Peirsol schlug Phelps in dramatischem Rennen: Schwimmen: Weltrekord-Show der Amerikaner
zuletzt aktualisiert: 13.07.2004 - 11:30Long Beach (rpo). Bei den Olympia-Ausscheidungen der US-Schwimmer geht die atemberaubende Weltrekord-Show weiter. Aaron Peirsol knackte über 200 m Rücken seine eigene Weltbestzeit, über 200 m Brust der Damen unterbot Amanda Beard die bisherige Bestmarke.
Aaron Peirsol verbesserte über 200 m Rücken seine eigene Bestleistung um eine knappe halbe Sekunde und fügte dabei Superstar Michael Phelps die erste Niederlage bei den Olympia-Qualifikationen im kalifornischen Long Beach zu. Peirsol schlug nach 1:54,74 Minuten an, Phelps qualifierte sich als Zweiter in 1:55,15 ebenfalls sicher für Athen.
Über 200 m Brust der Damen entriss Amanda Beard in 2:22,44 Minuten der Australierin Leisel Jones den Weltrekord (2:22,96), den diese erst am letzten Freitag in Brisbane aufgestellt hatte. Damit fielen während der ersten sechs Tage der Trials bereits fünf Weltbestmarken.
Der Showdown zwischen dem seit Olympia 2000 in Sydney ungeschlagenen Peirsol und dem derzeit weltbesten Schwimmer Phelps riss die Fans von den Sitzen. Beide Schwimmer lagen nach den ersten drei Bahnen auf Weltrekordkurs, erst auf den abschließenden 50 Metern musste Phelps seinem Mammutprogramm Tribut zollen. "Das war der härteste Abend meiner Laufbahn. Ich bin total fertig", stöhnte der Amerikaner, der in 65 Minuten dreimal an den Start musste und dabei immerhin die 200 m Lagen und die 800 m Freistil gewann.
Der erste Amerikaner für fünf Rennen
Phelps ist damit der erste Amerikaner, der sich für fünf olympische Einzelrennen qualifiziert hat. In Athen will er insgesamt neunmal antreten und dabei den Jahrhundertrekord seines Landsmanns Mark Spitz (siebenmal Gold 1972 in München) überbieten.
Peirsol, der sich ausschließlich aufs Rückenschwimmen konzentriert, erklärte seinen Sieg zu einer Frage der Ehre: "Ich will in meiner Spezialdisziplin nie wieder ein Rennen verlieren. Nach diesem Sieg fliege ich unglaublich selbstbewusst nach Athen." Für die olympische Revanche spendete er seinem prominenten Landsmann im Gefühl des sicheren Sieges schon mal vorab Trost: "Ich will kein Spielverderber sein. Aber selbst, wenn Michael nur fünfmal Gold gewinnt, hat er immer noch Großartiges geleistet."
Bei den Damen verpasste die achtmalige Olympiasiegerin Jenny Thompson als Fünfte über 100 m Freistil überraschend das Ticket nach Athen. Damit wird die Amerikanerin bei den Spielen aller Voraussicht nach nur über 100 m Schmetterling und in der Staffel starten, in der sie all ihre Goldmedaillen gewann.
Schwimm-Geschichte schrieb Maritza Correia, die sich als Vierte über 100 m Freistil als erste schwarze Amerikanerin für Olympia qualifizierte. Sie wird in Athen in der Staffel antreten.
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