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Enttäuschender siebter Platz / Völker als Medaillenhoffnung: Schwimm-EM: Weitere Pleite für Wernecke

zuletzt aktualisiert: 14.05.2004 - 19:40

Madrid (rpo). Die Enttäuschungen nehmen für Mark Warnecke kein Ende: Bei den Europameisterschaften in Madrid setzte es für den 34-Jährigen auch über die 50 Meter Brust eine Pleite. Er schwamm die nicht-olympische Sprintstrecke in enttäuschenden 28,43 Sekunden und wurde nur Siebter.

"Das ist ärgerlich, das ist enttäuschend, in der Trainingsphase aber normal", sagte Warnecke unmittelbar nach dem Rennen, das Oleg Lisogor aus der Ukraine souverän in 27,55 Sekunden für sich entschied. Warnecke denkt weiter an seine angepeilte fünfte Olympiateilnahme in Athen, für den Olympiadritten von Atlanta blieb der insgesamt 23. Medaillengewinn bei EM, WM und Olympischen Spielen aber ein Wunschtraum.

Der Oldtimer, der nach dem desaströsen Vorlauf-Aus vom Montag von starken Selbstzweifeln geplagt worden war, hatte schon vor dem Rennen gesagt: "Mir ist das unerklärlich. Im Training läuft es. Vielleicht habe ich mich von den Belastungen noch nicht erholt." Bundestrainer Manfred Thiesmann meinte: "Die 50 m gehen bei Mark eigentlich immer."

Warnecke, dem ein Sponsor für den unwahrscheinlichen Fall des Olympiasieges in Athen eine Million Euro versprochen hat, wähnte sich vor Madrid eigentlich auf einem guten Weg. Über die Wintermonate speckte er zehn Kilo ab, seine Kraft- und Ausdauerwerte sind besser als je zuvor. "Wir haben die EM nicht ernst genommen wegen der ungünstigen Terminierung. Im Nachhinein hätte ich mir die EM besser geschenkt, aber das weiß man vorher nie. Man verliert eben nicht gern", meinte Warnecke weiter.

Vida scheiterte über 200 Meter Freistil

Über 200 m Freistil der Frauen scheiterte die Frankfurterin Silvia Vida in enttäuschenden 2:02,62 Minuten als Zwölfte des Halbfinales am Endlauf am Freitag. "Die Zeit ist natürlich nicht das, was ich erwartet habe", kommentierte die Staffel-WM-Zweite von 2001 ihr Comeback auf internationaler Ebene nach dreijähriger Abstinenz. Die Konkurrenz der Männer entschied Doppel-Olympiasieger Pieter van den Hoogenband aus den Niederlanden in 1:47,05 Minuten nach seiner Niederlage über die halbe Distanz souverän für sich.

Vida, die aus dem Höhentraining in Flagstaff/US-Bundesstaat Arizona nach Spanien gereist war, wollte eigentlich den Konkurrenzdruck auf der Weltrekordstrecke Franziska van Almsicks erhöhen und die Staffelhoffnungen des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) für Athen verbessern. Superstar Franziska van Almsick aus Berlin war wie viele andere Asse den kontinentalen Titelkämpfen ferngeblieben, um den Vorbereitungsrhythmus auf die entscheidende Olympia-Qualifikation im Rahmen der DM in Berlin (4. bis 8. Juni) nicht zu stören.

Völker kann noch Edelmetall gewinnen

Dennoch war das neunköpfige DSV-Rumpfteam vor dem EM-Schlusswochenende in den Beckenwettbewerben vor allem dank Stev Theloke (Gold über 50 und Bronze über 100 m Rücken) mit drei Medaillen notiert. Weiteres Edelmetall kann noch Sandra Völker bei ihrem einzigen Start über 50 m Freistil gewinnen.

Langstrecken-Königin Britta Kamrau aus Rostock kann am Samstag im eiskalten Wasser des San-Juan-Stausees als erste Frau ein EM-Triple schaffen. Verhindern könnte dies im 25-km-Rennen wohl am ehesten neuerlicher Zoff mit Teamkollegin Angela Maurer. Die Wiesbadenerin beschuldigte Kamrau nach deren 10-km-Sieg, sie 200 m vor dem Ziel entscheidend behindert zu haben. Bei der WM 2003 in Barcelona hatte eine Rangelei der beiden deutsches Gold verhindert.


27. Europameisterschaften in Madrid, Entscheidungen:

Männer

50 m Brust: 1. Oleg Lisogor (Ukraine) 27,55 Sekunden, 2. Hugues Duboscq (Frankreich) 28,23, 3. Matjaz Markic (Slowenien) 28, 24, 4. Remo Luetolf (Schweiz) 28,36, 5. Martin Gustavsson (Schweden) und Jarno Pihlava (Finnland) beide 28,42, 7. Mark Warnecke (Cannstatt) 28,43 (Halbfinale 28,15), 8. Emil Tahirovic (Slowenien) 28,68

Frauen

100 m Schmetterling: 1. Martina Moravcova (Slowakei) 58,05 Sekunden, 2. Malia Metella (Frankreich) 58,78, 3. Otylia Jedrzejczak (Polen) 58,85, 4. Natalia Soutiagina (Russland) 59,16, 5. Alena Poptschanka (Weißrussland) 59,39, 6. Beatrix Boulsevics (Ungarn) 59,70, 7. Aurore Mongel (Frankreich) 59,89, 8. Mette Jacobsen (Dänemark) 1:00,23 Minuten

50 m Brust: 1. Maria Östling (Schweden) 31,68 Sekunden, 2. Elena Bogomasowa (Russland) 31,90, 3. Majken Thorup (Dänemark) 32, 05, 4. Moniek Nyhuis (Niederlande) 32,09, 5. Switlana Bondarenko (Ukraine) 32,37, 6. Madelon Baans (Niederlande) 32,42, 7. Cristina Diez (Spanien) 32,80, 8. Jane Trepp (Estland) 32,94

Vorentscheidung mit deutscher Beteiligung:

Frauen, 200 m Freistil, Halbfinale, ausgeschieden: 12. Silvia Vida (Frankfurt) 2:02,62 Minuten (Vorlauf 2:02,55)

Beendete seine Karriere: Mark Warnecke.  Foto: RPO
Beendete seine Karriere: Mark Warnecke. Foto: RPO

 
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