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Rugby Wales Frankreich panorama afp 2009
  Foto: AFP, AFP
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Unterwasser-Rugby: Sport in drei Dimensionen

zuletzt aktualisiert: 28.02.2009 - 14:55

Leipzig (RPO). Pfeilschnell wie ein Fischschwarm gleiten die Schwimmer durchs Wasser, die Leiber stürzen sich auf den Ball und scheinen zu einer Masse zu verschmelzen. Schließlich kämpft sich einer der Unterwasserrugby-Spieler aus dem Knäuel frei und stößt die Kugel mit letzter Kraft in den Metallkorb am Beckenboden.

"Unterwasserrugby ist schon was anderes als nur Bahnen schwimmen", erzählt Sven Trunk, Trainer beim Bundesligisten TC Submarin Pößneck. Im Gegensatz zum Feld-Rugby spielt die reine Urgewalt eine eher kleine Rolle, "aber Schnelligkeit, Ausdauer, Dynamik und faire Härte sind auch bei uns gefordert".

Um die Entstehung ranken sich einige Legenden. Eine Theorie besagt, dass zwei gelangweilte Taucher den Sport erfanden. Eine andere, dass französische Kampfschwimmer ihre Kondition trainieren wollten. Nach der exotischsten Variante stammt Unterwasserrugby aus Kenia, wo sich die Einheimischen unter der Meeresoberfläche Kokosnüsse zugeschubst haben sollen.

Allerdings haben weder die Franzosen noch die Menschen im fernen Kenia etwas mit der Entwicklung zu tun. Erfunden hat's nämlich ein Deutscher: Der Kölner Sporttaucher Ludwig von Bersuda wollte 1961 etwas Abwechslung ins Training bringen. Er spannte in die Mitte des Beckens ein Netz und legte als Spielregel eine Mischung aus Rugby und Volleyball fest.

Das Netz fiel kurze Zeit später weg, übrig blieben zwei papierkorbförmige Tore und ein mit Salzwasser gefüllter Ball. Sogar Weltmeisterschaften gibt es seit fast 30 Jahren, 2003 holten die deutschen Frauen den Titel.

Als einziger Mannschaftssport findet Unterwasserrugby, international gängig als UWR abgekürzt, in drei Dimensionen statt. "Sowohl die Spieler als auch der Ball befinden sich unter Wasser, das macht es so spannend", erklärt Trunk. Anders als beim Wasserball, wo das Ziehen an der gegnerischen Badehose beinahe zum guten Ton gehört, ist beim UWR die Ausrüstung des Gegners tabu. Zwei Schiedsrichter sorgen für Ordnung unter Wasser.

Gespielt wird mit Flossen, Maske und Schnorchel, zu einem Team gehören maximal zwölf Leute. Der Torhüter spielt meist durch, die fünf Feldspieler wechseln fliegend. "Das Schwierigste ist, sich an den Luftmangel zu gewöhnen. In Ruhe schaffen die meisten drei Minuten und länger, in Bewegung sind es oft nur zehn Sekunden", sagt Trunk.

Die Regeln sind relativ einfach: Wer den Ball hat, darf angegriffen werden, aber auch selbst austeilen. Wie in den meisten Ballsportarten gibt es einen Strafstoß. Dabei versucht ein Spieler, innerhalb von 45 Sekunden den Ball ins Tor zu befördern. Dieses wird allerdings vom gegnerischen Torwart gedeckelt - er legt sich förmlich darauf. Entscheidend ist, wer den längeren Atem hat.

Quelle: SID

 
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