Kurzbahn-Weltmeisterschaft in Indianapolis: Schwimm-WM: Rupprath top, Warnecke scheitert
zuletzt aktualisiert: 08.10.2004 - 12:02Indianapolis (rpo). Thomas Rupprath hat bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Indianapolis über 100 Meter Rücken einen Bilderbuch-Start hingelegt. Sein Kollege Mark Warnecke ging hingegen unter.
Über 100 m Rücken war der Europarekordhalter Rupprath von den Wasserfreunden Hannover in 51,39 Sekunden Schnellster der Halbfinals. Stev Theloke aus Chemnitz qualifizierte sich mit der sechstbesten Zeit (53,11) ebenfalls sicher für den Endlauf am Samstag. Olympiasieger Aaron Peirsol aus den USA schonte sich zum Auftakt und schwamm in 51,92 Sekunden die zweitbeste Zeit.
Phelps, der bei Olympia in Athen sechs Gold- und zwei Bronzemedaillen gewann und bei der WM im mobilen 25-Meter-Pool von Indianapolis auf fünf Titel programmiert ist, griff sich gleich zum Auftakt in Abwesenheit der Australier Ian Thorpe und Grant Hackett über 200 m Freistil in 1:43,59 Minuten das erste Gold.
Überreicht wurde die Medaille von Basketball-Olympiasieger Larry Bird, 1992 in Barcelona Mitglied des ersten "Dream Teams" und heute Exekutivdirektor der Indiana Pacers, die normalerweise im Fieldhouse ihre NBA-Heimspiele austragen. Phelps trug ein Pacers-Shirt, unterschrieben von Bird, und war darüber glücklicher als über die Goldmedaille: "Soll ich nicht aufgeregt sein, wenn Larry mir ein Autogramm gibt?"
Die USA treten in Indianapolis als einzige Mannschaft mit allen Olympiasiegern von Athen an. Katlin Sandeno stahl Phelps dabei die Schau. Sie gewann am ersten Tag die Titel über 200 m Schmetterling (2:06,95), 400 m Lagen (4:30,12) und mit der 4x200-m-Freistilstaffel (7:47,42): "Dabei hatte ich solche Kopfschmerzen, dass ich eigentlich gar nicht schwimmen wollte. Aber mein Adrenalinspiegel ist seit den Olympischen Spielen immer noch hoch." Dass sie zum Auftakt im Mittelpunkt stand, wollte sie nicht überbewerten: "Michael macht seinen Job und ich mache meinen."
Simone Weiler für den Endlauf qualifiziert
Simone Weiler aus Heidelberg schwamm 31,55 Sekunden über 50 m Brust und qualifizierte sich damit für den Endlauf. Schnellste der Halbfinals war WM-Favoritin und Weltrekordlerin Jade Edmistone in 30,01 Sekunden. Die Bestmarke der Australierin steht seit den Trials bei 29,90 Sekunden. Stefan Herbst aus Leutzsch belegte Rang sieben über 200 m Freistil (1:46,66).
Thomas Rupprath konzentriert sich in Indianapolis neben den 100 m Rücken vor allem auf seine Weltrekordstrecken 100 m Lagen und 50 m Rücken und hat die Schmetterlings-Distanzen aus seinem Programm gestrichen. Auf der Lagenstrecke hält der 27-Jährige seit Januar 2003 ebenso die Weltbestmarke (52,58 Sekunden) wie seit November 2002 über 50 m Rücken (23,23). Über 100 m Rücken ist Rupprath Europarekordhalter (50,58). Der Silbermedaillengewinner von Athen führt ein sechsköpfiges Mini-Aufgebot des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) an.
Die US-Freistilstaffel gewann in 3:09,96 Minuten und blieb dabei nur 39 Hundertstelsekunden über dem Weltrekord der Schweden (3:09,57), die in 3;14,26 Minuten Rang vier belegten. Mit Phelps wäre der Weltrekord programmiert gewesen. "Ich wollte, aber mein Coach nicht", sagte Phelps. Trainer Bob Bowman hatte sich mit Rücksicht auf die schweren Lagenrennen gegen einen Staffeleinsatz seines Schützlings ausgesprochen.
Warneckes Karriere neigt sich dem Ende entgegen
Die Karriere von "Oldie" Mark Warnecke neigt sich unterdessen unweigerlich dem Ende entgegen. Der Olympiadritte von Atlanta scheiterte chancenlos schon in den Vorläufen über 100 m Brust. In 1: 01,71 Minuten lag der 34 Jahre alte Ex-Weltmeister 2,89 Sekunden hinter dem US-Amerikaner Brendan Hansen, der in 58,82 Sekunden Schnellster war. Warnecke belegte lediglich Rang 23 unter 49 Startern und muss nun seine Chance über 50 m suchen.
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