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Alexander Popp trifft in Runde drei auf Kenneth Carlsen: Wimbledon: Mayer und Popp im Achtelfinale

zuletzt aktualisiert: 27.06.2004 - 16:39

London (rpo). Während mit Rainer Schüttler die deutsche Nummer eins in Wimbledon nach einer enttäuschenden Leistung ausgeschieden ist, entwickelt sich Florian Mayer zum Shooting-Star: Achtelfinale. Wenig später rückte auch Alexander Popp nach.

In der Volksfest-Atmosphäre des "People's Sunday" hat Florian Mayer in Wimbledon seine ganz persönliche Tennis-Fete gefeiert, Rainer Schüttler dagegen fing sich einen schweren Kater ein. Mayer zog erstmals in seiner Laufbahn ins Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers ein und war mit sich und der Welt rundum zufrieden. "Ich bin sehr stolz, dass ich die Runde der letzten 16 erreicht habe", sagte der 20 Jahre alte Youngster aus Bayreuth nach seinem erneut überzeugend herausgespielten 4:6, 6:4, 6:1, 6:4 über den Südafrikaner Wayne Ferreira: "Das alles ist für mich ein unglaublicher Erfolg."

Unglaublichen Erfolg hatte Rainer Schüttler im letzten Jahr, in der Saison 2004 läuft es für die Nummer acht der Welt dagegen weiterhin schlecht. Der Korbacher unterlag nach einer schwachen Leistung dem US-Amerikaner Vince Spadea mit 4:6, 2:6, 3:6 und hatte überhaupt keine Erklärung für seine Form. "Vorhand, Rückhand, Aufschlag, Volleys, nichts hat geklappt", sagte der 28-Jährige: "Ich habe reihenweise Fehler gemacht, es war überhaupt nicht mein Tag."

Popp gegen Roddick

Schüttler ist damit als letzter Spieler des etablierten deutschen Daviscup-Trios nach Nicolas Kiefer und Tommy Haas ausgeschieden und in der zweiten Wimbledon-Woche nicht mehr dabei. Alexander Popp erreichte bei seinem dritten Start indes zum dritten Mal das Achtelfinale. Der Rasenspezialist aus Mannheim zog mit einem souverän herausgespielten 7:5, 6:4, 6:4-Erfolg über den Dänen Kenneth Carlsen in die Runde der letzten 16 ein. 2000 und 2003 stand er bei den All England Championships bereits jeweils im Viertelfinale. Um erneut unter die letzten Acht vorzustoßen, müsste Popp am Montag allerdings den an Nummer zwei gesetzten US-Open-Champion Andy Roddick aus den USA bezwingen.

Popp war nach dem erneuten Achtelfinaleinzug erleichtert: "Ich hatte hier viele Punkte zu verteidigen, hatte großen Druck", sagte der 27-Jährige. Das letzte Jahr war für ihn völlig missglückt, auch mit Hilfe eines Psychologen hat er sich nun wieder gefangen. Nach der Pflicht blickt er zuversichtlich auf die Kür voraus. Am Montag spielt er gegen den Weltranglisten-Zweiten Andy Roddick. "Roddick ist sicherlich Favorit, aber am Ende kommt es auf dem Platz darauf an, wer an dem Tag besser ist", sagte Popp, "wenn Roddick dieses Turnier hier gewinnen will, muss er mich erstmal schlagen."

Derweil hat Florian Mayer in sieben Tagen Wimbledon schon fast alle Saisonziele erreicht. Platz 50 in der Welt ist zum Greifen nah, mit rund 63.000 Euro Preisgeld läst sich die weitere Laufbahn auch einfacher planen. In der nächsten Runde am Montag hat er es mit dem Schweden Joachim Johansson zu tun, der in den ersten drei Runden ein wahres Aufschlaggewitter auf die Rasenplätze donnerte.

"Beweg dich!"

38 Asse schlug Johansson er bei seinem Vier-Satz-Sieg gegen Jonas Björkman, 101 insgesamt waren es in den ersten drei Matches. "Das wird sehr schwer, er spielt ja auch von hinten gut", sagt Mayer. Mit Johansson hat er vor zwei Jahren gemeinsam in Nürnberg Bundesliga gespielt, trainiert haben sie aber nicht zusammen. "Die Chancen liegen bei 50 zu 50" erwartet Mayers Coach Ulf Fischer.

Immer wieder musste er seinen Schützling in den ersten beiden Sätzen gegen Ferreira anfeuern. "Beweg dich mehr, mehr Spannung, komm jetzt", rief er Mayer in der Anfangsphase der Partie auf Platz sieben zu. Der 32 Jahre alte Südafrikaner hatte mit sicherem Aufschlag und steten Attacken die Partie zunächst völlig im Griff. Seinen ersten Breakball hatte Mayer bei 5:4 im zweiten Satz und nutzte ihn prompt. Danach war das Match für Ferreira gelaufen. "Ich habe mich im dritten Satz in einen Rausch gespielt, und im vierten hat ein Break gereicht", erklärt der Deutsche.

Ferreira stinksauer

Ferreira, der in Wimbledon sein 55. Grand-Slam-Turnier in Folge spielte und damit die alte Bestmarke von Stefan Edberg übertraf, war angesichts der gewitzten Vorführung des Nobodies aus Germany mit Stopps und Lobs sauer. "Er ist gut, aber er hat keinen besonders herausragenden Schlag", schimpfte der Veteran: "Ich hätte dieses Match nie verlieren dürfen." Mayer wollte sich darüber geradezu ausschütten vor Lachen und wurde sogar ein bisschen rot: "Er war wohl sehr enttäuscht. Außerdem hat der Gegner immer einen Hals, wenn man ihn ein bisschen ausspielt und schlecht aussehen lässt."

Leider waren bei der erneuten Mayer-Show nur ganz wenige Zuschauer auf der Anlage. Lediglich 7500 so genannte "Ground Tickets" waren in den freien Verkauf gegangen, und diese Fans standen zum frühen Spielbeginn um 11.00 Uhr noch draußen in der Schlange. Erst um Punkt neun begann der dritte "People's Sunday" in Wimbledons 127-jähriger Geschichte mit der Fan-Invasion auf den Centre Court und Platz eins. Bis die Außenplätze erreicht waren, dauerte es nach zahlreichen Sicherheitskontrollen länger.


STATISTIK:

118. All England Championships in Wimbledon (14,7 Millionen Euro)
7. Tag:

Herreneinzel, 3. Runde:

Florian Mayer (Bayreuth) -
Wayne Ferreira (Südafrika) 4:6, 6:4, 6:1, 6:4

Vince Spadea (USA/Nr. 30) -
Rainer Schüttler (Korbach/Nr. 8) 6:4, 6:2, 6:3

Alexander Popp (Mannheim) -
Kenneth Carlsen (Dänemark) 7:5, 6:4, 6:4

Roger Federer (Schweiz/Nr. 1/TV) -
Thomas Johansson (Schweden) 6:3, 6:4, 6:3

Andy Roddick (USA/Nr. 2) -
Taylor Dent (USA/Nr. 26) 6:3, 7:6 (8:6), 7:6 (7:1)

Sjeng Schalken (Niederlande/Nr. 12) -
Thomas Enqvist (Schweden) 5:7, 6:2, 3:6, 7:6 (10:8), 6:2

Tim Henman (Großbritannien/Nr. 5) -                                         Hicham Arazi (Marokko/Nr. 32) 7:6 (8:6), 6:4, 3:6, 6:2

Mark Philippoussis (Australien/Nr. 11) -                                      Fernando Gonzalez (Chile/Nr. 24) 6:4, 6:1, 6:7 (4:7), 7:5,

Joachim Johansson (Schweden) -
Jonas Björkman (Schweden/Nr. 17) 6:7 (5:7), 7:6 (7:5), 7:6 (8:6), 6:3

Ivo Karlovic (Kroatien) -
Feliciano Lopez (Spanien/Nr. 18) 7:6 (14:12), 7:6 (7:3), 6:7 (2:7), 7:5

Mario Ancic (Kroatien) -
Dominik Hrbaty (Slowakei/Nr. 25) 7:5, 6:3, 7:5

Xavier Malisse (Belgien) -
Karol Beck (Slowakei) 6:3, 6:3, 6:4

Damit im Achtelfinale:

Roger Federer - Ivo Karlovic

Carlos Moya - Lleyton Hewitt

Florian Mayer - Joachim Johansson

Sebastien Grosjean - Robby Ginepri

Tim Henman - Mark Philippoussis

Xavier Malisse - Mario Ancic

Vince Spadea - Sjeng Schalken

Sieger aus Alexander Popp - Andy Roddick

Dameneinzel, 3. Runde:

Serena Williams (USA/Nr. 1) -                                                     Magui Serna (Spanien) 6:4, 6:0

Amelie Mauresmo (Frankreich/Nr. 4) -                                         Ludmila Cervanova (Slowakei) 6:1, 6:4

Jennifer Capriati (USA/Nr. 7) -
Nathalie Dechy (Frankreich/Nr. 25) 7:5, 6:1

Paola Suarez (Argentinien/Nr. 9) -
Anne Kremer (Luxemburg) 6:1, 4:6, 6:0

Nadja Petrowa (Russland/Nr. 10) -
Tatjana Perebijnis (Ukraine) 7:6 (7:5), 6:2

Magdalena Malejewa (Bulgarien/Nr. 21) -
Denisa Chladkova (Tschechien) 7:5, 6:3

Karolina Sprem (Kroatien) -
Meghann Shaughnessy (USA/Nr. 32) 7:6 (7:5), 7:6 (7:2)

Rita Grande (Italien) -
Virginie Razzano (Frankreich) 6:4, 4:6, 6:3

Damit im Achtelfinale:

Serena Williams - Siegerin aus Tatiana Golovin/Emmanuelle Gagliardi

Nadja Petrowa - Jennifer Capriati

Amelie Mauresmo - Siegerin aus Virginia Ruano-Pascual/Silvia Farina

Paola Suarez - Rita Grande

Lindsay Davenport - Wera Swonarewa

Magdalena Malejewa - Karolina Sprem

Tamarine Tanasugarn - Ai Sugiyama

Maria Scharapowa - Amy Frazier


 
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