Driesen Vierter: WM-Gold und Weltrekord für Rupprath
zuletzt aktualisiert: 27.07.2003 - 18:09Barcelona (rpo). Am letzten Tag der Schwimm-WM in Barcelona hat es für Thomas Rupprath endlich zum ersehnten Titel gereicht. Über 50 m Rücken schwamm der Deutsche in Weltrekordzeit zu Gold.
Der bis dahin medaillenlose Thomas Rupprath empfand seinen Triumph am letzten WM-Tag als Erlösung. "Der Druck war riesig. Aber nun habe ich mein Traumziel erreicht", sagte der von Zentnerlasten befreite 26-Jährige, nachdem er in 24,80 Sekunden nach 27 internationalen Medaillen erstmals WM-Gold gewonnen hatte.
In einem perfekten Rennen blieb der Wuppertaler 19 Hundertstelsekunden unter der vier Jahre alten Marke des US-Amerikaners Lenny Krayzelburg und holte erstmals seit 1991 (Doppelsieg durch den Potsdamer Jörg Hoffmann) wieder einen Titel für die deutschen Herren.
Ruppraths Trainingspartner Steffen Driesen entpuppte sich als Pechvogel, schwamm wie über die doppelte Distanz erneut Bestzeit (25,14) und wurde trotzdem wieder nur Vierter. Die EM-Dritte Nicole Hetzer (Burghausen) verpasste über 400 m Lagen (5. in 4:43,22 Minuten) ebenso einen Treppchenplatz wie Sandra Völker (Hamburg) über 50 m Freistil (5. in 25,14 Sekunden) und Sarah Poewe (Wuppertal) über 50 m Brust (7. in 32,03).
Cheftrainer Beckmann zufrieden
"Wir wollten Platz drei in der Nationenwertung halten, das war unser oberstes Ziel", sagte Cheftrainer Ralf Beckmann, der trotz mehrerer Enttäuschungen den großen Teamgeist pries: "Die Mannschaft hat nicht nur die Erfolge gefeiert, sondern auch bei Niederlagen eine engagierte Haltung bewiesen." Mit Blick auf Athen meinte Beckmann: "Wir kennen unsere Schwachstellen und haben 384 Tage Zeit, daran zu arbeiten."
Für einen "historischen Tiefpunkt" sorgte die Männer-Lagenstaffel mit ihrem Vorlauf-Aus. Das hatte es in der WM-Geschichte noch nicht gegeben. "Dafür werden wir berechtigt Prügel beziehen", sagte der Chefcoach, der im Vorlauf Rupprath und Driesen schonte.
Die Lagenstaffel der US-Männer gewann im Finale in Weltrekordzeit. Die Amerikaner verbesserten ihre eigene Bestleistung vom Vorjahr (3:33,48) um 1,94 Sekunden auf 3:31,54 Minuten und stellten damit die 14. Bestmarke der Titelkämpfe in Katalonien auf. Silber ging an das russische Quartett, das sich den Europarekord von der deutschen Mannschaft (3:35,88) in 3:34,72 Minuten holte, Bronze an Japan.
Die USA übernahmen auch dank ihres erst 18 Jahre alten Ausnahmeschwimmers Michael Phelps mit elf Goldmedaillen die Spitzenposition von Australien. Phelps stahl mit einer Weltrekordserie, die er mit seinem Sieg über 400 m Lagen in 4:09,09 Minuten krönte, Superstar Ian Thorpe die Show. Erstmals seit den Olympischen Spielen 1972 in München durch Mark Spitz setzte ein Schwimmer bei großen Wettbewerben wieder fünf Weltbestmarken.
MEDAILLENSPIEGEL (Gold Silber Bronze)
1. USA 11 12 5
2. Australien 6 9 7
3. Deutschland 5 1 2
4. Russland 3 2 2
5. China 3 - 4
6. Großbritannien 2 3 3
7. Ukraine 2 2 2
8. Niederlande 2 2 1
9. Japan 2 1 3
10. Polen 1 1 -
11. Spanien 1 - -
11. Weißrussland 1 - -
11. Finnland 1 - -
14. Ungarn - 4 1
15. Slowakei - 1 1
16. Dänemark - 1 -
16. Tschechien - 1 -
16. Kroatien - 1 -
19. Frankreich - - 2
19. Rumänien - - 2
21. Italien - - 1
21. Schweden - - 1
21. Südafrika - - 1
21. Tunesien - - 1
* über 100 m Rücken der Frauen wurde Silber zweimal vergeben.
ERGEBNISÜBERSICHT
1.500 m Freistil (Männer):
1. Grant Hackett (Australien) 14:43,14 Minuten
2. Igor Tscherwinsky (Ukraine) 15:01,04
3. Erik Vendt (USA) 15:01,28
4. David Davies (Großbritannien) 15:05,04
5. Larsen Jensen (USA) 15:08,25
6. Graeme Smith (Großbritannien) 15:12,64
7. Christian Minotti (Italien) 15:14,84
8. Pawel Korzeniowski (Polen) 15:16,07
50 m Rücken (Männer):
1. Thomas Rupprath (Wuppertal) 24,80 Sekunden (Weltrekord)
2. Matthew Welsh (Australien) 25,01
3. Johannes Zandberg (Südafrika) 25,07
4. Steffen Driesen (Wuppertal) 25,14
5. Randall Bal (USA) 25,19
6. Darius Grigalionis (Litauen) 25,53
7. Josh Watson (Australien) 25,62
8. Aaron Peirsol (USA) 25,75
400 m Lagen (Männer):
1. Michael Phelps (USA) 4:09,09 Minuten (Weltrekord)
2. Laszlo Cseh (Ungarn) 4:10,79 (Europarekord)
3. Oussama Mellouli (Tunesien) 4:15,85
4. Thomas Wilkens (USA) 4:16, 06
5. Massimiliano Rosolino (Italien) 4:17,30
6. Takahiro Mori (Japan) 4:17,54
7. Brian Johns (Kanada) 4:20,27
8. Alessio Boggiatto (Italien) 4:21,23
4x100 m Lagen (Männer):
1. USA (Aaron Peirsol, Brendan Hansen, Ian Crocker, Jason Lezak) 3:31,54 Minuten (Weltrekord)
2. Russland 3: 34,72 (Europarekord)
3. Japan 3:36,12
4. Frankreich 3:36,39
5. Niederlande 3:37,12
6. Ukraine 3:37,28
7. Kanada 3:37,94
8. Großbritannien 3:38,21
50 m Freistil (Frauen):
1. Inge de Bruijn (Niederlande) 24,47 Sekunden
2. Alice Mills 25,07
3. Lisbeth Lenton (beide Australien) 25,08
4. Jenny Thompson (USA) 25,10
5. Sandra Völker (Hamburg) 25,14
6. Martina Moravcova (Slowakei) 25,17
7. Marleen Veldhuis (Niederlande) 25,49
8. Sviatlana Chachlowa (Weißrussland) 25,53
50 m Brust (Frauen):
1. Xuejuan Luo (China) 30,67
2. Brooke Hanson (Australien) 31,13
3. Zoe Baker (Großbritannien) 31,37
4. Leisel Jones (Australien) 31,50
5. Tara Kirk 31,87
6. Kristy Kowal (beide USA) 31,96
7. Sarah Poewe (Wuppertal) 32,03
8. Elena Bogomazowa (Russland)
400 m Lagen (Frauen):
1. Jana Klotschkowa (Ukraine) 4:36,74 Minuten
2. Eva Risztov (Ungarn) 4:37,39
3. Beatrice Caslaru (Rumänien) 4:41, 86
4. Maggie Bowen (USA) 4:43,21
5. Nicole Hetzer (Burghausen) 4:43,32
6. Diana Remenyi (Ungarn) 4:45,67
7. Georgina Bardach (Argentinien) 4:46,06
8. Jennifer Reilly (Australien) 4:48,11
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