Der Sprinter Mickey Grimes wurde positiv getestet: US-Trials versinken im Doping-Sumpf
zuletzt aktualisiert: 17.07.2004 - 12:16Sacramento (rpo). Die sportlichen Leistungen rücken fast in den Hintergrund: Erneut sorgt bei den US Trials der Leichtathleten, der Olympia-Ausscheidung in Sacramento, ein Doping-Fall für Schlagzeilen.
Der Sprinter Mickey Grimes wurde positiv getestet, die Weltjahresbestzeit von Shawn Crawford über 200 m und das schwache Abschneiden von Olympiasiegerin Marion Jones über die gleiche Distanz spielen kaum eine Rolle.
Nach Angaben der Chicago Tribune ist Grimes am 25. Mai bei einer Trainingskontrolle in Los Angeles positiv auf das Steroid Norandrosteron getestet worden. Dem 27-Jährigen droht nun eine lebenslange Sperre, da ihm bereits bei den Panamerikanischen Spielen 2003 die Einnahme des Stimulansmittels Ephedrin nachgewiesen worden war.
Der "Fall Grimes" folgt bisherigen positiven Befunden
Der "Fall Grimes" folgt den positiven Befunden von Hürdensprinter Larry Wade und 100-m-Weltmeisterin Torri Edwards. Von beiden Athleten, die wie Grimes der Trainingsgruppe um John Smith angehören, waren in den vergangenen Tagen ebenfalls Dopingvergehen bekannt geworden.
Wade, dem ebenfalls das Steroid Norandrosteron nachgewiesen worden war, ging in Sacramento erst gar nicht mehr an den Start. Angeblich soll er an einer Armverletzung laborieren. Die in A- und B-Probe positiv auf die verbotene Stimulans Nikethamid getestete Edwards lief indes über 200 m im Viertelfinale in 22,60 Sekunden Bestzeit. Ein möglicher Olympia-Start der Sprinterin könnte aber schon am Montag Makulatur sein, wenn sie zu einer Anhörung vor der US-Anti-Doping-Agentur Usada erscheinen muss.
Jones enttäuschte
Während Edwards überzeugte, lieferte die ebenfalls unter Doping-Verdacht stehende Jones über die gleiche Distanz eine enttäuschende Vorstellung ab. In 22,93 Sekunden schaffte die dreifache Olympiasiegerin nur die zehntbeste Zeit, ist aber dennoch für die Halbfinals qualifiziert. Über 100 m hatte Jones bereits das Ticket für Athen verpasst, lediglich im Weitsprung konnte die 28-Jährige in 7,11 m ihre Medaillenambitionen untermauern.
Für das sportliche Highlight des Tages sorgte Shawn Crawford. Im 200-m-Viertelfinale lief er in 19,88 Sekunden Weltjahresbestzeit. Bereits über 100 m ist Crawford derzeit der schnellste Mann der Welt (9,88).
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