Bachmann und Rittner gescheitert: Weingärtner folgt Barna in Runde zwei
zuletzt aktualisiert: 06.05.2003 - 15:15Berlin (rpo). Marlene Weingärtner steht bei den 96. German Open in Berlin erstmals in der zweiten Runde. Barbara Rittner und Angelika Bachmann hingegen sind ausgeschieden.
Mit einem Überraschungssieg hat Marlene Weingärtner aus Moers ihr persönliches Berlin-Trauma beendet und ist Fed-Cup-Kollegin Anca Barna in die zweite Runde der German Open der Tennisdamen gefolgt. Die 23-Jährige, die in ihrer Karriere häufig durch Verletzungen zurückgeworfen wurde, schaltete dank couragierter Spielweise die spanische Sandplatzspezialistin Conchita Martinez mit 6:2, 7:5 aus und gewann zum ersten Mal seit ihrer Berlin-Premiere 1995 ein Match im Hauptfeld der Einzelkonkurrenz.
Mit viel Druck über ihre Rückhand und Tempowechsel dominierte sie die Partie gegen die Berlin-Siegerin von 1998 und 2000 und verdiente sich damit ein Zweitrundenduell mit der an Position acht gesetzten Jelena Dokic (Serbien und Montenegro).
"Es ist nicht einfach, vor eigenem Publikum zu spielen. Es macht Spaß, aber man hat immer extra Druck. Ich musste aggressiv spielen, nachdem ich die letzten beiden Matches gegen Conchita verloren hatte", sagte Weingärtner nach ihrem überzeugenden Auftritt auf dem Center Court gegen die Wimbledonsiegerin von 1994.
Nach den Absagen der "Williams-Sisters" Serena (Erschöpfung) und Venus (Bauchmuskelzerrung) konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit noch stärker auf die Auftritte der deutschen Spielerinnen, die bereits in Runde zwei von einem Sechstett zum Duo geschrumpft sind.
Die ebenso wie Weingärtner per Wildcard ins Hauptfeld des mit 1,22 Millionen Dollar dotierten Traditionsturniers gehievte Angelika Bachmann (München) unterlag der an Nummer 12 gesetzten Griechin Eleni Danilidou 2:6, 2:6, und die über die Qualifikation vorgestoßene Barbara Rittner (Düsseldorf) scheiterte deutlich mit 1: 6, 1:6 an der Usbekin Iroda Tuljaganowa. Dabei zeigte Rittner keinerlei Gegenwehr und servierte bei Matchball symptomatischerweise einen Doppelfehler. Bereits am Montag hatten sich Anna-Lena Groenefeld (Nordhorn) und Martina Müller (Stuttgart) verabschiedet.
Hoffnungsvoll blickte hingegen Weingärtner dem Duell mit Dokic entgegen. "Mein Trainer kennt sie sehr gut. Er wird mich richtig einstellen", sagte Weingärtner. Mit ihrer Vorstellung gegen Martinez, die sich nach einer Verletzung erst wieder ihrer Topform nähert, rehabilitierte sie sich nach ihrem "Ausfall" vor zehn Tagen beim Fed Cup gegen die Slowakei. "Danach habe ich mich erst einmal in München etwas versteckt. So etwas passiert, jetzt müssen wir eben nach Indonesien." Weingärtner hatte vor allem bei der 2:6, 1: 6-Schlappe gegen Ludmila Cervanova enttäuscht.
Eine Chance zur positiven Überraschung bietet sich am Mittwoch auch ihrer Doppelpartnerin Anca Barna (Moers). Die deutsche Meisterin hatte am Montag ihre erste Runde gewonnen und trifft nun auf die Israelin Anna Pistolesi (Nr. 16), die sich 6:1, 6:1 gegen die Russin Tatiana Panowa durchsetzte. "Da muss ich extrem geduldig spielen", sagte Barna. Schließlich soll das deutsche Duo den Berliner Fans erhalten bleiben.
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