Trotz Trennung von Trainer Ayme: US Open: Haas steht in Runde zwei
zuletzt aktualisiert: 30.08.2005 - 12:14New York (rpo). Tommy Haas ist Julia Schruff als zweiter deutscher Teilnehmer in die zweite Runde der 125. US Open in New York gefolgt. Der Davis-Cup-Spieler hatte dabei mit dem australischen Qualifikanten Peter Luczak nur im ersten Satz Probleme und siegte letztendlich doch souverän in vier Durchgängen.
Beim 3:6, 6:3, 6:2, 6:3-Erfolg saß natürlich Patrik Kühnen in der Spielerloge. Als Davis-Cup-Kapitän muss der Münchner beim vierten Grand-Slam-Turnier des Jahres seine Spieler vor der Partie um den Aufstieg in die Weltgruppe in gut drei Wochen gegen Tschechien beobachten. Wie immer in New York schaute sich auch Haas' alter Mentor Nick Bollettieri das Spiel an. Nicht dabei aber war Red Ayme, der Haas mit kleinen Pausen seit seinem Einstieg als Tennisprofi vor fast zehn Jahren betreut hat.
Doch ausgerechnet vor den US Open hat Haas seinen langjährigen Coach praktisch gefeuert: "Wir haben nach einem Gespräch vor zehn Tagen beschlossen, in Zukunft unterschiedliche Wege zu gehen", erklärte der gebürtige Hamburger, "Red kann mir nicht mehr weiterhelfen." Statt dessen möchte er Kühnen als seinen Privatcoach verpflichten, der bereits im letzten halben Jahr Haas immer mal auf Turnieren betreut hat, wenn es nötig war. "Ich habe immer ein gutes Gefühl, wenn er dabei ist", sagte Haas, "und ich brauche jetzt einen Coach, der selbst mal ein Topspieler war."
Kühnen und Haas haben in New York bereits über diesen Plan gesprochen. "Ich stehe dem Wunsch von Tommy grundsätzlich positiv gegenüber", bestätigte der 39-Jährige, "es steht für mich aber außer Frage, dass ich meinen Vertrag als Davis-Cup-Kapitän erfüllen werde. "Der Tommy ist da ein bisschen vorgeprescht."
Kein Full-Time-Job beim DTB
Der Kontrakt mit dem Deutschen Tennis Bund (DTB) läuft schließlich noch bis einschließlich nächstes Jahr. Es ist jedoch kein Full-Time-Job, sondern beschränkt sich auf die Betreuung und Sichtung bei wichtigen Turnieren und den Mannschaftswettbewerben. Auf jeden Fall wird er das deutsche Team auf die Partie vom 24. bis 26. September in Liberec gegen Tschechien vorbereiten.
Unruhe um seine Zukunft kann da nicht helfen. "Wenn wir dort eine Chance haben wollen, muss Tommy eine sehr gute Leistung bringen", sagt Florian Mayer. Der Bayreuther schied chancenlos mit 1:6, 0:6, 2:6 gegen den praktisch fehlerfrei aufspielenden Russen Michael Juschni aus. "So eine Abfuhr ist natürlich frustrierend", sagte Mayer, "Juschni hat alles getroffen und praktisch nur Winner gespielt. Ich konnte nichts machen." Auch Tomas Behrend (Alsdorf) stand gegen den Schweden Jonas Björkman bei seiner 3:6, 3:6, 0:6-Niederlage auf verlorenem Posten.
Am Montag waren zuvor bereits Philipp Kohlschreiber (Bamberg) und Tobias Summerer (Freising) auf der Strecke geblieben. Rainer Schüttler, Nicolas Kiefer, Alexander Popp und Björn Phau waren erst für Dienstag angesetzt, Lars Burgsmüller gar erst am Mittwoch. So war Haas nach dem ersten Tag der einzige der immerhin zehn deutschen Herren im Hauptfeld, der die zweite Runde erreicht hat. "Es ist nach meiner langen Verletzungspause schwierig, den Rhythmus zu finden, da ist jedes Spiel ein Bonus", sagte Haas, "ich brauche Spielpraxis und Selbstvertrauen. Ein bisschen schaue ich schon Richtung Daviscup."
Scheitern gegen Tschechien könnte Folgen haben
Bei einem Scheitern gegen die Tschechen könnte sich auch in Sachen Kühnen ganz schnell eine neue Situation ergeben. "Mit DTB-Präsident Georg von Waldenfels und Sportdirektor Klaus Eberhardt habe ich noch nicht gesprochen", sagte Kühnen, "vor dem Match gegen die Tschechen wird es so ein Gespräch auch nicht geben."
Dem dreimaligen Davis-Cup-Champion ist auch klar, dass eine Doppeltätigkeit für einen Spieler und einen Verband zu Komplikationen führen kann. "Ich könnte natürlich nicht für Tommy arbeiten, wenn ich für den DTB unterwegs bin, wie bei Grand-Slam-Turnieren", meint er, "und auch sonst würde ich mich bei Spielen gegen andere Deutsche strikt neutral verhalten."
125. US Open in New York (17,742 Millionen Dollar), 1. Spieltag:
Herren, 1. Runde: Tommy Haas (Sarasota-USA/Nr. 29) - Peter Luczak (Australien) 3:6, 6:3, 6:2, 6:3, Jonas Björkman (Schweden) - Thomas Behrend (Alsdorf) 6:3, 6:3, 6:0, Michail Juschni (Russland/Nr. 24) - Florian Mayer (Bayreuth) 6:1, 6:0, 6:2, Andre Agassi (USA/Nr. 7) - Razvan Sabau (Rumänien) 6:3, 6:1, 6:3, Guillermo Coria (Argentinien/Nr. 8) - Felix Mantilla (Spanien) 7:6 (7:5), 6:1, 6:3, Brian Baker (USA) - Gaston Gaudio (Argentinien/Nr. 9) 7:6 (11:9), 6:2, 6:4, Mariano Puerta (Argentinien/Nr. 10) - Noam Okun (Israel) 7:6 (7:4), 6:7 (3:7), 6:4, 6:0, Richard Gasquet (Frankreich/Nr. 13) - Alberto Martin (Spanien) 6:2, 6:3, 1:6, 6:7 (4:7), 6:4, Thomas Johansson (Schweden/Nr. 14) - Mariano Zabaleta (Argentinien) 6:3, 6:4, 6:3, Tommy Robredo (Spanien/Nr. 19) - Daniele Bracciali (Italien) 3:6, 6:3, 6:4, 6:2, Jiri Novak (Tschechien/Nr. 23) - Dick Norman (Belgien) 6:4, 6:4, 6:2, Robin Söderling (Schweden) - Juan Ignacio Chela (Argentinien) 6:7 (3:7), 7:6 (7:4), 6:3, 6:4, Igor Andrejew (Russland) - Gilles Elseneer (Belgien) 6:4, 6:4, 6:2, Giorgio Galimberti (Italien) - Donald Young (USA) 7:6 (7:4), 6:1, 6:2, Ivo Karlovic (Kroatien) - Mardy Fish (USA) 7:6 (7:4), 6:3, 5:7, 7:6 (7:4), Scoville Jenkins (USA) - George Bastl (Schweiz) 7:6 (7:4), 6:0, 6:7 (1:7), 6:4, 7:6 (7:5)
Damen, 1. Runde: Maria Scharapowa (Russland/Nr. 1) - Eleni Daniilidou (Griechenland) 6:1, 6:1, Venus Williams (USA/Nr. 10) - Rika Fujiwara (Japan) 6:3, 6:1, Shenay Perry (USA) - Alicia Molik (Australien/Nr. 14) 6:4, 6:4, Maria Elena Camerin (Italien) - Dinara Safina (Russland/Nr. 21) 6:3, 6:7 (5:7), 6:3, Wera Dutschewina (Russland/Nr. 33) - Tiffany Dabek (USA) 6:1, 6:2, Maria Kirilenko (Russland) - Laura Pous Tio (Spanien) 6:2, 6:3, Ivana Lisjak (Kroatien) - Emilie Loit (Frankreich) 1:6, 6:4, 6:3, Lisa Raymond (USA) - Anne Kremer (Luxemburg) 6:4, 3:6, 6:2, Fabiola Zuluaga (Kolumbien) - Ashley Harkleroad (USA) 6:0, 3:0, Aufgabe Harkleroad, Sania Mirza (Indien) - Mashina Washington (USA) 7:6 (8: 6), 6:7 (6:8), 6:4, Nicole Pratt (Australien) - Akiko Morigami (Japan) 6:7 (0:7), 6:0, Aufgabe Morigami, Maria Emilia Salerni (Argentinien) - Jessica Kirkland (USA) 6:4, 3:6, 7:6 (7:0), Dally Randriantefy (Madagaskar) - Mary Gambale (USA) 6:3, 6:1, Marion Bartoli (Frankreich) - Barbora Strycova (Tschechien) 6:3, 6:0, Emma Laine (Finnland) - Shuai Peng (China) 3:6, 7:6 (7:4), 6:2
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