Hopman-Cup in Perth: Tennis: Deutsches Team erneut siegreich
zuletzt aktualisiert: 04.01.2005 - 16:52Perth (rpo). Nachdem die deutschen Daviscup- und Fedcupteams kaum für positive Meldungen sorgen, präsentiert sich die Vertretung des DTB beim Hopman-Cup weiterhin auf der Erfolgsspur. Tommy Haas (Hamburg) und Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) gewannen in Perth auch ihr zweites Gruppenspiel gegen Italien mit 2:1.
Bei der inoffiziellen Mixed-WM hat Deutschland nun eine gute Chance, erstmals seit 1995 wieder das Finale des traditionellen Wettbewerbs zu erreichen. Vor zehn Jahren bezwangen Boris Becker und Anke Huber die ukrainischen Geschwister Andrej Medwedew und Natalia Medwedewa mit 3:0.
Haas präsentiert sich in der westaustralischen Metropole in überraschend guter Frühform. "Ich bin sehr froh, dass ich hier in der Lage bin, meine Matches zu gewinnen", sagte der 26-Jährige: "Ich bin ein Typ, der immer versucht, sein Bestes zu geben. Ich hoffe, das geht so weiter."
Haas mit erstem Aufschlag nicht zufrieden
Gegen Sanguinetti kam Haas nie wirklich in Schwierigkeiten und beherrschte seinen Gegner sicher. "Er hat sicher nicht sein bestes Tennis geboten, und ich war in der Lage, meine Chancen zu nutzen", erklärte der Deutsche. Trotz seiner bislang beeindruckenden Bilanz von vier Siegen in vier Partien aber war Haas nicht ganz zufrieden: "Ich muss meinen ersten Aufschlag noch verbessern und bei den wichtigen Bällen noch bessere Winkel spielen."
Bei seinem bis dato einzigen Auftritt in Perth war Haas weniger erfolgreich gewesen. 1998 verlor er in den drei Gruppenspielen gegen Frankreich, Südafrika und die USA seine Einzel und an der Seite von Anke Huber auch die Doppel.
Am Montag hatten Haas/Grönefeld zum Auftakt überraschend gegen die topgesetzten Russen Marat Safin und Anastasia Myskina gewonnen. Russland und Argentinien treffen am Mittwoch in ihrem zweiten Gruppenspiel aufeinander. Die Argentinier Gisela Dulko und Guillermo Canas hatten Italien zum Auftakt mit 2:1 bezwungen.
Am Dienstag gewann auch Titelverteidiger USA sein Auftaktspiel in der Gruppe B gegen die Niederlande mit 2:1. Im Mittelpunkt stand dabei das Comeback von James Blake, der seit Mai 2004 pausiert hatte und dessen Karriere nach drei schweren Schicksalsschlägen im vergangenen Jahr fast schon beendet schien. Beim ATP-Turnier im Mai in Rom war Blake im Training so unglücklich gegen einen Netzpfosten geprallt, dass ein Nackenwirbel brach und er wochenlang ein Halskorsett tragen musste.
Im Juli starb sein Vater Tom an Krebs, wenig später erkrankte James Blake an einer speziellen Form der Gürtelrose, die seine Sehfähigkeit enorm einschränkte und sein Gesicht halbseitig lähmte. "Dass ich hier stehe und Tennis spiele, ist ein Wunder", sagte er nach seinem Sieg gegen den Niederländer Peter Wessels: "Ich bin so glücklich, wieder gesund zu sein, denn ich weiß jetzt, wie zerbrechlich dieses Glück ist."
3. Spieltag, Gruppe A:
Deutschland - Italien 2:1
Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) - Francesca Schiavone 2:6, 6:2, 2:6
Tommy Haas (Hamburg) - Davide Sanguinetti 6:3, 6:2
Grönefeld/Haas - Schiavone/Sanguinetti 7:6 (9:7), 6:4
3. Spieltag, Gruppe B:
USA - Niederlande 2:1
Meghann Shaughnessy - Michaella Krajicek 7:5, 6:4
James Blake - Peter Wessels 6:1, 7:6 (7:4)
Shaughnessy/Blake - Krajicek/Wessels 5:7, 5:7
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