Profiboxabend in Halle: Veit verliert Interkontinental-Titel
zuletzt aktualisiert: 21.10.2006 - 23:33Halle (RPO). Bitterer Abend für Profiboxer Mario Veit. Der Cottbuser hat seinen WBC-Interkontinental-Titel im Supermittelgewicht verloren. Der 32-Jährige musste sich in Halle/Saale dem Russen Denis Inkin nach K.o. in der 7. Runde geschlagen geben.
Nach seiner misslungenen ersten Titelverteidigung ist Veits Traum von einem WM-Kampf gegen den Dänen Mikkel Kessler, der in der vorigen Woche Markus Beyer den WBC-Gürtel mit einem K.o.-Triumph abgenommen hatte, in weite Ferne gerückt. Veit hatte den Interkontinental-Titel im Mai in München in einem bemerkenswerten Universum-Stallkampf gegen das große deutsche Talent Jürgen Brehmer gewonnen.
"In den nächsten Tagen muss ich darüber nachdenken, wie es weiter gehen soll", sagte der Verlierer, der durch die dritte Niederlage in 51 Kämpfen auch den "Internationalen Titel" des Verbandes WBC verlor.
Nach der Niederlage von Markus Beyer in der Vorwoche in Kopenhagen gegen den Dänen Mikkel Kessler musste erneut ein deutscher Supermittelgewichtler ausgezählt werden. Nur bei einem Erfolg durfte sich Veit Hoffnungen auf eine weitere WM-Chance nach seinen beiden Niederlagen gegen WBO-Champ Joe Calzaghe machen, bei der WBC war er schließlich hoch eingestuft, ein Kampf gegen Kessler wäre auch im deutschen TV gut zu vermarkten gewesen.
Die Perspektiven, die Veit vor Augen hatte, könnten sich nun Denis Inkin eröffnen. Der Sportlehrer aus Nowosibirsk hat keinen seiner jetzt 29 Profikämpfe verloren. "Auf Mario lastete ein großer psychologischer Druck", sagte Trainer Fritz Sdunek: "Er boxte einfach zu gutmütig. Ließ sich immer wieder auf den Nahkampf ein und wurde dann in der siebten Runde ausgezählt."
Schon zum drittenmal musste der Cottbuser ein Duell gegen einen Kollegen aus dem Universum-Stall des Hamburger Promotors Klaus-Peter Kohl bestreiten. "Man will mich loswerden", meint Veit zu den seltsamen Ansetzungen. Im Mai noch wehrte er sich nach Kräften gegen die ihm zugedachte Opferrolle und schlug in München den zum Hoffnungsträger aufgebauten Jürgen Brähmer, gegen seinen aus Nowosibirsk stammenden Nachbarn in einem Hamburger Mietshaus überstand er das Universum-Ausscheidungsboxen nun nicht mehr.
"Inkin ist phänomenal. Er hat von 29 Kämpfen 22 durch K.o. gewonnen", jubelte Universums Organisationsleiter Jean-Marcel Nartz: "Er hat sich damit für einen WM-Kampf qualifiziert." Sportlich mag das so sein, dennoch bleibt die immer weiter zunehmende Vorherrschaft von Boxern aus der ehemaligen Sowjetunion auch in deutschen Ringen zweifelhaft.
Selbst Universum muss ja diese Erfahrung machen: In Halle verteidigte Weltklassemann Sergej Dzinziruk seinen WBO-Titel im Junior-Weltergewicht nach Punkten gegen den Russen Alisultan Nadirbegow im Vorprogramm.
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