Ehrgeizige Ziele nach erstem Erfolg in Leipzig: Tennis: Groenefeld will künftige Nummer eins werden
zuletzt aktualisiert: 24.09.2003 - 12:01Leipzig (rpo). Die Ziele sind durchaus ehrgeizig: Anna-Lena Groenefeld, gerade einmal 18 Jahre alt, will nach Steffi Graf die Tennis-Weltrangliste der Damen erklimmen. Auf dem Weg an die Spitze hat sie gerade einen Sieg beim Turnier in Leipzig verbucht.
Ganz ruhig steckte Anna-Lena Groenefeld den Trubel um ihre Wildcard beim Leipziger WTA-Turnier weg, ebenso gelassen formulierte sie nach dem Achtelfinaleinzug ihre Ansprüche. "Ich will ganz nach oben", sagte die 18-Jährige aus Nordhorn schüchtern lächelnd. Und wie zur eigenen Bestätigung schob sie nach: "Ja, ich will die Nummer eins werden - wie einst Steffi Graf."
Die Entwicklung der größten deutschen Tennis-Hoffnung, Ex-Spitzenreiterin der Junioren-Weltrangliste, ist zumindest schon mal rasant. Innerhalb eines guten halben Jahres kletterte sie bei den "Großen" um etwa 500 Plätze bis auf Rang 133. Mit dem Erstrundensieg in der Leipziger "Arena" gegen Barbara Schett (Österreich/WTA-71.) gelangte sie zum dritten Mal in ein Achtelfinale und sammelte käftig Punkte.
Nun geht es für Groenefeld gegen die Russin Nadja Petrowa (WTA-15.) am Donnerstag um den ersten Viertelfinaleinzug ihrer Laufbahn. "Die Sache mit der Wildcard habe ich verdrängt, da habe ich auch keinen zusätzlichen Druck", sagte Groenefeld: "Auf dem Platz will ich doch so oder so gewinnen." Fed-Cup-Teamchef Klaus Eberhard, der sich den Unmut der nicht berücksichtigten Anca Barna zugezogen hatte, sah sich bestätigt: "Sie ist unser bestes Talent und hat sich diese Wildcard einfach verdient."
Der ehrgeizigen French-Open-Gewinnerin der Juniorinnen ist der Vertrauensvorschuss bewusst: "Ich weiß, dass viele in mir schon den neuen deutschen Tennisstar sehen. Ich versuche aber einfach, mein Ding zu machen." Mit einem frechen Lachen auf den Lippen sagt sie: "Kim Clijsters muss sich warm anziehen." Den entscheidenden Karrierekick soll der im April diesen Jahres vollzogene Umzug nach Phoenix im US-Bundesstaat Arizona einleiten.
Beinarbeit war größtes Defizit
"Dort habe ich ideale Bedingungen, ein Konditionszentrum und die Plätze ganz nah beieinander", berichtet die Blondine. Unter Trainer Rafael Font de Mora, der auch Meghann Shaughnessy betreut, konnte sie bereits ihre Beinarbeit verbessern. "Das war eindeutig mein bisher größtes Defizit", meinte die Sandspezialistin, die seit ihrem fünften Lebensjahr dem Filzball hinterherjagt.
"Nebenbei" macht sie derzeit in Hamburg noch ihr Fern-Abitur. "Die Zeit ist natürlich knapp. Ich weiß nicht, wie lange das noch dauert", so Groenfeld: "Aber die Noten sind ganz gut." Zum Erfahrungsaustausch mit dem sportlichen Vorbild Steffi Graf hatte sie übrigens noch keine Gelegenheit. Immerhin gab es schon Kontakt mit Anke Huber.
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