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Kurzbahn-WM in Indianapolis: Titelkämpfe für Phelps beendet - Rupprath holt Bronze

zuletzt aktualisiert: 09.10.2004 - 12:00

Indianapolis (rpo). Bei der Kurzbahn-WM in Indianapolis hat Thomas Rupprath am Tag des verletzungsbedingten Rückzuges von Superstar Michael Phelps seine Medaillenjagd mit Bronze über 100 Meter Rücken eröffnet.  Nun hofft er auf Gold im Sprint.

Der Europarekordhalter war in 51,20 Sekunden nur 48 Hundertstel langsamer als Olympiasieger Aaron Peirsol aus den USA, der in 50,72 Sekunden souverän vor Matt Welsh aus Australien (51, 04) gewann. Stev Theloke aus Chemnitz belegte in 52,77 Sekunden Rang sechs.

"Es ist keine Schande, gegen den Olympiasieger zu verlieren", sagte Rupprath nach dem Rennen erleichtert: "Ich habe mich von Wettbewerb zu Wettbewerb gesteigert und freue mich nun auf den Sprint." Im Vorlauf über 50 m Rücken unterstrich der 27 Jahre alte Weltrekordler (23,23) seine Goldambitionen mit der Bestzeit von 23, 93 Sekunden und ließ dabei Peirsol (24,19) sowie Welsh (24,25) hinter sich. "Gold bei einer Kurzbahn-WM fehlt mir noch in meiner Sammlung", hatte Rupprath vor seinem Abflug in die USA gesagt.

Auch Stev Theloke war mit seinem 100-m-Auftritt zufrieden: "Im Finale Bestzeit, das ist doch schon einmal was." Über 50 m Rücken qualifizierte sich Theloke in 25,05 Sekunden als Zehnter fürs Halbfinale. Der Hamburger Carsten Dehmlow, der sich Bestzeit im Finale über 50 m Freistil in Indianapolis zum Ziel gesetzt hatte, schied dagegen als Neunter des Halbfinales aus. In 22,06 Sekunden blieb Dehmlow 35 Hundertstelsekunden über seinem eigenen deutschen Rekord (21,71). Simone Weiler aus Heidelberg belegte im Finale über 50 m Brust in 31,31 den 6. Rang.

Indianapolis bleibt auch nach dem verletzungsbedingten Rückzug des sechsmaligen Olympiasiegers Phelps eine Domäne der USA, 10 von 13 Entscheidungen an zwei Finaltagen endeten im mobilen 25-Meter-Pool im Conseco Fieldhouse mit Siegen des Stars and Stripes-Team. Die Absage von Phelps kam fast schon nicht mehr unerwartet, nachdem der Superstar schon nach seiner ersten Goldmedaille mit Rückenschmerzen zu kämpfen hatte. Der 19-Jährige sagte auf Anraten der Teamärzte alle weiteren Wettbewerbe ab: "Ich bin sehr traurig, aber sie haben entschieden, dass es besser für mich ist, in Indianapolis nicht weiter zu schwimmen. Wenn das meine Zukunft gefährdet, ist das sicher die richtige Entscheidung."

Unter Schmerzen Weltmeister

Am zweiten Tag hatte der 19-Jährige bereits den Vorlauf über 400 m Lagen abgesagt und damit auf sein zweites programmiertes WM-Gold in Indianapolis verzichtet. Der Olympiasieger aus Baltimore begründete seinen Schritt mit seinem offenbar doch schwerer lädierten Rücken. In Abwesenheit von Phelps gewann der Tunesier Oussama Mellouli in 4:07,02 Minuten im Endlauf das erste WM-Gold für sein Land vor dem Briten Robin Francis.

Zum Auftakt hatte Phelps, der bei den Olympischen Spielen mit sechs Gold- und zwei Bronzemedaillen die Konkurrenz phasenweise zu Statisten degradiert hatte, über 200 m Freistil in 1:43,59 Minuten seinen ersten Kurzbahn-Weltmeistertitel geholt und dabei den US-Rekord von Josh Davis (1:44,10) von Athen 2000 um 51 Hundertstelsekunden gesteigert. Auch nach diesem Rennen hatte Phelps schon über Schmerzen geklagt und trat nach seiner Absage bereits die Heimreise nach Baltimore an, um sich dort weiteren Untersuchungen zu unterziehen. Teamarzt Jim Johnson: "Die Verletzung hätte sich bei Fortsetzung der Wettbewerbe verschlimmert, und das ist mit Rücksicht auf seine Karriere in Richtung Peking 2008 nicht vertretbar."

Über 100 m Brust gewann Brendan Hansen (58,45) ebenso souverän wie seine US-Teamkollegen Ian Crocker über 100 m Schmetterling (50, 18) und Haley Cope über 100 m Rücken (59,03). Der deutsche "Oldie" Mark Warnecke war schon im Brust-Vorlauf (1:01,71) ohne jede Chance ausgeschieden.

Quelle: sid

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