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French Open in Paris / Gegen Kirilenko am Rand des Abgrunds: Serena Williams mit Ach und Krach weiter

zuletzt aktualisiert: 28.05.2004 - 12:28

Paris (rpo). Nach dem geglückten zweiten Matchball fielen Serena Williams ganze Geröllhalden vom Herzen. Mit Ach und Krach erreichte die US-Amerikanerin die dritte Runde bei den French Open in Paris. Dabei profitierte die formschwache 22-Jährige vor allem von der fehlenden Erfahrung ihrer Gegnerin Maria Kirilenko.

Gewagtes Outfit, aber ohne Mumm und Ballgefühl - Serena Williams zeigt im sonnigen Paris ungewohnte Schwächen. Etwas ratlos saß die 22-jährige Amerikanerin nach ihrem Drahtseilakt gegen die junge Russin Maria Kirilenko da und lächelte verlegen. "Ich hatte einfach einen schlechten Tag. Ich habe mich das ganze Match über unterlegen gefühlt", gestand Serena Williams ihre Defizite offen ein; "Ich konnte den Ball nie im Feld halten. Ich denke, ich habe 1000 Fehler gemacht."

So kleinlaut hat man die frühere Nummer eins selten erlebt, doch die neue Bescheidenheit hat ihren guten Grund. Schon in der zweiten Runde der French Open stand Serena Williams am Rande des Abgrunds. Nur der fehlenden Erfahrung der erst 17 Jahre alten Maria Kirilenko hatte sie es zu verdanken, dass sie am Ende doch noch in drei Sätzen gewann.

2:4 lag Serena Williams im dritten Satz schon zurück, ehe ihr mit einem Kraftakt noch die Wende gelang. Nach zwei Stunden verwandelte sie den zweiten Matchball zum 4:6, 6:2, 6:4, marschierte erleichtert ans Netz und gab der blonden Russin die Hand. Maria Kirilenko, Nummer 100 der Weltrangliste und in Roland Garros zum ersten Mal am Start, wischte sich ein paar Tränchen aus dem Auge. "Ich bin sehr traurig", sagte sie: "Ich hatte eine Chance, aber ich habe sie nicht genutzt. Beim nächsten Mal werde ich es besser machen."

Schwach wie lange nicht mehr

Serena Williams spielte so schlecht wie lange nicht, dafür hatte sie großes Glück. In Paris bestreitet die 22-Jährige ihr erstes Grand-Slam-Turnier seit dem Wimbledonsieg 2003. Nach einer Knieoperation am 1. August kehrte sie nach acht Monaten Pause erst in Miami auf die Tour zurück. Mit umwerfendem Erfolg: Auf Anhieb gewann sie zum dritten Mal in Folge den Titel, was vor ihr nur Steffi Graf (1994 bis 1996) gelungen war.

Alle meinten, nun werde im Damen-Tennis alles wie früher, als die Williams-Schwestern den Rest der Welt dominierten. Fünf Grand-Slam-Titel gewann Serena vor ihrer Verletzungspause. Der Triumphzug der damaligen Nummer eins begann bei den French Open 2002, danach gewann sie Wimbledon, die US Open, die Australian Open und 2003 noch einmal Wimbledon. Dazwischen lag nur die Halbfinal-Niederlage von Roland Garros gegen die Belgierin Justine Henin-Hardenne.

Damals buhten die Franzosen Serena Williams aus, weil sie gegen eine Schiedsrichter-Entscheidung protestiert hatte. Auch im Match gegen Kirilenko pfiffen die 10.000 Zuschauer auf dem Court Suzanne Lenglen, doch die 22-jährige Amerikanerin hatte aus der schlechten Erfahrung gelernt. Ungerührt verabschiedete sie sich mit erhobenen Armen vom Publikum, lächelte freundlich und bekam dann doch noch den verdienten Applaus.

Gewagtes Outfit

"Ich bin ein bisschen enttäuscht, ehrlich gesagt, ich bin fürchterlich enttäuscht", erklärte Serena Williams und musste selbst ein bisschen lachen. In der Form, das weiß sie selbst, kann sie die French Open nicht gewinnen. Vielleicht hat sie sich durch ihr gewagtes Outfit selbst aus der Ruhe gebracht. Gegen Kirilenko trat sie mit pinkfarbenen Hot Pants an, über dem freien Bauchnabel trug sie ein tief ausgeschnittenes pinkfarbenes Top.

In den Tagen vor Paris hatte Serena Williams bei den Filmfestspielen in Cannes Oscar-Preisträger Tom Hanks kennengelernt. "Es war toll", schwärmte sie danach: "Er hat alles über mich und Venus gewusst. Unglaublich. Er war total nett." Seit Kirilenko sollten die Zeiten der Ablenkung allerdings besser vorbei sein.

Serena Williams fiel höchstens durch ihr auffälliges Outfit auf, nicht wegen ihrer Leistung - die war äußerst enttäuschend.  Foto: RPO
Serena Williams fiel höchstens durch ihr auffälliges Outfit auf, nicht wegen ihrer Leistung - die war äußerst enttäuschend. Foto: RPO

 
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