118. All England Championships: Wimbledon: Mayer als erster Deutscher weiter
zuletzt aktualisiert: 23.06.2004 - 16:36London (rpo). Bei den 118. All England Championchips in Wimbledon hat Tennis-Profi Florian Meyer aus Bayreuth die zweite Runde erreicht. Damit ist er der erste Deutsche, der sich im Auftaktmatch behaupten konnte. Derweil gaben die Organisatoren bekannt, dass frühestens ab 16.30 Uhr MESZ mit einem Spielbeginn zu rechnen sei.
Der 20-Jährige gewann mit 7:6 (7:4), 7:6 (7:5), 7:6 (7:4) gegen den Australier Wayne Arthurs. Mayer ist mit dem Erfolg in Runde eins seiner Linie treu geblieben. Denn obwohl die Partie am Montag wegen Dunkelheit beim Stand von 3:3 abgebrochen werden musste und erst am Dienstag fortgesetzt werden konnte, hat der Bayreuther damit nach den Australian Open und den French Open auch beim dritten Grand-Slam-Turnier seiner Laufbahn sein Auftaktmatch gewonnen. Er trifft in der nächsten Runde entweder auf den argentinischen French-Open-Finalisten Guillermo Coria oder den Südafrikaner Wesley Moodie.
Nach dem Spiel sagte Mayer: "Ich habe damit gerechnet, dass es viele Tiebreaks gibt. Arthurs kann nur aufschlagen, an der Grundlinie war ich ihm Welten überlegen." In der gesamten Partie gab es kein einziges Break, dabei war es für den Bayreuther erst das zweite Spiel auf Rasen nach seiner Erstrunden-Niederlage in Halle gegen den Russen Michail Juschni. Linkshänder Arthurs gilt mit seinem starken Service dagegen als absoluter Spezialist auf dem schnellen, grünen Grund. Umso bemerkenswerter war die Ruhe, mit der der Deutsche die Partie durchzog. "Ich habe meinen Aufschlag stabilisiert, bin auch schwer zu breaken", sagte er: "Ich war natürlich ein bisschen nervös, aber ich habe die Situation gut gemeistert."
Die deutschen Damen gingen in Wimbledon unter
Das Damenturnier findet dagegen bereits ab der zweiten Runde ohne deutsche Beteiligung statt. Einen Tag nach Marlene Weingärtner (Moers) scheiterten auch Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) und Anca Barna (Moers) in ihren Auftaktbegegnungen. Grönefeld unterlag der Thailänderin Tamarine Tanasugarn glatt 2:6, 0:6. Barna, als Weltranglisten-58. derzeit beste Deutsche im WTA-Computer, scheiterte mit 5:7, 2:6 an der Italienerin Maria Elena Camerin, die zwölf Plätze schlechter notiert ist. Nur drei deutsche Spielerinnen waren im Hauptfeld des wichtigsten Tennisturniers der Welt, in Runde zwei war keine mehr dabei.
"Das ist natürlich eine sehr schlechte Ausbeute und sehr enttäuschend", kommentierte Fed-Cup-Kapitän Klaus Eberhard die verheerende Bilanz: "Ich hoffe sehr, dass das eine Ausnahme bleibt. Hier wurde sicherlich keine Werbung für das Damentennis gemacht." Für die erneut verschärfte Frauenkrise haben sich die Spielerinnen den denkbar schlechtesten Zeitpunkt ausgesucht. Just am Dienstag war Eberhard Wensky in London eingeflogen, um in seiner Eigenschaft als Turnierdirektor der German Open in Berlin mit der WTA über die Zukunft der höchst gefährdeten Veranstaltung zu verhandeln.
Am Dienstag sollten auch noch Tommy Haas, Rainer Schüttler, Alexander Popp und Lars Burgsmüller ihre Erstrundenpartien bestreiten. Für den Nachmittag waren allerdings schwere Regenfälle angekündigt.
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