Daviscup in Johannesburg: Südafrika verkürzt mit Doppelsieg
zuletzt aktualisiert: 05.03.2005 - 19:50Johannesburg (rpo). Die Niederlage der Olympiazweiten Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler im Doppel gegen Wesley Moodie und Jeff Coetzee hat die Entscheidung in der Daviscup-Partie zwischen Deutschland und Südafrika in Johannesburg auf Sonntag vertagt. Kiefer/Schüttler verloren sang- und klanglos mit 3:6, 6:7 (4:7), 5:7.
Das Doppel verpasste damit nach einer 2:0-Führung in den Einzeln den entscheidenden dritten Punkt. Nach 2:09 Stunden versenkte Kiefer beim vierten Matchball der Südafrikaner einen Volley im Netz.
"Beide haben heute nicht ins Spiel gefunden. Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht, jetzt hält der Druck an. Aber morgen sind wir mit Tommy Haas und Nicolas Kiefer gut besetzt", erklärte Teamchef Patrik Kühnen nach dem Doppel.
Am Sonntag (ab 11.00 Uhr MEZ) ist es nun zunächst Haas vorbehalten, im Einzel gegen Moodie den Sack für Deutschland zuzumachen. Im letzten Match stehen sich im Anschluss daran Kiefer und aller Voraussicht nach Rik de Voest gegenüber. Nur der Sieger von Johannesburg qualifiziert sich für die Playoffrunde im September, wenn es um den Aufstieg in die Weltgruppe 2006 geht. Der Verlierer muss gegen Marokko, Italien oder Luxemburg um den Klassenerhalt in der Euro-Afrika-Zone 1 kämpfen und bleibt somit mindestens bis 2007 zweitklassig.
Nicht eingespielt
Am Freitag war Deutschland durch zwei Einzelsiege von Nicolas Kiefer und Tommy Haas mit 2:0 in Führung gegangen. Zunächst hatte Kiefer ein bereits verloren geglaubtes Match gegen Wesley Moodie noch herumgerissen und nach 3:42 Stunden mit 4:6, 6:7 (3:7), 7:6 (7: 4), 6:3, 6:2 gewonnen. Anschließend hatte Haas beim 6:3, 6:0, 7:6 (7:3) gegen den aus dem sportlichen Ruhestand zurückgekehrten Wayne Ferreira in gerade mal 86 Minuten leichtes Spiel. Vor allem die Leistung von Kiefer hatte es Kühnen angetan: "Es ist wichtig für ihn, dass er sich aus so einer Situation befreit hat, obwohl er nicht sein bestes Tennis gespielt hat. Früher hätte er von zehn solchen Matches neun verloren."
Am Samstag klappte es dagegen nicht nach Wunsch. Nichts erinnerte an die begeisternde Vorstellung, die das deutsche Olympia-Doppel bis zu seiner denkwürdigen Final-Niederlage gegen Chile im Sommer 2004 in Athen geboten hatte. Beide spielten mit angezogener Handbremse, von Feuer und Leidenschaft war nichts zu spüren. Schüttler und Kiefer kamen bis in den dritten Satz hinein nicht einmal in die Nähe eines Breakballs, liefen aber beide ständig Gefahr, ihren eigenen Aufschlag zu verlieren.
Im sechsten Spiel des ersten Satzes erwischte es schließlich den bis dahin wenig überzeugenden Schüttler, der sein Service zum 2: 4 abgab. Die Südafrikaner, allen voran der erneut aufschlaggewaltige Moodie, ließen sich diesen Vorsprung nicht mehr nehmen und gewannen den Satz mit 6:3.
Kommunikationsprobleme
Im zweiten Durchgang hielten alle vier Spieler ihren Aufschlag, obwohl Moodie und Coetzee immer näher an einem Breakball waren als ihre Gegner. Viele Bälle von Schüttler und Kiefer landeten im Netz oder außerhalb des Feldes, offensichtliche Kommunikationsprobleme zwischen den Beiden machten die Aufgabe nicht leichter.
Tatenlos musste der eigentlich für das Doppel vorgesehene Alexander Waske, den eine fiebrige Grippe am Mittwoch für den Rest der Woche außer Gefecht gesetzt hatte, das Dilemma auf dem Platz mitansehen. Weder Schüttler noch Kiefer brachten die Leidenschaft ins Spiel, mit der Waske zu den beiden Doppelsiegen gegen Israel und die Slowakei beigetragen hatte. Kiefers Aufschlagverlust zum 2: 3 im Tiebreak war bereits die Vorentscheidung, wenig später führte Südafrika mit 2:0 Sätzen.
Im dritten Durchgang war es erneut Pechvogel Schüttler, der seinen Aufschlag zum 1:3 verlor. Diesen Rückstand konnte das deutsche Doppel zwar mit dem Rebreak zum 4:3 gegen den aufschlagenden Coetzee noch einmal ausgleichen, doch nach 2:09 Stunden und einem erneuten Aufschlagverlust von Schüttler im letzten Spiel hatten die Südafrikaner das bessere Ende für sich und verkürzten auf 1:2.
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