Davenport im Eiltempo: US-Open: Burgsmüller verschenkt Sieg
zuletzt aktualisiert: 29.08.2003 - 22:24New York (rpo). Nach einem unerklärlichen Einbruch hat Lars Burgsmüller den erstmaligen Einzug in die 3. Runde der US Open verschenkt.
Der 27 Jahre alte Daviscup-Spieler verlor nach einer 2:0- Satzführung noch 6:4, 6:2, 2:6, 2:6, 0:6 gegen den Niederländer Sjeng Schalken. Dem letztjährigen Halbfinalisten genügte eine allenfalls durchschnittliche Leistung, um erstmals nach einem 0:2-Rückstand noch in fünf Sätzen zu gewinnen.
Der 26-Jährige siegte im sechsten Aufeinandertreffen damit zum vierten Mal nacheinander. Nach Burgsmüllers Niederlage standen sich auf dem selben Platz Rainer Schüttler und Nicolas Kiefer gegenüber, der Sieger erreichte als einziger von zwölf gestarteten Deutschen die letzten 32.
Burgsmüller schlug zunächst unglaublich stark auf und gab im ersten Satz bei eigenem Service nicht einen einzigen Punkt ab. Andererseits war Schalken weit von seiner Bestform entfernt und erlaubte sich viele Unaufmerksamkeiten. Mit einem Doppelfehler schenkte er Burgsmüller den ersten Satz.
Im zweiten Durchgang hieß es schnell 5:0, einen Aufschlagverlust zum 5:2 machte der Freund von Rainer Schüttler sofort mit einem eigenen Break weg. Den Rhythmus beim eigenen Service, das er danach gleich noch drei Mal nacheinander abgab, hatte der Schützling von Trainer Dirk Hordorff jedoch verloren.
Dazu reihte sich in einer nur selten ansehnlichen Partie plötzlich Fehler an Fehler. Die Entscheidung war nach einem Break zum Auftakt im fünften Satz gefallen, als diesmal Burgsmüller ein Doppelfehler unterlief. Nach dem nächsten Break zum 0:3 ließ er sich - offenbar von Oberschenkel-Krämpfen geplagt - zwar massieren, doch das nützte bei zunehmender Schwüle nichts mehr.
Lindsay Davenport eilt dagegen weiter von Sieg zu Sieg und erreichte als erste Spielerin das Achtelfinale. Die Olympiasiegerin von 1996 benötigte lediglich 42 Minuten für ihren 6:0, 6:2-Erfolg über die überforderte Ungarin Melinda Czink und gab in den ersten drei Partien nur neun Spiele ab.
"Wegen meines Fußes bin ich ganz froh, dass die Spiele in dieser Woche so schnell zu Ende gingen", sagte die US-Open-Siegerin von 1998, die von einem entzündeten Nerv im linken Fuß behindert wird. "Meine Erwartungen sind deshalb nicht ganz so hoch, wie sie es ohne diese Verletzung wären.
Ich ordne mich deshalb hinter Kim Clijsters, Justine Henin-Hardenne und Jennifer Capriati ein. Trotzdem ist es ohne die Williams-Schwestern natürlich eine große Chance." Im Achtelfinale wartet der erste echte Test auf Lindsay Davenport. Gegnerin ist French-Open-Halbfinalistin Nadja Petrowa. Die Russin ließ sich vom Spiel der südafrikanischen Ballmaschine Amanda Coetzer nicht einschläfern und gewann ebenfalls ganz klar mit 6:0, 6:1. Weiter kam auch die Russin Jelena Lichowtsewa durch ein 7:6 (7:4), 6:4 über Fabiola Zuluaga aus Kolumbien.
Bei den Herren erreichten die Finalisten der vergangenen beiden Wimbledon-Turniere die 3. Runde. Der Australier Mark Philipoussis hatte wenig Mühe beim 6:2, 6:3, 6:4 über den Franzosen Anthony Dupuis. David Nalbandian musste zwei Tage nach seinem Erfolg über das deutsche Talent Philipp Kohlschreiber zittern. Der Argentinier gewann knapp mit 5:7, 6:3, 6:1, 4:6, 6:6 (7:3) den Finnen Jarkko Nieminen.
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