am Ende standen in der Addition 7 Gold-, 4 Silber- und 4 Bronzemedaillen auf dem DSV-Konto.

Jedes Rennen ein echter Test

"Das Gesamtniveau war nicht wie bei einer EM gewohnt", analysierte Sportdirektor Ralf Beckmann am Sonntag im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) die ohne Welt- und Europarekorde gebliebenen Titelkämpfe im Freiluft-Bad M86: "Natürlich hat dabei das bis Mitte der Woche miserable Wetter eine Rolle gespielt. Aber keiner darf sich täuschen lassen: Bei den großen Nationen ist mächtig Bewegung. Europa wird in Athen stark abschneiden." Sandra Völker: "Jedes Rennen war ein Test für Athen."

Bundestrainer Manfred Thiesmann steuerte Konfrontationskurs mit der europäischen Schwimm-Liga LEN, indem er zum wiederholten Mal den umstrittenen Wert der Langbahn-EM im Olympia-Jahr herausstellte. "Auch international haben alle Trainer ein Problem mit dieser Meisterschaft. Das kann die LEN nicht schönreden", sagte Thiesmann: "Der Termin passt nicht in die Vorbereitung. Europa stellt sich selbst ein Bein auf dem Weg zu Olympia." LEN-Präsident Bartolo Consolo deutete dann auch ein Umdenken an: "Den Termin für 2008 werden wir mit den nationalen Verbänden ausgiebig diskutieren."

Traumstart nach Seuchenjahr

Viele Stars waren im Gegensatz zu fünf deutschen Titelverteidigern zwar vertreten, räumten Madrid jedoch ebenfalls nur marginale Bedeutung bei. "Ich wollte hier auf keinen Fall top sein", sagte der niederländische Doppel-Olympiasieger Pieter van den Hoogenband, unterlag über 100 m Freistil, hielt sich aber mit 200-m-Gold schadlos. Erfolgreichste Nation im Becken war erstmals die Ukraine. Russlands "Zar" Alexander Popow gewann über 50 m Freistil (22,32) den 19. EM-Titel seiner Karriere.

Ein EM-Boykott kam für den DSV nicht in Frage, auch wenn das Gros der Asse wie Superstar Franziska van Almsick und Dreifach-Weltmeisterin Hannah Stockbauer die vorgeschlagene Linie befolgte. Laut Thiesmann habe man "Athleten wie Sandra Völker, die mit solchen Titeln für sich PR machen wollen", diese Chance nicht verbauen wollen. "Uns liegt nichts an einem Affront mit der LEN, wir gehen aber den Weg, den wir für richtig halten", meinte DSV-Präsidentin Christa Thiel, die wegen der kritischen Äußerungen zur LEN zitiert wurde.

Rückenspezialist Stev Theloke, der sich mit Gold und Bronze (50 m/100 m Rücken) nach einem Seuchenjahr eindrucksvoll zurückmeldete, nutzte die EM für das Selbstvertrauen. Ebenso wie Sandra Völker, die Madrid nach überzeugenden Ergebnissen in Vorlauf und Halbfinale bereits vor dem 50-m-Freistil-Finale als Erfolg buchte. Nur Mark Warnecke lag völlig daneben. "Der hat sich fast selbst gebissen", kommentierte Thiesmann die bescheidene Gemütslage des 34 Jahre alten Brustschwimmers nach Vorlauf-Pleite über 100 m und Platz sieben über 50 m.

Zoff trübt das Fazit

Die Wasserspringer schrieben ihre Erfolgsgeschichte dank der Titelgewinne von Andreas Wels (Dreier), Annett Gamm/Nora Subschinski (Turm Synchron) und Heike Fischer (Einer) fort und verteidigten ihre Position als Nummer eins Europas vor Russland.

Getrübt wurde das Gold-Triple von Britta Kamrau im eiskalten Wasser des San-Juan-Stausees durch "erfundene Temperaturen" (Kamrau) und den Zoff der Rostockerin mit Teamkollegin Angela Maurer. Am Sonntag gewann Kamrau über 25 km bei offiziell 14,8 Grad nach 4:39:11 Stunden 13 Sekunden vor der Russin Natalia Pankina ihr drittes Gold, das 10. für den DSV und ist damit die erste Frau, die das EM-Triple schaffte.

Britta Kamrau ist Deutschlands Vorzeigeathletin über lange Schwimmstrecken.  Foto: RPO
Britta Kamrau ist Deutschlands Vorzeigeathletin über lange Schwimmstrecken. Foto: RPO

 
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