Auftakt der 97. German Open in Berlin: Tennis: Barna und Schruff in Runde zwei
zuletzt aktualisiert: 03.05.2004 - 15:30Berlin (rpo). Bei den 97. German Open in Berlin haben die deutschen Damen einen guten Start erwischt. Sowohl Anca Barna (Moers) als auch Julia Schruff (Stuttgart) gewannen ihre Partien und stehen in der zweiten Runde.
Anca Barna und Julia Schruff haben zum Auftakt der 97. German Open in Berlin für zwei deutsche Erfolge gesorgt und dem ersten Tag des Traditionsturniers unverhofften sportlichen Glanz verliehen. Während sich Anca Barna (Moers) in einem 190 Minuten langen Marathon auf dem Center Court mit 4:6, 7:6 (9:7), 6: 4 gegen die Australierin Nicole Pratt durchkämpfte, nutzte die mit einer Wildcard ins Hauptfeld gekommene Stuttgarterin Schruff ihre Chance zum großen Auftritt optimal. In einer einseitigen Partie fertigte die auf Platz 128 der Weltrangliste geführte 21-Jährige die US-Qualifikantin Meilen Tu mit 6:1, 6:1 ab und trifft in der nächsten Runde auf die an Nummer sechs gesetzte US-Amerikanerin Jennifer Capriati. Ausgeschieden ist dagegen Stefanie Gehrlein aus Leimen nach einem 3:6, 5:7 gegen die Französin Stephanie Cohen-Aloro.
"Sie hat etwas zu verlieren, während ich befreit aufspielen kann. Ich will es ihr möglichst schwer machen eine Runde weiter zu kommen", sagte Schruff, die sich erst nach dem Abschluss der 10. Klasse im Gymnasium auf ihre Tenniskarriere konzentrierte. "Ich bin ein Spätstarter in allem, deshalb kommt meine beste Zeit im Tennis noch. In diesem Jahr würde ich gerne in die Top 80 der Weltrangliste vorstoßen. Mittelfristig sind die Top 30 mein Ziel", meinte die Stuttgarterin.
Als Schwerstarbeiter präsentierten sich Barna, die als einzige deutsche Spielerin über ihre Weltraglistenposition (49.) den Sprung ins Hauptfeld geschafft hatte, ebenso wie ihre vier Plätze besser notierte Kontrahentin Nicole Pratt, die das längste Damen-Match seit der Jahrtausendwende spielten. "Ich hatte im dritten Satz starke Krämpfe in beiden Oberschenkeln und war am Ende nur froh, das Match gewonnen zu haben", sagte Anca Barna.
Die deutsche Nummer eins verdiente sich den Erfolg allein durch Willenskraft, denn in endlosen Grundlinienduellen fehlten beiden Spielerinnen die Mittel für direkte Gewinnschläge. Stattdessen wurde auf Fehler gewartet, die Barna vor allem im ersten Satz ungewohnt häufig unterliefen.
Der zweite Satz war dann reine Nervensache. Die in Rumänien geborene 26 Jahre alte Linkshänderin, die in der nächsten Runde auf die an fünf gesetzte Russin Nadia Petrowa trifft, nutzte nach einer 4:1-Führung erst im Tiebreak ihren neunten Satzball. Im dritten Durchgang mussten sich beide Spielerinnen vom Physiotherapeuten behandeln lassen, bevor Barna ihren ersten Matchball nutzte. Barna schaffte damit wie im Vorjahr den Sprung in die zweite Runde und verbesserte ihre Saisonbilanz auf 8:10-Siege.
Im Schnelldurchgang spielte sich bei strahlendem Sommerwetter Julia Schruff in die Herzen der Berliner Tennisfans. Überraschend deutlich dominierte sie die Partie mit der sieben Ranglistenplätze hinter ihr liegenden Tu. Schruff machte wenig Fehler, agierte hochkonzentriert und konterte die aggressiv spielende Gegnerin immer wieder aus. Im Vorfeld hatte Schruff Glück gehabt, da sie die ursprünglich für Marlene Weingärtner (Moers) vorgesehene Wildcard von Fed-Cup-Teamchef Klaus Eberhard erhielt. Weingärtner kann auf Grund einer Verletzung nicht in Berlin antreten.
Die beiden anderen DTB-Wildcards gingen an die deutsche Meisterin Stefanie Gehrlein und Anna-Lena Groenefeld (Nordhorn). Gehrlein schaffte am Montag allerdings trotz einer phasenweise couragierten Leistung gegen die Qualifikantin Stephanie Cohen-Aloro nicht den Sprung in Runde zwei. Groenefeld bestreitet ihre Auftaktbegegnung gegen die Kroatin Karolina Sprem (28. der Weltrangliste) am Dienstag.
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