Turnier in Montreux: Volleyball: Deutsche nach Sieg über Russland Fünfte
zuletzt aktualisiert: 13.06.2004 - 21:16Montreux (rpo). Mit einem tollen 3:0 (25:17, 25:22, 25:21)-Sieg gegen den Olympiazweiten Russland und dem guten fünften Platz beim Acht-Nationen-Turnier von Montreux sind die deutschen Volleyballerinnen vor Beginn der Olympischen Spiele auf einem guten Weg.
Trainer Hee Wan Lee attestierte seiner Mannschaft gewohnt unaufgeregt eine "wirklich ansprechende Leistung", denn in der Schweiz gelangen gegen Olympia-Topfavorit China (2:3), Olympiasieger Kuba (1:3) und Japan (3:1) weitere gute Spiele.
"Wir haben uns gut geschlagen, wenn man bedenkt, dass wir voll im Konditionsaufbau für Athen sind und in so einer Formation noch nie zusammengespielt haben. Andere Mannschaften sind seit Monaten zusammen und viel besser eingespielt", bilanzierte Lee. Der Turniersieg ging an Weltmeister Italien, der sich in einer Neuauflage des WM-Endspiels von 2002 3:1 (20:25, 25:18, 33:31, 25: 20) gegen die USA durchsetzte. Bronze ging an die Chinesinnen.
Hee Wan Lee war nach einem zweiwöchigen Konditionslehrgang in Heidelberg ohne seine Weltklasse-Mittelbockerin Olessya Kulakowa (Cannes) und Stamm-Zuspielerin Tanja Hart (Ulm) und ohne große Erwartungen nach Montreux gereist. Am Ende reichte es dank der zwei Siege über Japan und Russland zu Rang fünf und damit zum besten Abschneiden einer deutschen Mannschaft in der Turniergeschichte. Überhaupt erst zum vierten Mal (zuvor DDR 1985 und 1990 sowie DVV 1998) war ein deutsches Team zum Kräftemessen der Weltbesten nach Montreux eingeladen worden.
Selbstvertrauen getankt
"Unser Ziel war es, uns von Spiel zu Spiel zu steigern. Das hat geklappt und gibt uns viel Selbstvertrauen für Athen", meinte die auch beim Russland-Sieg mit 23 erzielten Punkten überragende Angelina Grün (Bergamo). Für die Außenangreiferin und das von ihr geführte Team der Namenlosen, das sich zu Jahresbeginn nach grandiosen Siegen bei der Europa-Qualifikation in Baku u.a. gegen Russland, Vizeeuropameister Türkei und Weltmeister Italien völlig überraschend die Olympia-Tickets sicherte, war Montreux auch ein Stück Frustbewältigung nach der olympischen Gruppen-Auslosung.
Deutschland spielt in Athen in einer Gruppe mit Kuba, Russland, China und Vizeweltmeister USA und damit gegen alle Turnierfavoriten. Dagegen erhielt Gastgeber Griechenland in der anderen Gruppe in Italien und Brasilien nur zwei Hochkaräter zugeteilt. "Das war wirklich ein Hammer", meinte Libero Kerstin Tzscherlich (Dresden), die in Montreux neben Grün und Birgit Thumm (Vilsbiburg) zu den deutschen Stützen zählte: "Aber wir haben hier China zwei Sätze abgenommen und gelernt, wie Kuba zu schlagen ist."
Lee hat kontinuierliche Verbesserung für das kommende Trainingslager in Kienbaum zum Ziel erklärt. Im Juli reist sein Team im Rahmen der Weltserie nach Taiwan (9. bis 11.), Indonesien (16. bis 18.) und Rostock (22. bis 24.). "Vor uns liegt noch viel Arbeit", sagt Lee: "Wir wollen in Athen den einen oder anderen Favoriten schlagen."
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