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Kiefer erreicht die zweite Runde: US Open: Serena Williams schockt mit "Domina-Look"

zuletzt aktualisiert: 31.08.2004 - 11:28

New York (rpo). Der deutsche Tennisstar Nicolas Kiefer hat sein olympisches Trauma besiegt und bei den US Open die zweite Runde erreicht. Kiefer besiegte den Franzosen Nicolas Mahut in drei Sätzen. In der nächsten Runde wartet erneut ein Franzose auf den Deutschen. Agassi zittert sich in die nächste Runde. Und Serena Williams schockte mit einem "Domina-Look".

Der Hannoveraner, der in Athen nach seinen Niederlagen im Einzel und Doppel bittere Tränen vergossen hatte, setzte sich zu Beginn des letzten Grand Slam-Turniers des Jahres mit 6:3, 7:5, 6:2 gegen den französischen Qualifikanten Nicolas Mahut durch und trifft in der nächsten Runde auf dessen Landsmann Cyril Saulnier.

Der in Flushing Meadows an Nummer 19 gesetzte Kiefer begann seine siebten US Open in jener Form, die ihm in diesem Sommer vier Mal den Finaleinzug beschert hatte. Dem Silbermedaillengewinner im Doppel gelang gegen den jungen Franzosen auf dem Grandstand ein schnelles Break zum 3:1, nach 37 Minuten sicherte sich "Kiwi" den ersten Satz. Im weiteren Verlauf der Begegnung kontrollierte die deutsche Nummer zwei vornehmlich von der Grundlinie aus das Geschehen, dazu leistete sich Mahut bei seiner zweiten US-Open-Teilnahme allein in den ersten beiden Durchgängen 24 vermeidbare Fehler.

Kiefer ließ sich im zweiten Satz auch vom zwischenzeitlichen Rebreak zum 4:4 nicht aus der Fassung bringen. Dank drei präzise platzierter Passierbälle schaffte er das Break zum 6:5 und brachte anschließend sicher seinen Aufschlag durch. Im dritten Satz lag Kiefer schnell 0:2 hinten, gewann dann aber die nächsten sechs Spiele und verwandelte nach 2:05 Stunden seinen zweiten Matchball.

Der Weltranglistenerste Roger Federer (Schweiz) begann seine US Open-Mission ebenfalls vielversprechend und machte beim 7:5, 6: 2, 6:4 gegen Albert Costa (Spanien) kurzen Prozess.

Bei den Damen stürmte die an Nummer zwei notierte Amelie Mauresmo (Frankreich) mit einem 6:4, 6:2-Erfolg über die Amerikanerin Marissa Irvin problemlos in die zweite Runde und trifft nun auf Julia Wakulenko (Ukraine). Auch Ai Sugiyama (12) gab sich keine Blöße. Die Japanerin, bei den US Open an Nummer zwölf notiert, schlug Teryn Ashley (USA) mit 7:5, 6:2 und bekommt es nun mit Gisela Dulka (Argentinien) zu tun.

Eine Runde weiter ist auch die Stuttgarterin Julia Schruff, die Jennifer Hopkins (USA) mit 6:3, 6:7 (4:7), 6:1 besiegte. Dagegen war für ihre deutsche Kollegin Anca Barna (Moers) bereits in der ersten Runde Endstation, gegen die Französin Tatiana Golovin verlor sie 2:6, 4:6.

Andre Agassi zitterte, Serena Williams schockte und Nicolas Kiefer zehrte vom Olympischen Geist. Viele Wege führten zum Auftakt der US Open in die zweite Runde, doch am Ende stand in schöner Regelmäßigkeit dasselbe Ergebnis: Favoritenstürze und Überraschungen blieben aus.

Das galt auch für die Vertreter des Deutschen Tennis-Bundes (DTB). Außer Kiefer, der sich beim 6:3, 7:5, 6:2 seiner Auftakthürde gegen den Franzosen Nicolas Mahut mit Bravour erledigte, und der Mannheimerin Julia Schnuff, die 6:3, 6:7 (4:7) und 6:1 gegen Jennifer Hopkins (USA) gewann, blieben sämtliche der am Montag an den Start gegangenen Deutschen auf der Strecke. Florian Mayer muss in der Nacht zum Mittwoch gegen Flavio Saretta (Brasilien) nachsitzen, kann sich dort aber den Showdown mit Agassi verdienen.

Die sportlichen Überraschungen blieben aus, so blieb es dann der zweimaligen US-Open-Gewinnerin Serena Williams überlassen, die New Yorker wie gewohnt pünktlich zum letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres mit einem neuen Outfit aus der Lethargie zu wecken.

Die jüngere der Williams-Sisters absolvierte ihr Aufwärm-Programm im "Domina-Look", entledigte sich aber gerade noch rechtzeitig vor ihrem 6:1, 6:3 über Sandra Kleinova (Tschechien) ihrer knielangen schwarzen Lederstiefel. Williams, die das von ihr als "Rebel-Look" bezeichnete Kostüm selbst entwarf, stand im übrigen mit 53 Minuten genauso lang auf dem Court wie die an Nummer zwei gesetzte Französin Amelie Mauresmo beim 6:4, 6:2 gegen Marissa Irvin (USA).

Für Agassi verlief der erste Arbeitstag bei den diesjährigen US Open anstrengender als erwartet. Im Tiebreak des ersten Satzes lag der Publikumsliebling gegen seinen Landsmann Robby Ginepri bereits mit 3:5 hinten, dann gelangen ihm unter frenetischer Anfeuerung des Publikums vier Punkte in Folge und die Vorentscheidung auf dem Weg zum 7:6 (7:5), 6:4, 6:2. "Ich glaube nach wie vor, dass ich die Besten der Welt schlagen kann. In New York laufe ich immer wieder zur Bestform auf. Ich freue mich auf dieses Turnier", sagte der 34-Jährige.

Agassi trifft in der zweiten Runde wahrscheinlich auf die deutsche Nachwuchshoffnung Mayer. Nachdem dessen Begegnung gegen Saretta zehn Minuten vor Mitternacht beim Stand von 6:4, 6:2, 5:1 (15:0) wegen Regens abgebrochen wurde, haderte der Deutsche zunächst mit seinem Schicksal. "Schade, ich hätte die Partie gerne beendet", sagte Mayer, freute sich aber Augenblicke später wie ein kleines Kind, als er von Agassis Sieg hörte. "Geil, jetzt spiele ich wohl auf dem Center Court."

Derweil waren die US Open für den Mannheimer Alexander Popp (6: 1, 3:6, 4:6, 3:6 gegen Potito Starace/Italien) und den Münchner Daniel Elsner (6:7/3:7, 4:6, 3:6 gegen Thomas Johansson/Schweden) beendet, bevor sie richtig begonnen hatten. Bei den deutschen Damen lief es nicht viel besser. Anca Barna (Moers) unterlag der Französin Tatiana Golvin mit 2:6, 4:6, Anna-Lena Groenefeld (Nordhorn) zog gegen Els Callens (Belgien) mit 6:2, 4:6, 5:7 den Kürzeren.

Der siegreiche Kiefer blickte seiner Zweitrundenpartie gegen den Franzosen Cyril Saulnier optimistisch entgegen. "Die Silbermedaille im Olympischen Doppel ist eine riesige Motivation für mich. Ich glaube, dieses Turnier wird gut weitergehen." Derweil verabschiedete sich am Montagabend einer von der Tennisszene, der gerade in Flushing Meadows für einige denkwürdige Begegnungen sorgte. Der Amerikaner Todd Martin unterlag Fabrice Santoro (Frankreich) glatt in drei Sätzen und erklärte seinen Rücktritt vom Leistungssport.

Quelle: sid

 
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