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5:7, 3:6 gegen Andy Roddick: Toronto: Kiefer trotz Niederlage zufrieden

zuletzt aktualisiert: 02.08.2004 - 09:29

Toronto (rpo). Trotz Niederlage wirkte Nicolas Kiefer nach seinem Ausscheiden beim Masters-Turnier in Toronto zufrieden: Der Niedersachse verlor die Neuauflage des letztwöchigen Indianapolis-Finales gegen Titelverteidiger Andy Roddick.

Kiefer unterlag im Halbfinale mit 5:7, 3:6. Doch auch Roddick zog später den Kürzeren: im Endspiel verlor er gegen Wimbledonsieger Roger Federer. Der topgesetzte Schweizer gewann 7:5, 6:3.

Kiefer betrachtete die Niederlage nicht als Rückschlag: "Okay, jetzt hat Andy mich innerhalb einer Woche zweimal geschlagen, aber vergleichen kann man die beiden Spiele nicht: im Finale von Indy war ich chancenlos. Dieses Mal war ich ein großes Stück näher dran, habe mich viel besser gefühlt, hatte Breakchancen, sogar 0:40. Doch dann holt er seine Kanonenaufschläge raus oder ich war ein Minimum zu spät am Ball, was mir eben gegen ihn nicht passieren darf."

Für Roddick war das Halbfinalspiel das längste Match der Woche. Bei dem 142-minütigen Fight musste der US-Open-Sieger im ersten Satz drei Breakbälle abwehren. Im zweiten Satz leitete der an Nummer zwei gesetzte US-Profi mit einem Break im sechsten Spiel seinen 38. Saisonsieg ein.

Kiefer, der in nun drei Duellen mit Roddick noch nie gewann, hatte im Viertelfinale Andre Agassis Bezwinger Jürgen Melzer (Österreich) 3:6, 6:1, 6:1 geschlagen und damit seinen Siegeszug auf den nordamerikanischen Hartplätzen fortgesetzt. Viermal stand er in diesem Jahr schon in einem Finale. In Memphis (gegen Joachim Johansson), Scottsdale (gegen Vince Spadea), Los Angeles (gegen Tommy Haas) und zuletzt in Indianapolis gegen Roddick zog er allerdings jedesmal den kürzeren und wartet daher weiter auf seinen ersten Turniersieg seit Oktober 2000 in Hongkong.

Den will "Kiwi" nun in der kommenden Woche landen: "Jetzt gehts nach Cincinnati, aber erst gibts einen Tag ohne Schläger und ein bisschen Ausruhen. In der ersten Runde muß ich gegen Joachim Johansson ran, der hier auch im Viertelfinale stand. Aber darum mache ich mir noch keinen Kopf."

Für den 27-jährigen Kiefer läuft die Vorbereitung für die am 30. August beginnenden US Open nach Plan. "Das Turnier hier hat mir eine Menge Selbstvertrauen gegeben. Es geht immer weiter aufwärts und doch sehe ich immer wieder, woran ich arbeiten muss. Jetzt muss ich eine gute Balance aus Pausen und Spielen finden. Müde bin ich aber nicht, ich habe sogar Heißhunger auf weitere Erfolge. Die können nämlich süchtig machen."

Süchtig nach Rekorden scheint Federer zu sein, obwohl der Eidgenosse dies bestreitet. "Ich bin nicht hier, um Rekorde zu brechen. Ich will das Turnier gewinnen," sagte Federer nach seinem 4:6, 6:3, 6:2-Halbfinalerfolg über den Schweden Thomas Johansson. Einen Tag später machte er im Match gegen Roddick mit seinem 57. Sieg im 61. Saisonspiel den achten Turniergewinn nach Melbourne, Dubai, Indian Wells, Hamburg, Halle, Wimbledon und Gstaad in diesem Jahr perfekt.

Zuletzt hatte der Australian-Open-Sieger in der dritten Runde der French Open gegen den Brasilianer Gustavo Kuerten als Verlierer einen Tennisplatz verlassen, danach hat er bis jetzt 23 mal in Folge gewonnen. Dies ist die längste Siegesserie im internationalen Tennis seit fünf Jahren. 1999 hatte der siebenmalige Wimbledonsieger Pete Sampras aus den USA 24 Matches in Folge gewonnen.

Zudem schaffte Federer in Toronto eine weitere Bestmarke. Drei Erfolge hintereinander bei Gras-, Sand- und Hartplatzturnieren hatte zuletzt Björn Borg 1979 gefeiert.


ATP-Turnier in Toronto/Kanada (2,5 Millionen Dollar):

Viertelfinale: Nicolas Kiefer (Hannover) - Jürgen Melzer (Österreich) 3:6, 6:1, 6:1, Roger Federer (Schweiz/Nr. 1) - Fabrice Santoro (Frankreich) 7:5, 6:4, Andy Roddick (USA/TV/Nr. 2) - Jan Hernych (Tschechien) 6:4, 6:2, Thomas Johansson (Schweden) - Joachim Johansson (Schweden) 6:3, 7:6 (7:5)

Halbfinale: Andy Roddick - Nicolas Kiefer 7:5, 6:3, Roger Federer - Thomas Johansson 4:6, 6:3, 6:2

Finale: Roger Federer - Andy Roddick 7:5, 6:3

Doppelfinale: Mahesh Bhupathi/Leander Paes (Indien/Nr. 8) - Jonas Björkman/Max Mirnij (Schweden/Weißrussland/Nr. 2) 6:4, 6:2


WTA-Turnier in San Diego/Kalifornien (1,3 Millionen Dollar):

Viertelfinale: Wera Swonarewa (Russland) - Serena Williams (USA/Nr. 1)-Aufgabe Serena Williams, Anastasia Myskina (Russland/Nr. 3) - Maria Sharapova (Russland/Nr. 6) 7:5, 6:2, Lindsay Davenport (USA/Nr. 4) - Ai Sugiyama (Japan/Nr. 8) 6:1, 6:3, Jelena Dementjewa (Russland/Nr. 5) - Amy Frazier (USA) 6:2, 6:1

Halbfinale: Anastasia Myskina - Wera Swonarewa 6:2, 6:7 (4:7), 7:6 (17:15), Lindsay Davenport - Jelena Dementjewa 6:2, 6:4

Finale: Anastasia Myskina - Lindsay Davenport 6:1, 6:1

Doppelfinale: Cara Black/Rennae Stubbs (Simbabwe/Australien/Nr. 2) - Virginia Ruano-Pascual/Paola Suarez (Spanien/Argentinien/Nr. 1) 4:6, 6:1, 6:4


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