Tennis: Wimbledon: Kiefer ist weiter
zuletzt aktualisiert: 20.06.2005 - 21:55London (rpo). Nicolas Kiefer hat bei den 119. All England Championships in Wimbledon die zweite Runde erreicht und damit seinen ganz persönlichen "Fluch von Court 14" überwunden. Erstmals erreichte Kiefer wieder nach zwei Erstrundenniederlagen in Folge auf eben diesem Nebenplatz Runde zwei.
Der Hannoveraner bezwang zum Auftakt des bedeutendsten Tennisturniers der Welt den Franzosen Julien Benneteau mit 6:4, 7:6 (7:5), 5:7, 3:6, 6:4 und überstand damit dank einer Kraftanstrengung im fünften Satz als erster der zehn deutschen Herren sein Auftaktmatch.
Anschließend folgten ihm der Mülheimer Lars Burgsmüller durch einen überraschend klaren 6:1, 6:1, 6:4-Erfolg über den argentinischen Sandplatz-Spezialisten und French-Open-Finalisten Mariano Puerta sowie Florian Mayer aus Bayreuth. Der Vorjahres-Viertelfinalist setzte sich sicher gegen den Spanier Santiago Ventura mit 6:4, 7:5, 6:2 durch.
Ein Traum erfüllte sich für die Münchnerin Sabine Klaschka. Die Qualifikantin durfte gleich bei ihrer ersten Teilnahme an einem Grand-Slam-Turnier auf dem berühmtesten Centre Court der Welt spielen und bezwang die Britin Elena Baltacha erstaunlich souverän mit 6:3, 6:2. Ihre nächste Gegnerin ist nun die Russin Jelena Dementjewa.
Dagegen sind die Münchner Debütanten Björn Phau und Tobias Summerer gescheitert. Phau unterlag dem Spanier Feliciano Lopez knapp mit 7:5, 6:7 (8:10), 7:6 (7:5), 2:6, 4:6. Qualifikant Summerer unterlag dem Kroaten Mario Ancic 3:6, 5:7, 1:6. Auch die Augsburgerin Julia Schruff ist nach der 1:6, 6:1, 2:6-Niederlage gegen die US-Amerikanerin Meghann Shaughnessy erwartungsgemäß ausgeschieden.
"Es war ein Sieg über den inneren Schweinehund", sagte Kiefer, "es war sicher nicht mein bestes Tennis, aber ich habe mich zurückgekämpft. Das zählt." Als Kiefer nach 4:09 Stunden seinen ersten Matchball verwandelte, fiel sichtbar die ganze Anspannung von ihm ab. Beide Armen jubelnd in die Luft gerissen, stürmte er zum Netz. "Egal wie, am Ende zählt nur der Sieg", sagte er, "zuletzt ist es hier ja für mich nicht so gut gelaufen."
In der zweiten Runde trifft Kiefer nun auf den Italiener Alessio di Mauro, eine lösbare Aufgabe, bevor es dann in Runde drei zum Duell mit Roger Federer kommen könnte. Der Schweizer gewann ohne Mühe das traditionelle Auftaktmatch auf dem Centre Court mit 6: 4, 6:2, 6:4 gegen den Franzosen Paul-Henri Matthieu und baute damit seine Siegesserie auf Rasen auf 30 Matches in Folge aus. "Ein Spiel gegen Federer ist sicherlich Extra-Motivation für mich", meinte der 27-jährige Kiefer, "aber ich muss mich steigern, sonst kommt es dazu nicht."
Auf Platz 14 war er trotz über weite Strecken überlegenen Spiels vor einem Jahr an dem Schweden Thomas Johansson gescheitert und vor zwei Jahren gegen Qualifikant Gilles Elsener aus Belgien ausgeschieden. "Ich habe extra nochmal auf diesem Platz trainiert, um die Gedanken daran zu vertreiben", erzählte Kiefer, "aber als dann die Ansetzung kam, habe ich gedacht, da ist doch der Wurm dran. "
Doch bei strahlendem Sonnenschein am Montagmittag war von dieser besonderen Nervenanspannung bei Kiefer zunächst nichts zu merken. Voll konzentriert begann der 26. der Weltrangliste das Match und nahm dem an 124 notierten Franzosen sofort den Aufschlag ab. Der 23-Jährige Franzose konnte erst im dritten Satz Kiefer zweimal den Aufschlag abnehmen und den Durchgang für sich entscheiden.
Danach schien Kiefer die Partie wie in den Vorjahren wieder aus der Hand zu gleiten. Im entscheidenden Durchgang lag er bereits früh mit einem Break hinten. Doch der Niedersachse gab diesmal nicht auf, kämpfte sich ins Match zurück und glich zum 4:4 aus. "Als es drauf ankam, war ich wieder aggressiv und habe wieder mein Spiel gespielt", freute er sich. Mit seinem zweiten Break entschied er die Partie und überwand gleichzeitig einen ganz persönlichen "Fluch" auf Nebenplatz 14.
Ergebnisse:Herreneinzel, 1. Runde: Nicolas Kiefer (Hannover/Nr. 25) - Julien Benneteau (Frankreich) 6:3, 7:6 (7:5), 5:7, 3:6, 6:4, Lars Burgsmüller (Mülheim) - Mariano Puerta (Argentinien/Nr. 16) 6:1, 6: 1, 6:4, Florian Mayer (Bayreuth) - Santiago Ventura (Spanien) 6:4, 7:5, 6:2, Mario Ancic (Kroatien/Nr. 10) - Tobias Summerer (München) 6:3, 7:5, 6:1, Feliciano Lopez (Spanien/Nr. 26) - Björn Phau (München) 5:7, 7:6 (10:8), 6:7 (5:7), 6:2, 6:4, Roger Federer (Schweiz/TV/Nr. 1) - Paul-Henri Mathieu (Frankreich) 6:4, 6:2, 6:4, Lleyton Hewitt (Australien/Nr. 3) - Christophe Rochus (Belgien) 6: 3, 6:3, 6:1, Marat Safin (Russland/Nr. 5) - Paradorn Srichaphan (Thailand) 6:2, 6:4, 6:3, Nikolaj Dawidenko (Russland/Nr. 8) - Scott Draper (Australien) 7:6 (7:4), 6:4, 6:3, Joachim Johansson (Schweden/Nr. 11) - Albert Montanes (Spanien) 7:6 (7:5), 6:4, 7:5, Fernando Verdasco (Spanien) - Tommy Robredo (Spanien/Nr. 13) 7:5, 6: 1, 6:2, Fernando Gonzalez (Chile/Nr. 21) - Alan Mackin (Großbritannien) 6:3, 6:4, 6:4, Dominik Hrbaty (Slowakei/Nr. 22) - Cyril Saulnier (Frankreich) 7:6 (7:0), 6:0, 6:2, Juan Carls Ferrero (Spanien/Nr. 23) - Jamie Delgado (Spanien) 7:6 (7:2), 6:1, 6:4, Taylor Dent (USA/Nr. 24) - Dick Norman (Belgien) 7:6 (7:4), 7:6 (7: 4), 4:6, 6:7 (7:9), Michail Juschni (Russland/Nr. 31) - Marcos Baghdatis (Zypern) 6:2, 3:6, 6:1, 6:4, David Sherwood (Großbritannien) - Ricardo Mello (Brasilien) 6:3, 6:4, 6:4, Alessio Di Mauro (Italien) - Joshua Goodall (Großbritannien) 6:3, 7:6 (7: 4), 6:3, Ivo Mirna (Tschechien) - Michal Tabara (Tschechien) 6:4, 6: 4, 6:4, Tomas Zib (Tschechien) - Jose Acasuso (Argentinien) 7:5, 6: 3, 6:3, Kevin Kim (USA) - Alex Bogdanovic (Großbritannien) 6:7 (4: 7), 6:1, 6:4, Hyung-Taik Lee (Südkorea) - Thomas Enqvist (Schweden) 6:3, 6:7 (4:7), 7:5, 6:4, Greg Rusedski (Großbritannien) - Alberto Martin (Spanien) 6:3, 4:6, 6:2, 6:1, Jean-Rene Lisnard (Frankreich) - Oscar Hernandez (Spanien) 6:4, 2:1-Aufgabe Hernandez, Tomas Berdych (Tschechien) - Anthony Dupuis (Frankreich) 7:6 (7:5), 7:5, 3:6, 7:6 (7:4), Mark Philippoussis (Australien) - Karol Beck (Slowakei) 7:5, 6:4, 6:2, Justin Gimelstop (USA) - Adrian Garcia (Chile) 6:3, 6:4, 7:6 (7:5), Jan Hernych (Tschechien) - James Blake (USA) 1:6, 6:4, 7:6 (8:6), 7:6 (7:4), Gael Monfils (Frankreich) - Noam Okun (Israel) 3:6, 6:4, 6:4, (7:6 (16:14), Jonas Björkman (Schweden) - Jeff Morrison (USA) 6:3, 6:3,4:6, 2:6, 6:2
Dameneinzel, 1. Runde: Sabine Klaschka (München) - Elena Baltacha (Großbritannien) 6:3, 6:2, Meghann Shaughnessy (USA) - Julia Schruff (Augsburg) 6:1, 1:6, 6:2, Lindsay Davenport (USA/Nr. 1) - Jalina Jidkowa (Russland) 6:0, 6:2, Amelie Mauresmo (Frankreich/Nr. 3) - Melinda Czink (Ungarn) 6:3, 6:2, Swetlana Kusnezowa (Russland/Nr. 5) - Rebecca Llewellyn (Großbritannien) 6: 0, 6:1, Jelena Dementjewa (Russland/Nr. 6) - Iveta Benesova (Tschechien) 6:2, 6:3, Anastasja Miskina (Russland/Nr. 9) - Katerina Bohmova (Tschechien) 5:7, 7:6 (7:4), 6:4, Antonella Serra Zanetti (Italien) - Patty Schnyder (Schweiz/Nr. 10) 6:4, 6:7 (7:9), 6:3, Jelena Lichowzewa (Russland/Nr. 13) - Anna Smashnova (Israel) 6:2, 6:2, Kim Clijsters (Belgien/Nr. 15) - Kati O'Brien (Großbritannien) 6:2, 6:3, Jelena Jankovic (Serbien-Montenegro/Nr. 17) - Anna Tschakwetadse (Russland) 6:4, 6:2, Silvia Farina Elia (Italien/Nr. 22) - Martina Sucha (Slowakei) 6:4, 6:2, Roberta Vinci (Italien) - Ai Sugiyama (Japan/Nr. 23) 6:2, 2:6, 6:4, Magdalena Malejewa (Bulgarien) - Shinobu Asagoe (Japan/Nr. 24) 6:2, 7:6 (8: 6), Tamarine Tanasugarn (Thailand) - Karolina Sprem (Kroatien/Nr. 25) 6:2, 6:2, Nicole Vaidisova (Tschechien/Nr. 27) - Jelena Kostanic (Kroatien) 6:3, 3:6, 6:3, Mashona Washington (USA) - Amy Frazier (USA/Nr. 28) 6:4, 4:6, 6:4, Dinara Safina (Russland/Nr. 30) - Sanda Mamic (Kroatien) 6:3, 6:4, Mariana Diaz-Oliva (Argentinien) - Anne Keothavong (Großbritannien) 6:3, 6:4, Sofia Arvidsson (Schweden) - Tatjana Perebijnis (Ukraine) 6:3, 7:6, Michaela Pastikova (Tschechien) - Samantha Stosur (Australien) 7:6, 6:4, Sania Mirza (Indien) - Akiko Morigami (Japan) 6:3, 3:6, 8:6, Aiko Nakamura (Japan) - Evie Dominikovic (Australien) 5:7, 6:3, 6:4, Jamea Jackson (USA) - Marta Marrero (Spanien) 6:2, 6:3, Anne Kremer (Luxemburg) - Abigail Spears (USA) 6:0, 2:6, 6:2, Shenay Perry (USA) - Sarah Borwell (Großbritannien) 7:6 (13:11), 6:3, Maria Kirilenko (Russland) - Els Callens (Belgien) 6:2, 7:6 (7:3), Barbora Srycova (Tschechien) - Lilia Osterloh (USA) 6:3, 7:5, Marissa Irvin (USA) - Saori Obata (Japan) 7:6 (7:4), 6:3, Maria Vento-Kabchi (Venezuela) - Milagros Sequera (Venezuela) 7:6 (7:1), 4:6, 6:4, Selima Sfar (Tunesien) - Emilie Loit (Frankreich) 6:2, 4: 6, 9:7
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