Der Star ist das Pferd: Totilas bekommt neue Website und spricht
zuletzt aktualisiert: 06.06.2012 - 18:11Balve/Berlin (RPO). Der Trend ist unverkennbar. Pferde werden zu Superstars aufgebaut und sollen dem Reitsport zu mehr Beachtung verhelfen. Totilas geht mal wieder mit bestem Beispiel voran.
Ein Starschnitt zum Herunterladen, ein A-Z mit dem Hinweis auf seine Lieblingsspeise, die Verlosung eines "Meet und Greet": Die neue Website von Millionenpferd Totilas lässt keine Wünsche offen und macht einen Trend deutlich. Das Pferd wird zum Star und soll sich und dem Reitsport zu mehr Popularität verhelfen.
Totilas kann jedenfalls sogar sprechen. Zumindest auf der neuen Website (www.totilas.com). Der niederländische Rapphengst begrüßt seine Fans artig ("Willkommen auf meiner ersten offiziellen Homepage"), klärt über das Design seiner Seite auf ("Ich habe mich für ein elegantes Schwarz entschieden - warum, das liegt ja auf der Hand") und verabschiedet sich schließlich ganz brav ("Bis bald! Euer Totilas!").
Die Vermenschlichung des Pferdes dient vor allem dem besseren Austausch mit jüngeren Fans. Für sie hat der Vierbeiner auch ein Gewinnspiel parat. Die Kinder müssen nur ein Bild von Totilas gestalten, dann winkt ein toller Gewinn, von dem das Pferd selbst berichtet: "Ihr könnt einen ganzen Tag mit mir verbringen und mich dabei beobachten, wie ich fertig gemacht werde, trainiere oder auf der Rennbahn spazieren gehe."
Für die zuständige Vermarktungsagentur ist die eigene Homepage eines Turnierpferdes nur eine logische Folge. "Wir wollten eine Plattform schaffen, damit die vielen Fans weltweit die Chance haben, Informationen zu erhalten. Totilas ist ein Sportstar wie Michael Schumacher, der wie Schumacher auch eine eigene Seite haben soll", sagt Totilas-"Manager" Kai Meesters.
Die Website ist Teil der neuen Vermarktungsoffensive, zu der auch noch ein Facebook-Auftritt gehört. Das Ziel: Dressurhengst Totilas soll ein Dauerthema in der Öffentlichkeit bleiben und bei Werbekunden Begehrlichkeiten wecken. So kann er einen Teil seiner hohen Kaufsumme von geschätzten zehn Millionen Euro selbst wieder reinholen.
Bleibt nur zu hoffen, dass vor lauter Foto-Terminen und Fan-Treffen die Leistungen des Pferdes nicht leiden. Schon im vergangenen Jahr lief die Vermarktung auf Hochtouren, wurden Armbänder und Kaffeetassen en masse verkauft. Doch am Ende strauchelte das Paar im Wettkampf-Viereck, bei der EM in Rotterdam sprang nur Platz fünf in der Kür heraus.
Doch Totilas ist im Reitsport kein Einzelfall. Die Topferde werden immer häufiger vermarktet und auch abseits der Turniere in die Öffentlichkeit gezerrt. Die Webcam im Stall ist längst keine Seltenheit mehr, der viermalige Springreit-Olympiasieger Ludger Beerbaum schickte schon vor Jahren Bilder von seinem Top-Pferd Gotha Tag und Nacht in die weite Welt hinaus. Zwecks Vermarktung gab es, so erzählte Beerbaum einmal, auch bereits Kontakt zur gleichnamigen Stadt in Thüringen, eine Kooperation kam jedoch nicht zustande.
Branchenführer bei der Vermarktung bleibt jedoch Totilas, der via Website und Facebook über alles und jedes informiert. Bereits von den deutschen Meisterschaften am Wochenende in Balve werden Impressionen aus dem Stall und Totilas Umgebung gepostet. Reiter Matthias Rath ist glücklich darüber: "Ich freue mich, dass nun auch Totilas eine eigene Homepage hat und die Fans weltweit noch mehr an ihm Teil haben können"." Ach ja, die Lieblingsspeise von Totilas ist nun auch bekannt. Dabei handelt es sich um .... nein, am besten selber nachschauen.










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