Australian Open: Traumhafter Einstieg für deutschen Nobody
zuletzt aktualisiert: 15.01.2005 - 12:09Melbourne (rpo). Der deutsche Jungprofi Dieter Kindlmann hat sich über die Qualifikation ins Hauptfeld der Australian Open gespielt und damit einen Traum verwirklicht: In der ersten Runde wurde ihm Andre Agassi zugelost. Und: Kindlmann scheint nicht cancenlos.
Der 22-Jährige trifft auf einen leicht angeschlagenen Agassi, gegen den er in der rund 16.000 Zuschauer fassenden Rod Laver Arena spielen wird. Auch der zweite erfolgreiche Qualifikant, Björn Phau, trifft in dem früheren French-Open-Sieger Albert Costa aus Spanien auf einen prominenten Gegner.
Von den insgesamt 12 Deutschen beim ersten Höhepunkt des Jahres müssen am ersten Turniertag auch die Daviscupspieler Tommy Haas (gegen Xavier Malisse/Belgien), Nicolas Kiefer (gegen Olivier Rochus/Belgien) und Rainer Schüttler (gegen Olivier Patience/Frankreich) antreten. Zudem spielen Anca Barna aus Nürnberg gegen Asagoe Shinobu aus Japan und die Nordhornerin Anna-Lena Grönefeld gegen Severine Beltrame aus der Schweiz.
Hüftverletzung
Kindlmann trifft am Montag auf einen nicht ganz gesunden Andre Agassi. Der viermalige Melbourne-Champion, der am Donnerstag beim Einladungsturnier "Kooyong Classic" nur wenige Kilometer vom Australian-Open-Gelände entfernt eine Hüftverletzung erlitten hatte, gab erst nach einem weiteren Trainingsmatch gegen den Briten Tim Henman am Samstag grünes Licht für die Australian Open. "Das war ein gutes Zeichen heute. Ich plane, zu spielen. Aber perfekt ist es noch nicht, deshalb schaue ich von Tag zu Tag", meinte Agassi.
Im Kooyong-Stadion unterstrich Roger Federer seine Ansprüche auf die erneute Thronbesteigung in Melbourne. Der Schweizer bezwang im Finale den Weltranglistenzweiten Andy Roddick 6:4, 7:5 und behielt damit im zehnten Duell mit dem US-Boy zum neunten Mal die Oberhand. "Ich fühle mich noch besser als letztes Jahr in Melbourne. Aber es ist anders als damals, weil ich ohne Trainer hier bin. Deshalb lastet sehr viel Druck auf mir", erklärte Federer.
Hewitt macht Aussies Hoffnung
Hoffnungen bei den Gastgebern auf einen lang ersehnten Heimsieg weckten unterdessen Lleyton Hewitt und Alicia Molik. Der topgesetzte Hewitt gewann das Finale beim ATP-Turnier in Sydney gegen Überraschungsfinalist Ivo Minar aus Tschechien 7:5, 6:0. Molik setzte sich beim WTA-Turnier an gleicher Stelle in einem rein australischen Endspiel gegen Samantha Stosur 6:7, 6:4, 7:5 durch.
Beim ATP-Turnier in Auckland setzte sich Doppel-Olympiasieger Fernando Gonzalez aus Chile im Endspiel 6:4, 6:2 gegen Kiefer-Gegner Olivier Rochus druch. Das Doppel-Turnier gewann Michael Kohlmann (Oberhausen) an der Seite von Yves Allegro (Schweiz) gegen Simon Aspelin/Todd Perry (Schweden/Australien) 6:4, 7:6 (7:4). Das Finale beim WTA-Turnier in Canberra entschied Ana Ivanovic aus Serbien und Montenegro gegen Melinda Czink (Ungarn) mit 7:5, 6:1 für sich.
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