Medienbericht: Tennis-Star Puerta erneut gedopt?
zuletzt aktualisiert: 05.10.2005 - 16:15Paris (rpo). Noch vor vier Monaten feierte Mariano Puerta den größten Erfolg seiner Karriere, nun droht dem vermeintlichen Wiederholungstäter das Ende seiner Tenniskarriere. Der Argentinier wurde nach einem Bericht der französischen Sporttageszeitung L'Equipe nach seiner Finalniederlage Anfang Juni bei den French Open in Paris gegen den Spanier Rafael Nadal positiv auf die Stimulans Etilefrin getestet. Dieses wird im Regelfall bei niedrigem Blutdruck eingesetzt.
Puerta muss nun mit einer lebenslangen Sperre rechnen. Denn der 27-Jährige ist kein Ersttäter, bereits 2003 war er nach einem Positiv-Test auf Clenbuterol für neun Monate gesperrt worden. Die Spielervereinigung ATP bestätigte zwar einen Dopingfall in Paris, will den Namen des betroffenen Spielers laut ATP-Sprecher Pete Holterman offiziell aber erst nach einer Anhörung veröffentlichen.
Puerta, der sich nach seiner ersten Dopingsperre von Nummer 440 der Entry List inzwischen bis unter die Top Ten hochgearbeitet hat, bestritt umgehend die Einnahme verbotener Substanzen. "Ich bin entsetzt. Das ist eine delikate Angelegenheit, an der nichts Wahres dran ist", erklärte der Linkshänder, der derzeit beim ATP-Turnier in Tokio aufschlägt und dort in der dritten Runde steht.
"Die Zeitung hat überhaupt keine Beweise"
Zudem habe er bislang weder Nachricht von der ATP oder dem Weltverband ITF erhalten. Puerta: "Die Zeitung hat überhaupt keine Beweise. Ich habe nichts eingenommen, das ich nicht nehmen sollte. Seit meinem ersten Positiv-Test bin ich sehr vorsichtig. Aber wenn es einen Argentiner gibt, der positiv getestet wurde, dann lasst ihn uns finden."
Tatsächlich ist Puerta nicht der einzige "Gaucho" im Tenniszirkus mit Dopingvergangenheit. Insgesamt wurden in den vergangenen fünf Jahren fünf Argentinier positiv getestet. Erst vor zwei Monaten war Guillermo Canas wegen der Einnahme eines Diuretikums für zwei Jahre gesperrt worden.
Martin Rodriguez bekam 2003 wegen Dopings seine Weltranglistenpunkte und Siege aberkannt, 2001 wurde der letztjährige French-Open-Finalist Guillermo Coria wegen Nandrolon-Doping für sieben Monate aus dem Verkehr gezogen. Im Jahr 2000 musste Juan Ignacio Chela (Steroid-Missbrauch) für drei Monate pausieren.
Gleiches Labor veröffentlichte positive Armstrong-Proben
Erst am Dienstag hatten sich die ATP und der Weltverband ITF auf ein gemeinsames Anti-Doping-Programm geeinigt, um einheitlich und im Rahmen der Regeln der Welt-Antidoping-Agentur WADA vorgehen zu können. In den vergangenen Jahren hatte es zudem wegen teilweise von der ATP ausgegebenen verunreinigten Nahrungsergänzungsmittel immer wieder positive Proben und große Diskussionen um das Thema Doping gegeben.
Laut L'Equipe wurden Puertas aktuelle Dopingproben in dem IOC-Labor in Chatenay-Malabry nahe Paris analysiert. Von dort stammen auch die Positiv-Tests des siebenmaligen Tour-de-France-Siegers Lance Armstrong (USA) auf das Blutdopingmittel Epo. Auch im "Fall Armstrong" hatte die L'Equipe Mitte August den Namen des Sportlers veröffentlicht.
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