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Schwimm-WM in Montreal: Zweites Silber für Buschschulte

zuletzt aktualisiert: 27.07.2005 - 10:56

Montreal (rpo). Antje Buschschulte klettert aus dem Wasser und baut sich in Siegerpose vor den Zuschauern auf. Seht her, demonstriert "Mrs. Zuverlässig" mit ihrer Geste, ich habe es wieder geschafft - die deutsche Ausnahme-Schwimmerin hatte soeben ihre zweite Silbermedaille bei der WM in Montreal gewonnen.

"Ich habe zwar meinen Titel nicht verteidigt, aber mit dem zweiten Platz bin ich total glücklich", sagte der Lockenkopf. Und DSV-Sportdirektor Ralf Beckmann zollte der 26-Jährigen ein Sonderlob: "Das war einmal mehr eine Weltklasseleistung."

Seit 1999 hat Buschschulte - mit Ausnahme von Olympia 2000 in Sydney - über ihre Paradestrecke 100 m Rücken bei jedem Großereignis eine Medaille gewonnen. Dabei hatte die Magdeburgerin im Ziel noch um ihren Erfolg gezittert: "Ich habe am Ende nur noch gebissen und nichts mehr gesehen. Ich dachte schon, ich sei nur Vierte geworden."

In 1:00,84 Minuten fing Buschschulte sogar noch um vier Hundertstel die neben ihr schwimmende Weltrekordlerin Natalie Coughlin aus den USA ab. Nur draußen auf der Außenbahn war Kirsty Coventry (1:00,24) schneller und bescherte Simbabwe damit das historische erste WM-Gold.

"Das einzige Manko war, das ich gerne noch ein bisschen schneller geschwommen wäre", meinte Buschschulte, die bereits zum Auftakt Silber mit der 4x100m-Freistilstaffel gewonnen hatte, selbstkritisch. Dabei hat sie aus Studiengründen ihr Training in diesem Jahr deutlich reduziert. "Die Übungseinheiten im Wasser habe ich im Vergleich zur Vorbereitung auf Olympia in Athen halbiert", sagte Buschschulte, die 2006 ihr Diplom in Neurobiologie macht.

"Unter diesen Umständen", meinte Beckmann, "ist ihre Leistung gar nicht hoch genug einzuschätzen." Nachdem Franziska van Almsick von der Schwimm-Bühne abgetreten ist und Hannah Stockbauer pausiert, gehört Buschschulte im Team des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) der alleinige Star-Status. "Sie ist die herausragende Schwimmerin in unserer Mannschaft und von ihrer professionellen Einstellung ein Vorbild für alle", meint Beckmann.

Während Buschschulte allen Grund zum Jubeln hatte, blieb ihre Zimmerkollegin und Olympia-Fünfte Sarah Poewe mit Platz sieben über 100 m Brust in 1:08,47 Minuten ein wenig unter ihren Möglichkeiten. Ein starkes Rennen schwamm Routinier Jana Henke aus Potsdam (16:17, 89) bei ihrem fünften Rang über 1.500 m Freistil.

Die Chance auf eine Medaille erhielt sich Mark Warnecke (Essen) über 50 m Brust. In 27,96 Sekunden zog der mit 35 Jahren älteste WM-Teilnehmer als Sechster in den Endlauf ein. "Dabei war ich mit dem Rennen gar nicht zufrieden", meinte der Olympia-Dritte von 1996, der im vergangenen halben Jahr 18 kg abgespeckt hat. Ebenfalls im Finale steht Youngster Helge Meeuw (Wiesbaden) als Fünfter über 200 m Schmetterling.

Unterdessen entschädigte sich Superstar Michael Phelps für das peinliche Vorrunden-Aus über 400 m Freistil und holte über die halbe Distanz in 1:45,20 sein erstes Einzel-Gold in Kanada. "Ich habe die richtige Antwort gegeben. Ich hoffe, dass der Knoten geplatzt ist", meinte der US-Boy erleichtert.

Bei Olympia hatte Phelps in einem dramatischen Rennen Platz drei belegt. Die beiden Erstplatzierten von Athen, Ian Thorpe (Australien) und Peter van den Hoogenband (Niederlande), hatten auf einen Start in Kanada verzichtet. In Montreal kann Phelps insgesamt noch auf je dreimal Gold in den Einzeln und mit der Staffel kommen.


Schwimmen, 11. WM in Montreal, Beckenwettbewerbe, 3. Tag:

Finals:

Männer:

200 m Freistil:

1. Michael Phelps (USA) 1:45,20 Minuten, 2. Grant Hackett (Australien) 1:46,14, 3. Ryk Neethling (Südafrika) 1: 46,63, 4. Brent Hayden (Kanada) 1:46,85, 5. Nicholas Sprenger (Australien) 1:47,09, 6. Peter Vanderkaay (USA) 1:47,25, 7. Emiliano Brembilla (Italien) 1:47,63, 8. Zhang Lin (China) 1:49,45 - im Vorlauf ausgeschieden u.a.: 18. Paul Biedermann (Halle/Saale) 1:49,47

100 m Rücken:

1. Aaron Peirsol (USA) 53,62 Sekunden, 2. Randall Bal (USA) 54,02, 3. Laszlo Cseh (Ungarn) 54,27, 4. Tomomi Morita (Japan) 54,31, 5. Arkadi Wjatschanin (Russland) 54,50, 6. Aristeidis Grigoriadis (Griechenland) 54,61, 7. Markus Rogan (Österreich) 54,81, 8. Blaz Medvesek (Slowenien) 55,13 - im Vorlauf ausgeschieden u.a.: 20. Marco Di Carli (Sögel) 55,95

Frauen:

1.500 m Freistil:

1. Kate Ziegler (USA) 16:00,41 Minuten, 2. Flavia Rigamonti (Schweiz) 16:04,34, 3. Brittany Reimer (Kanada) 16: 07,73, 4. Laura Conway (USA) 16:17,17, 5. Jana Henke (Potsdam) 16: 17,89, 6. Erika Villaecija (Spanien) 16:17,92, 7. Rebecca Cooke (Großbritannien) 16:23,25, 8. Yumi Kida (Japan) 16:23,89

100 m Rücken:

1. Kirsty Coventry (Simbabwe) 1:00,24 Minuten, 2. Antje Buschschulte (Magdeburg) 1:00,84, 3. Natalie Coughlin (USA) 1:00,88, 4. Reiko Nakamura (Japan) 1:01,00, 5. Hannah McLean (Neuseeland) 1:01,16, 6. Hanae Ito (Japan) 1:01,25, 7. Louise Ornstedt (Dänemark) 1:01,36, 8. Sophie Edington (Australien) 1:01,97

100 m Brust:

1. Leisel Jones (Australien) 1:06,25 Minuten, 2. Jessica Hardy 1:06,62, 3. Tara Kirk (beide USA) 1:07,43, 4. Luo Xuejuan (China) 1:07,60, 5. Brooke Hanson (Australien) 1:08,07, 6. Suzaan van Biljon (Südafrika) 1:08,38, 7. Sarah Poewe (Wuppertal) 1: 08,47, 8. Chiara Boggiatto (Italien) 1:08,98

Quelle: sid

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