"Schumi ist der Allergrößte": Tennis: Schüttler auf Marathon in Richtung Masters
zuletzt aktualisiert: 13.10.2003 - 13:27Neuss (rpo). Marathonmann Rainer Schüttler bleibt nach seinem Sieg in Lyon auf der Überholspur in Richtung Masters Cup - und hat in der Stunde des Sieges noch Zeit für einen anderen Gewinner: "Schumi ist der Allergrößte", sagte Deutschlands bester Tennisprofi. Danach konzentrierte er sich wieder auf sein nächstes Ziel: das Turnier in Madrid.
In der Stunde des Sieges zollte Rainer Schüttler einem anderen Respekt. "Michael Schumacher ist der Allergrößte", sagte Deutschlands bester Tennisspieler nach dem 7:5, 6:3 im Finale von Lyon: "Sechsmal Formel-1-Weltmeister, das wird ihm niemand nachmachen, das wird für immer einmalig bleiben." Das entscheidende Rennen in Suzuka konnte Schüttler allerdings nicht sehen, weil er schon morgens um sieben auf dem Platz stand: "An einem Turniertag, noch dazu einem Finaltag, ist man sehr mit sich selbst beschäftigt, da bleibt keine Zeit für andere Dinge."
Schon 119 Matches in diesem Jahr
Turniersiege in Tokio und Lyon, in dieser Woche Madrid, danach St. Petersburg und Paris - auf dem Weg zum Masters Cup vom 10. bis 16. November in Houston bleibt Marathonmann Rainer Schüttler auf der Überholspur. Insgesamt 119 Matches hat er in diesem Jahr bereits gespielt, 89 Einzel und 30 Doppel. Von seinen Einzeln gewann er 64, feierte dabei zwei Turniersiege, stand weitere zweimal im Finale und hat als Nummer sechs im Champions Race (568 Punkte) und im Entry System (2850) den jeweils vor ihm liegenden Argentinier Guillermo Coria (589/2990) in Sichtweite. "Bis jetzt hat sich meine Planung als richtig erwiesen", sagt Schüttler: "Von Tokio nach Lyon war es mit dem Zeitunterschied nicht ganz einfach, aber jetzt bleiben wir ja erstmal in Europa."
Einiges unterscheidet den Tennisspieler Rainer Schüttler heute von dem, der bei den Australian Open im Januar in Melbourne das Finale erreichte. "Australien hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben", sagt er: "Damals habe ich begriffen, dass ich mit den Besten der Welt auch bei den ganz großen Turnieren mithalten kann." Schnell bewies Schüttler, dass sein Erfolg in Melbourne keine Eintagsfliege war, und als er Woche für Woche auf konstant hohem Level weiterspielte, wurde sein Glaube an die eigene Stärke immer unerschütterlicher: "Aus dieser Sicherheit heraus entwickelt man dann auch in spielentscheidenden Situationen die nötige Gelassenheit, um die Big Points zu machen."
Trotz Siege sachlich und unaufgeregt
Als erster Deutscher seit Tommy Haas im Herbst 2001 (Wien und Stuttgart) gewann Schüttler zwei Turniere innerhalb einer Woche. Sollte in Madrid der dritte Coup folgen, würde er mit Boris Becker gleichziehen, dem dieses Kunststück 1986 in Sydney, Tokio und Paris gelang. Einen so sachlichen und unaufgeregten Menschen wie Rainer Schüttler interessieren Statistiken dieser Art allerdings wenig: "Zumindest nicht, bevor ich etwas erreicht habe. Ich setze mich erst damit auseinander, wenn ich Leistung gebracht habe."
Die bringt er mittlerweile auch als Einzelkämpfer, denn in Lyon war sein langjähriger Coach, Manager und Freund Dirk Hordorff nicht dabei. Egal, Schüttler hat damit kein Problem. "Wir haben jeden Tag telefoniert und über die Taktik für das nächste Match gesprochen", sagt er. Selbstständigkeit und Unabhängigkeit hat Hordorff dem jungen Rainer Schüttler einst als eine der ersten Lektionen mit auf den Weg gegeben: "Dirk war von Anfang an der Meinung, dass ich auch alleine zurechtkommen muss. Er hat mir das sehr früh vermittelt, deswegen fällt mir das heute nicht schwer." Und außerdem war ja Physiotherapeut Alex Stober mit in Lyon: "Der passt schon auf, dass ich alles richtig mache."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







