Leichtathletik: Wirbel um Dopingverdacht gegen deutsche Mittelstrecklerin
zuletzt aktualisiert: 18.06.2005 - 10:41Florenz (rpo). Nach der Aufregung um ein verbotenes Medikament der aus der Startliste gestrichenen Mittelstrecklerin Antje Möldner aus Potsdam endete der erste Tag des Superliga-Finale im Europacup der Leichtathleten im italienischen Florenz mit dritten Rängen für die als Titelverteidiger angetretenen Männer und auch für die Frauen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).
Dabei gab es einen deutschen Diskussieg durch die endgültig für die WM qualifizierte Weltranglisten-Erste Franka Dietzsch (Neubrandenburg) mit 64,38 m und in den ersten acht Disziplinen fünf deutsche Saisonbestmarken.
Dritte Plätze belegten der neue Leverkusener 80-m-Hammerwerfer Markus Esser mit 76,11 m und der Wattenscheider Jan Fitschen in 15: 20,66 Minuten über 5000 m. Auf Rang vier landeten mit WM-Norm in 8: 22,37 Minuten über 3000 m Hindernis Filmon Ghirmai (Tübingen) und Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) über 5000 m in 15:20,66 Minuten. Fünfter wurden Weitspringerin Sofia Schulte (LG Staufen) mit schwachen 6,34 m, Verena Dreier (Siegen) in 9:59,22 Minuten über 3000 m Hindernis und der Leverkusener Hochspringer Roman Fricke (2, 24 m), der ebenso wie Ghirmai, Fitschen, Mockenhaupt und Dreier deutsche Jahresbestleistung erzielte.
Die deutschen Frauen werden am Sonntag auf Rang zwei bis vier erwartet, die Männer als Titelverteidiger auf einem Rang zwischen eins und drei. Erst- und Zweitplatzierte deutsche Athleten in 18 Männer- und 17 Frauenwettbewerben sind automatisch für die WM in Helsinki (6.-14. August) qualifiziert, falls sie auch die Norm besitzen. Diese hatten vor Florenz 28 DLV-Athleten geschafft.
Wegen der Gefahr eines positiven Dopingtests wird die deutsche 1500-m-Hallenmeisterin Antje Möldner am Samstag über 3000 m durch Susanne Ritter (Saarbrücken) ersetzt. Bevor erstmals vor einem solchen Wettbewerb Bluttests durchgeführt wurden, um über eventuell zu hohe Hämatokrit- oder Hämoglobinwerte Hinweise auf Blutdoping zu erhalten, gab Antje Möldner gegenüber Mannschaftsarzt Dr. Detlef Schlegel an, auf Anraten ihres Hausarztes ein ohne beider Wissen inzwischen verbotenes Bronchialasthma-Mittel eingenommen zu haben. Der Name der Substanz wurde nicht bekannt gegeben.
"Unser Mannschaftsarzt weiß definitiv, dass die Athletin mit diesem Medikament nicht antreten kann", sagte der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow. Die 21-Jährige hätte spätestens 21 Tage zuvor eine Ausnahmegenehmigung beim Weltverband IAAF einholen müssen.
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