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118. All England Championships in Wimbledon: Tennis: Henman löst Hype auf der Insel aus

zuletzt aktualisiert: 21.06.2004 - 11:05

London (rpo). Die 118. All England Championchips in Wimbledon (21. Juni bis 4. Juli) erleben mittlerweile die sechste Auflage des Fan-Rummels um die einzige große Hoffnung der Briten: Tim Henman. Nach dem Erfolg von Fred Perry 1936 soll mit dem 29-Jährigen mal wieder ein Einheimischer das Turnier gewinnen.

Die rot-weiße Schminke auftragen, es ist genug da, sie wurde ja auch schon am Montag für das Euro-Spiel zwischen England und Kroatien gebraucht. Eines der zahlreichen England-Fähnchen aus dem Plastikhalter vom PKW ziehen und dann Richtung Wimbledon. Dazu ein Picknick-Körbchen, warme Decke, Regenplane und mit ganz viel Hoffnung die Tennisanlage an der Church Road entern, einen Platz vor der Großbildwand auf dem Rasenhügel besetzen, der längst "Henman Hill" heißt. Am Dienstag ist es wieder so weit, Teil 1 der jährlichen Aufführung: Hype und Hoffnung um Tim Henman.

Der 29-Jährige soll es nun richten. Viermal stand er im Halbfinale des größten Tennisturniers, viermal ist er gescheitert. In jedem Jahr wird der öffentliche Druck größer. "Ist dies Henmans Jahr?", fragen fast alle Zeitungen nicht zum ersten Mal. Und diesmal schürt der sonst immer bescheidene und zurückhaltende Henman die Euphorie erstmals selbst. "Ich denke, dass ich sehr gute Chancen habe, ich habe vor keinem Spieler Angst", sagt er vor seinem Auftaktmatch gegen den Spanier Ruben Ramirez Hidalgo: "Ich will nicht bestreiten, dass ich sehr selbstbewusst bin."

Henman will nicht den Boden unter den Füßen verlieren

Henman ist stets Mensch und "Gentleman" geblieben, und das Familienleben mit Ehefrau Lucy und Tochter Rosie gehört dazu: "Dadurch bleiben die Dinge in Perspektive", meint er: "Als Topsportler könnte man sonst leicht den Boden unter den Füßen verlieren."

Sein Tennisleben aber hat er nach dem Viertelfinal-Aus 2003 geändert, das zahlt sich aus. Coach Larry Stefanski musste gehen, und Paul Annacone heuerte im November an, der ehemalige Trainer von "Rasen-Gott" Pete Sampras. "Nach der Niederlage letztes Jahr wusste ich, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich musste mich wieder auf meine Stärken besinnen", sagte Henman. Also Netzattacken und exzellentes Flugballspiel. Außerdem hat er seinen Aufschlag umgestellt, der jetzt gefährlicher und genauer ist. "Ich musste was tun, sonst wäre ich immer nur zwischen 10 und 20 in der Welt geblieben."

Mit Annacone ist das gelungen. Im November gewann er in Paris sein erstes Masters-Serien-Turnier und erreichte letzten Monat auf Sand mit seinem Angriffstennis das Halbfinale der French Open. Bis auf Platz 5 der Weltrangliste ist er inzwischen geklettert. "Wenn ich zeige, was ich kann, diszipliniert und konzentriert bleibe, werde ich viel gewinnen", sagt Henman: "Ich bin motivierter als je zuvor, und ich fühle mich stärker als je zuvor."

Tim Henman.  Foto: RPO
Tim Henman. Foto: RPO

 
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