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Kiefer: "Ich bin schon enttäuscht": US Open: Schüttler bleibt die Nummer eins

zuletzt aktualisiert: 30.08.2003 - 10:07

New York (rpo). Rainer Schüttler hat noch einmal klar gestellt, wer die aktuelle Nummer eins im deutschen Tennis ist. Im Zweitrundenmatch der US Open gegen Nicolas Kiefer erlaubte sich der Australian-Open-Finalist nur eine Schwächephase.

Schüttler siegte am Freitag (Ortszeit) in New York 6:1, 7:5, 2:6, 6:4 und steht damit nach der Fünf-Satz-Niederlage von Lars Burgsmüller gegen den Niederländer Sjeng Schalken als einziger von ursprünglich zwölf deutschen Teilnehmern unter den letzten 32. Dort trifft der Hesse auf den Spanier Alberto Martin. Gegen Martin hat Schüttler bisher beide Vergleiche verloren. "Er spielt sehr passiv von der Grundlinie. Auf Hartplatz wird es aber etwas einfacher", urteilte Schüttler.    

Gegen Kiefer feierte der 27-Jährige im vierten Aufeinandertreffen nach exakt 3:03 Stunden seinen nunmehr dritten Erfolg, doch der Niedersachse brauchte sich der Niederlage nicht zu schämen. "Kiwi spielt sehr gut. Vielleicht braucht er nur ein paar Bälle oder ein enges Match, das er gewinnt, dann ist er wieder da", sagte Schüttler, der vor zwei Jahren in New York von der Aufgabe Kiefers in flirrender Hitze profitiert hatte.

Im Vorjahr war der Niedersachse trotz einer großen Leistung in Runde eins am Russen Marat Safin gescheitert. "Ich bin schon enttäuscht, weil ich meine Chancen hatte und sie nicht genutzt habe. Vielleicht habe ich überpowert", kommentierte Kiefer. "Ich muss am Netz konsequenter werden und habe viel zu viele leichte Fehler gemacht." Die Statistik wies 62 aus.    

Besserer Start für Schüttler

In der extrem feuchten Luft erwischte Schüttler bei anfänglichem Sonnenschein einen guten Start und schaffte sofort ein Break. Im zweiten Durchgang steigerte sich Kiefer, leistete sich am Ende aber eine Schwächephase. Danach zeigte der frühere Weltranglisten-Vierte Tennis wie zu seinen besten Zeiten mit harten Aufschlägen, druckvollen Returns und sogar aggressivem Spiel am Netz.    

Doch während die bedrohlich tief hängenden Wolken allmählich immer finsterer wurden, steigerte sich Schüttler unter Flutlicht wieder und schaffte ein Break zum 5:3. Kiefer konnte noch einmal kontern, sorgte mit einem verschlagenen, leichten Volley dann jedoch für den ersten Matchball. Mit einem rund 200 Stundenkilometer schnellen zweiten Aufschlag wehrte der 26-Jährige ihn ab. "Da habe ich ein bisschen gezockt und gewonnen", meinte Kiefer. Gegen die folgenden beiden Returns war er dann machtlos.    

Seine Leistungen während der amerikanischen Hartplatzsaison haben ihn inzwischen auch wieder interessant für Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen gemacht. "Wir haben hier einmal miteinander gesprochen", sagte Kiefer, der zum Abstiegsspiel gegen Weißrussland im September nach Sundern kommen soll.    

Ob er neben Schüttler sogar zum Team gehören wird, wusste der im Daviscup bisher nicht durch Gala-Auftritte aufgefallene Kiefer nicht. "Die Mannschaft wird am Donnerstag zuvor nominiert, mehr kann ich nicht sagen." Kühnen hatte in New York bislang nur verlauten lassen, er habe die Besetzung im Großen und Ganzen im Kopf. Im Champions Race steht Kiefer als 55. immerhin 24 Plätze vor Lars Burgsmüller, der jedoch der bessere Sandplatz-Spieler ist.

Federer im Schongang

Wimbledon-Sieger Roger Federer aus der Schweiz kam mit einem leichten 6:1, 6:2, 6:0-Erfolg über den Franzosen Jean-René Lisnard in die 3. Runde. Der im Champions Race führende US-Amerikaner Andy Roddick mühte sich dagegen zu einem 6:3, 6:7 (4:7), 6:3, 7:6 (10:8) gegen den Kroaten Ivan Ljubicic. Mit dem Matchball neun Minuten nach Mitternacht machte sich Roddick zu seinem 21. Geburstag am Samstag das passende Geschenk.    

Bei den Damen zog die topgesetzte Belgierin Kim Clijsters bereits ins Achtelfinale ein. Die Weltranglisten-Erste siegte 6:3, 6:2 über die Russin Swetlana Kusnetsowa. Die Französin Amélie Mauresmo qualifizierte sich mit einem 6:4, 6:2 über Maria Kirilenko aus Russland. Zuvor hatte sich schon die Amerikanerin Lindsay Davenport durchgesetzt. Dagegen steckt Daniela Hantuchova weiter in der Krise. Die an Nummer neun gesetzte Slowakin verlor 2:6, 4:6 gegen Tamarine Tanasugarn aus Thailand.

ERGEBNISÜBERSICHT:

Herren, 2. Runde:

Rainer Schüttler (Korbach/Nr. 8) -
Nicolas Kiefer (Hannover) 6:1, 7:5, 2:6, 6:4

Sjeng Schalken (Niederlande/Nr. 12) -
Lars Burgsmüller (Sundern) 4:6, 2:6, 6:2, 6: 2, 6:0

Roger Federer (Schweiz/Nr. 2) -
Jean-Rene Lisnard (Frankreich) 6:1, 6:2, 6:0

Andy Roddick (USA/Nr. 4) -
Ivan Ljubicic (Kroatien) 6:3, 6:7 (4:7), 6:3, 7:6 (10:8)

Carlos Moya (Spanien/Nr. 7) -
Wesley Moodie (Südafrika) 6:2, 7:6 (8:6), 6:3

Jiri Novak (Tschechien/Nr. 10) -
Jan-Michael Gambill (USA) 6:4, 6: 4, 6:4

David Nalbandian (Argentinien/Nr. 13) -
Jarkko Nieminen (Finnland) 5:7, 6:3, 6:1, 4:6, 7:6 (7:3)

Xavier Malisse (Belgien) -
Agustin Calleri (Argentinien/Nr. 19) 6:2, 6:7 (3:7), 6:3, 3:6, 6: 3

Mark Philippoussis (Australien/Nr. 20) -
Anthony Dupuis (Frankreich) 6:2, 6:3, 6:4

Younes El Aynaoui (Marokko/Nr. 22) -
Rafael Nadal (Spanien) 7:6 (8:6), 6:3, 7:6 (8:6)

Alberto Martin (Spanien) -
Albert Costa (Spanien/Nr. 25) 6:3, 6:3, 3:6, 6:2

Dimitri Tursunow (Russland) -
John van Lottum (Niederlande) 6:4, 3:6, 6:3, 5:7, 6:2

James Blake (USA) -
Sargis Sargsian (Armenien) 6:3, 6:4, 4:6, 7:6 (8:6)

Flavio Saretta (Brasilien) -
Nicolas Lapentti (Ekuador) 6:2, 6:4, 6:0

Nicolas Massu (Chile) -
Thomas Enqvist (Schweden) 6:3, 6:2, 7:5

Ivo Karlovic (Kroatien) -
Hicham Arazi (Marokko) 3:6, 7:6 (7:5), 7:6 (7:4), 7:6 (8:6)

Damen, 3. Runde:

Kim Clijsters (Belgien/Nr. 1) -
Swetlana Kusnetsowa (Russland/Nr. 27) 6:3, 6:2

Lindsay Davenport (USA/Nr. 3) -
Melinda Czink (Ungarn) 6:0, 6:2

Amelie Mauresmo (Frankreich/Nr. 5) -
Maria Kirilenko (Russland) 6:4, 6:2

Tamarine Tanasugarn (Thailand) -
Daniela Hantuchova (Slowakei/Nr. 9) 6:2, 6:4

Meghann Shaughnessy (USA/Nr. 17) -
Wera Zwonarewa (Russland/Nr. 13) 4:6, 6:4, 6:2

Nadia Petrowa (Russland/Nr. 19) -
Amanda Coetzer (Südafrika/Nr. 14) 6:0, 6:1

Paola Suarez (Argentinien/Nr. 24) -
Alicia Molik (Australien) 6:4, 4:6, 6:2

Jelena Lichowtsewa (Russland) -
Fabiola Zuluaga (Kolumbien) 7:6 (7:4), 6:4  


 
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