Dreikampf in der NFL Europa: Spannung bis zum Kreislaufkollaps
zuletzt aktualisiert: 10.06.2007 - 14:18Hamburg (RPO). Die Spannung in der NFL Europa steigt ins unermessliche. Das halten selbst harte Jungs nicht aus: Kölns Coach David Duggan hat beim Kampf um die beiden Plätze im World Bowl am kommenden Wochenende sogar einen Kreislaufkollaps erlitten.
Erstmals in der 15-jährigen Geschichte der Football-Liga steht noch kein Team vorzeitig als Endspielteilnehmer fest. Im Dreikampf zwischen Titelverteidiger Frankfurt Galaxy, den Cologne Centurions und den Hamburg Sea Devils (alle 6:3-Siege) haben die Hanseaten allerdings die besten Chancen auf ein Finalticket.
"Jetzt ist es nur noch ein ganz kleiner Schritt bis zum World Bowl", meinte Sea-Devils-Coach Vince Martino nach dem 36:31 am Samstag gegen die Galaxy. Um das Endspiel zu erreichen, können sich die Hamburger sogar eine Niederlage bei Rhein Fire erlauben, wenn die zeitgleich direkt aufeinandertreffenden Konkurrenten aus Frankfurt und Köln nicht Unentschieden spielen. Dies scheint jedoch eher unwahrscheinlich: In Vergleichen zwischen den derzeitigen sechs NFLE-Teams gab es noch nie ein Remis.
Angetrieben von der Hamburger Rekordkulisse von 30.528 Zuschauern, drehten die Hamburger gegen die Galaxy eine fast schon verloren geglaubte Partie und ebneten sich so den Weg für das Finale am 23. Juni in Frankfurt. Erst 48 Sekunden vor dem Ende wurde ein 27:31-Rückstand noch in einen Sieg umgewandelt. "Nun wollen wir uns auch den Titel holen", sagte Sea-Devils-Quarterback Casey Bramlet im Hinblick auf die mögliche World-Bowl-Premiere seiner Mannschaft.
Lange Gesichter gab es hingegen bei den Frankfurtern. "Wir hätten dieses Spiel gewinnen müssen", meinte Defensive Tackle Daniel Benetka: "Wir haben uns durch unsere Fehler in den entscheidenden Momenten selbst in den Fuß geschossen."
Um doch noch das Finale vor heimischer Kulisse zu erreichen, darf der Rekordmeister das entscheidende Spiel gegen Köln mit höchstens vier Punkte Differenz verlieren. Sonst würden die Centurions im direkten Vergleich vorbeiziehen und selbst die World-Bowl-Teilnahme perfekt machen.
Die Vorbereitung auf die Partie wird bei den Rheinländern allerdings von der Sorge um Coach Duggan überschattet. Beim 31: 13-Sieg gegen Vorjahresfinalist Amsterdam Admirals sackte der Trainer zwei Minuten vor Spielende mit Kreislaufproblemen zusammen und wurde zur Vorsicht über Nacht in einem Krankenhaus beobachtet.
"Die Ärzte haben aber Entwarnung gegeben. Es geht ihm gut. Er war einfach nur dehydriert", sagte Centurions-Sprecher Karsten Meier, der davon ausgeht, dass Duggan das Team auf das Spiel in Frankfurt einschwören kann. "Ich werde mich ganz normal auf die kommende Woche vorbereiten", sagt auch der Coach.
Unterdessen war der dreimalige Meister Berlin Thunder auch am vorletzten Spieltag der Prügelknabe der Liga. Der Tabellenletzte unterlag Rhein Fire mit 17:24 und bleibt in der aktuellen Saison damit ohne Heimerfolg.
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