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Sicherer Erfolg gegen den Brasilianer Ricardo Mello: US Open: Haas folgt Kiefer

zuletzt aktualisiert: 06.09.2004 - 09:43

New York (rpo). Tommy Haas ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat nach einem sicheren Erfolg über Außenseiter Ricardo Mello das Achtelfinale der US Open erreicht. Sein Gegner steht noch nicht fest.

Pünktlich zum anstehenden amerikanischen "Tag der Arbeit" legten Deutschlands Tennis-Stars damit bei den US Open eine Kurzschicht ein. Tommy Haas besiegte am Sonntag den brasilianischen Qualifikanten Ricardo Mello mit 6:2, 6:3, 7:5 und folgte damit nach 1:57 Stunden und dem ersten Matchball Nicolas Kiefer ins Achtelfinale des letzten Grand Slam-Turnier des Jahres.

Kiefer hatte sich am Vortag mit einem glatten 6:4, 6:0, 6: 1-Erfolg über Thomas Johansson für die Runde der letzten 16 qualifiziert. Dort wartet mit dem britischen Serve- und Volley-Spezialisten Tim Henman allerdings eine schwierige Hürde. Haas trifft einen Tag später auf den Sieger der Begegnung zwischen Michail Juschni (Russland) gegen Tomas Berdych (Tschechien).

Tommy Haas hatte gegen seinen weitgehend unbekannten Gegner im Auftaktspiel des Arthur Ashe Stadiums zunächst leichtes Spiel. Nach einer halben Stunde war der erste Satz gewonnen, beim Stand von 4:3 setzte der Deutsche im zweiten Durchgang die Weichen mit einem erneuten Break endgültig auf Sieg. Keinen einzigen Breakball konnte sich Mello bis dahin erarbeiten, ein Verdienst des fast fehlerfreien Angriffsspiels von Haas, der erst im dritten Durchgang etwas mehr Mühe hatte.

Kiefer mit Wut im Bauch

Mit Wut im Bauch hatte sich Kiefer den Frust von der Seele gespielt. "Ich war unglaublich heiß auf dieses Spiel, weil Johansson mich in der Presse schlecht gemacht hat. Dass ich mich mit einem fast perfekten Match rehabilitiere, wird mein Selbstvertrauen weiter stärken", sagte der deutsche Daviscupspieler, der damit nach 2000 zum zweiten Mal in seiner Karriere ins Achtelfinale von Flushing Meadows vordrang.

Kiefer ist allerdings fest entschlossen, dem Serve- und Volley-Spezialisten aus Oxford am Montag den 30. Geburtstag zu verderben. Die Chancen dazu stehen nicht schlecht, glaubt der Niedersachse, schließlich hätte er sich in New York von Spiel zu Spiel gesteigert: "Ich habe die Waffen, einen wie ihn zu schlagen."

Es war mehr als klammheimliche Freude, die Kiefer nach seiner 90-minütigen Tennis-Lektion ins Gesicht geschrieben stand. Nur zu Beginn des Matches hatte er den Australian-Open-Champion von 2002 mitspielen lassen, doch dann fand sich der Schwede zumeist an der Grundlinie in Verteidigungsposition.

Psychologischer Zeitungstrick

Glaubt man Kiefer, trug der Bericht einer Stockholmer Zeitung, den ihm sein schwedischer Coach Thomas Hoegstedt in den Tagen vor dem Spiel mehr als einmal vorlas, wesentlich zu der bisher besten Leistung des Turniers bei. In der Story charakterisiert Johansson Kiefer als einen Spieler, der während des Matches über kurz oder lang den Faden und danach meistens auch die Begegnung verliert.

"Die Zeiten haben sich geändert", sagte Kiefer und bemühte als Indiz die Statistik. Nur 14 vermeidbare Fehler standen für ihn zu Buche (Johansson 35), dazu hämmerte er seinem Widersacher 15 Asse ins Feld. Als beim Stand von 5:1 und 0:40 im 3. Satz ein Rebreak drohte, holte "Kiwi" im Geiste ein letztes Mal die schwedische Gazette hervor und verdrängte alle Selbstzweifel: "Nicht noch einmal, nicht mit mir." Fünf Minuten später war die Begegnung beendet: "Spiel, Satz und Genugtuung Kiefer."

Federer problemlos

Wie Kiefer erreichten auch der topgesetzte Roger Federer (gegen Fabrice Santoro) und Andre Agassi (gegen Jiri Novak) problemlos das Achtelfinale. Der US-Superstar trifft nun auf seinen Freund und Trainingspartner Sargis Sargsian (Armenien), der den Franzosen Paul-Henri Mathieu in einem gut vierstündigen Fünfsatzmatch ausschaltete.

Ebenfalls in fünf Sätzen scheiterte überraschend der an Nummer drei gesetzte Carlos Moya (Spanien) am Belgier Oliver Rochus. Bei den Damen verabschiedete sich in der Russin Maria Scharapowa (6:4, 2:6, 3:6 gegen Mary Pierce) eine der Favoritinnen aus dem Turnier. Die Wimbledonsiegerin spielte wie alle ihre Landsleute wegen des Schul-Massakers in Beslan mit Trauerflor.

Quelle: sid

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