Schwimm-WM: Steffen holt zweite Goldmedaille
zuletzt aktualisiert: 02.08.2009 - 21:34Rom (RPO). Britta Steffen hat mit einem letzten Kraftakt das Gold-Double wie bei Olympia perfekt gemacht, Paul Biedermann die Lagenstaffel in einem Krimi zu Silber geführt: Deutschlands Superstars haben es bei der Schwimm-WM in Rom noch einmal richtig krachen lassen und für einen krönenden Abschluss gesorgt.
Steffen fühlte sich nach ihrem zweiten Titelstreich mit Weltrekord über 50 Meter Freistil "wie im Märchen" und war von sich selbst überrascht. "Der Sprint ist ein Glückspiel. Der Start hat überhaupt nicht gepasst. Da dachte ich: nun musst du reinhauen", sagte Steffen.
In 23,73 Sekunden blieb sie 23 Hundertstel unter der alten Marke von Marleen Veldhuis. Die Niederländerin sicherte sich zeitgleich mit der 17 Jahre alte Olympiazweiten Cate Campbell aus Australien (23,99) hinter der Schwedin Therese Alshammar (23,88) noch Bronze.
Steffen schlug sich beim Blick auf die Anzeigetafel mit der flachen Hand gegen die Stirn und schüttelte ungläubig den Kopf. Mit der vierten Medaille nach ihrem Sieg über 100 Meter Freistil, Silber mit der 4x100-Meter-Freistilstaffel und Bronze mit der Lagenstaffel avancierte sie zur erfolgreichsten Athletin der WM - auf den Tag genau drei Jahre nach ihrem ersten Weltrekord bei der EM in Budapest.
"Britta ist eine Ausnahmeathletin und in der Form ihres Lebens", sagte Bundestrainer Dirk Lange und DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow meinte: "Britta ist ein Garant für besondere Leistungen - das gilt auch für Paul."
Medaillenspiegel nach 65 von 65 Entscheidungen
1. USA 11 Gold - 11 Silber - 7 Bronze - 29 insgesamt
2. China 11 - 7 - 11 - 29
3. Russland 8 - 8 - 4 - 20
4. Deutschland 7 - 4 - 1 - 12
5. Australien 4 - 5 - 9 - 18
6. Großbritannien 4 - 3 - 2 - 9
7. Italien 4 - 1 - 5 - 10
8. Serbien 3 - 1 - 0 - 4
9. Ungarn 2 - 1 - 3 - 6
10. Brasilien 2 - 1 - 1 - 4
11. Spanien 1 - 7 - 3 - 11
12. Japan 1 - 2 - 1 - 4
13. Tunesien 1 - 2 - 0 - 3
14. Dänemark 1 - 1 - 0 - 2
14. Schweden 1 - 1 - 0 - 2
14. Simbabwe 1 - 1 - 0 - 2
17. Südafrika 1 - 0 - 3 - 4
18. Niederlande 1 - 0 - 1 - 2
19. Mexiko 1 - 0 - 0 - 1
20. Kanada 0 - 4 - 5 - 9
21. Frankreich 0 - 3 - 3 - 6
22. Griechenland 0 - 1 - 0 - 1
22. Polen 0 - 1 - 0 - 1
24. Österreich 0 - 0 - 1 - 1
24. Norwegen 0 - 0 - 1 - 1
24. Litauen 0 - 0 - 1 - 1
24. Malaysia 0 - 0 - 1 - 1
24. Rumänien 0 - 0 - 1 - 1
24. Kuba 0 - 0 - 1 - 1
24. Kroatien 0 - 0 - 1 - 1
Doppel-Weltmeister Biedermann rettete dem Quartett des Deutschen Schwimm-Verbandes mit Helge Meeuw, Hendrik Feldwehr und Benjamin Starke mit einem fulminanten Schlussfinish Silber. "Das ist so großartig, auch für die anderen Jungs. Jetzt bin ich völlig platt, aber glücklich", sagte Biedermann.
Mit Europarekord in 3:28,58 Minuten mussten sich die glorreichen Vier nur der Weltrekordstaffel aus den USA um Michael Phelps (3:27,28) geschlagen geben, der mit seinem fünften Gold einmal mehr der erfolgreichste Schwimmer war.
Insgesamt gab es 43 Weltrekorde in Rom, an sechs war der DSV durch Biedermann, Steffen und Daniela Samulski beteiligt. Mit viermal Gold, viermal Silber und einmal Bronze hat der DSV das zuvor ausgegebene Ziel weit übertroffen.
Dass Meeuw über 50 Meter Rücken als Sechster eine weitere Medaille nach Silber über die doppelte Distanz verpasste, konnte der Frankfurter nach dem Staffel-Silber verschmerzen. Dort stellte er als Startschwimmer in 52,27 Sekunden noch einen Europarekord auf.
Weitere Weltrekorde gab es zum Abschluss noch über 50 Meter Rücken durch den Briten Liam Tancock (24,04) und die Russin Julia Jefimowa über 50 Meter Brust (30,09).
Der Tag im Überblick
Die Ungarin Katinka Hosszu ist im letzten Einzelrennen über 400 Meter Lagen mit Europarekord zum Titel geschwommen. Hosszu verbesserte die Marke der Britin Hannah Miley um 1,02 Sekunden auf 4:30,31 Minuten und sicherte sich Gold vor Kirsty Coventry aus Simbabwe (4:32,12) und der Australierin Stephanie Rice (4:32,29). Annika Mehlhorn aus Baunatal war im Vorlauf ausgeschieden.
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Die Russin Julia Jefimowa hat den 41. Weltrekord bei der WM in Rom aufgestellt. Jefimowa schraubte im Finale über 50 Meter Brust die Marke der Kanadierin Amanda Reason um 14 Hundertstel auf 30,09 Sekunden und verwies Rebecca Soni aus den USA (30,11) sowie Sarah Katsoulis (30,16) auf die Plätze zwei und drei.
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Österreichs Schwimmstar Markus Rogan ist am Samstagabend in Ostia nahe Rom in einer Diskothek zusammengeschlagen worden. Der ehemalige Europameister erlitt dabei Verletzungen, worüber aber keine detaillierten Angaben gemacht wurden.
Der 27-jährige Rogan hatte am Abend nach seinem letzten Auftritt bei den Weltmeisterschaften in Rom eine Diskothek besucht, wo er nach eigenen Angaben von vier Türstehern krankenhausreif geprügelt wurde.
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Helge Meeuw hat über 50 Meter Rücken eine Medaille verpasst. Der Frankfurter belegte in 24,63 Sekunden, vier Hundertstel über seinem deutschen Rekord aus dem Halbfinale, Rang sechs. Den Titel sicherte sich Liam Tancock mit dem 40. Weltrekord von Rom. In 24,04 Sekunden blieb der Brite nochmal vier Hundertstel unter seiner Bestmarke aus dem Halbfinale.
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