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German Open in Berlin: Tennis: Schruff ohne Chance gegen Capriati

zuletzt aktualisiert: 04.05.2004 - 19:12

Berlin (rpo). Julia Schruff hat bei den 97. German Open in Berlin gegen die haushohe Favoritin Jennifer Capriati Lehrgeld bezahlen müssen. Ebenfalls ausgeschieden sind Anca Barna und Anna-Lena Groenefeld.

Die Krise des deutschen Damentennis hat sich fortgesetzt. Nach dem Dreifach-Aus der deutschen Damen am Dienstag findet die mit 1,3 Millionen Dollar dotierte Traditionsveranstaltung ohne Beteiligung des Deutschen Tennis Bundes (DTB) statt.

Als Letzte verabschiedete sich am frühen Abend die nationale Nummer eins Anca Barna aus Moers. 24 Stunden nach ihrem 190 Minuten langen Auftaktsieg fehlte der 26-Jährigen bei ihrer Rückkehr auf den Centre Court die nötige Frische, sie unterlag 4:6, 3:6 gegen die an Position fünf gestzte Russin Nadia Petrowa.

"Wenn die Veranstalter einen so schnell los werden wollen wie möglich, ist das schon sehr bitter. Ich hätte nach dem harten Match vom Montag nie damit gerechnet, wieder angesetzt zu werden. Der DTB setzt sich zu wenig für seine Spieler ein und sollte uns mehr schützen", schimpfte die frustrierte Barna. Am Montag hatte sie bei ihrem Auftaktsieg gegen die Australierin Nicole Pratt insgesamt 190 Minuten lang auf dem Centre Court gestanden und damit das längste WTA-Match in diesem Jahrtausend bestritten.  

Zuvor hatten sich zwei junge deutsche Hoffnungsträgerinnen wie erwartet verabschiedet. Die 21-jährige Julia Schruff aus Stuttgart, die mit einer Wildcard ins Hauptfeld gekommen war, scheiterte in ihrer Zweitrundenpartie mit 3:6, 1:6 an der US-Amerikanerin Jennifer Capriati. Während die 19 Jahre alte Anna-Lena Groenefeld aus Nordhorn, auf die Fedcup-Kapitän Klaus Eberhard in seinen Planungen vorrangig setzt, bereits in der ersten Runde mit 4:6, 2:6 gegen die Kroatin Karolina Sprem den Kürzeren zog.

Schruff enttäuscht und zufrieden zugleich

"Ich habe zuvor noch nie gegen eine Top-Ten-Spielerin gespielt. Deshalb bin ich sowohl enttäuscht als auch zufrieden", kommentierte Schruff ihren Auftritt vor 7.000 Zuschauern auf dem Center Court. Trotz einer Oberschenkelzerrung am linken Oberschenkel, die sie Anfang des zweiten Satzes aus Sicherheitsgründen tapen ließ, spielte Schruff phasenweise gut mit. "Ich war mehrfach dicht dran. Aber gegen eine solche Spielerin muss man die wichtigen Punkte machen", sagte Schruff. Während die inzwischen 28-Jährige Capriati nur das Nötigste zeigte und in den entscheidenen Phasen das Tempo steigerte, ließ vor allem der Aufschlag Schruff immer wieder im Stich.

Dennoch sieht sich die Rechtshänderin, die am kommenden Wochenende die Qualifikation für die Italian Open in Rom bestreiten wird, auf dem richtigen Weg. "Ich will weiter nach oben. Auch diese Woche in Berlin hat mich weitergebracht", erklärte die 128. der Weltrangliste, die sich mit einem Scheck über 6.300 Euro trösten durfte.

Eher trotzig reagierte Groenfeld auf ihr frühes Ausscheiden. "Meine Gegnerin hat sehr gut gespielt. Aber ich habe auch nur 70 Prozent meines Potenzials gebracht", meinte die seit knapp einem Jahr regelmäßig in Phoenix/Arizona trainierende Blondine. Gegen Sprem gelang es Groenefeld zu selten, ihr aggressives Spiel von der Grundlinie aufzubauen.

Vor allem auf den Aufschlag war kein Verlass, Sprem nutzte die Unsicherheit zu vielen direkten Punkten beim Return. "Da muss ich meine Aufschlagquote auf jeden Fall verbessern", räumte Groenefeld ein. Ihr Potenzial hatte sie erst in der Vorwoche angedeutet, als sie erst im Finale eines Challenger-Turniers in Cannes-Sur-Mer gegen die Französin Severine Beltram mit 4:6, 4:6 verloren hatte.

Verbissen kämpfte Julia Schruff gegen Jennifer Capriati um jeden Punkt.  Foto: RPO
Verbissen kämpfte Julia Schruff gegen Jennifer Capriati um jeden Punkt. Foto: RPO

 
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