Bundestrainer bis 2008 in Doppelfunktion: Basketball: Bauermann verlängert in Bamberg
zuletzt aktualisiert: 08.03.2005 - 14:19Berlin (rpo). Coach Dirk Bauermann hat seinen Vertrag bei Basketball-Bundesligist GHP Bamberg bis einschließlich 2008 verlängert. Dies bedeutet, dass die deutsche Nationalmannschaft, die Bauermann ebenfalls betreut, auch weiterhin ohne hauptamtlichen Trainer auskommen muss. Nowitzki und Co. dürfte das jedoch egal sein. Ihr großes Ziel ist eine olympische Medaille in Peking 2008- zur Not auch mit einem "Teilzeit-Trainer".
"Das schadet in keinster Weise. Dirk Bauermann arbeitet auch jetzt schon sehr intensiv an seinem Konzept und der Umsetzung", erklärte DBB-Vizepräsident Wolfgang Hilgert.
Terminanpassung wegen Doppelfunktion
So wird der "Man in black", der seit Jahren am Spielfeldrand in schwarzem Anzug und kragenlosem Shirt der Arbeit nachgeht, seine Doppelfunktion weiterführen. Hilfreich für den neuerlichen Kompromiss, der ursprünglich im Sommer 2005 enden sollte, war aus Sicht des DBB die Neuregelung der internationalen Top-Wettbewerbe durch den Basketball-Weltverband (Fiba). Offizielle Länderspiele, Qualifikationen und Turniere finden in der Sommerpause der nationalen Ligen statt.
Statt also monatelang auf Lehrgänge zu warten und sich mit der Beobachtung von Spielern und Gegner die Zeit zu vertreiben, bleibt der 47-jährige Bauermann am Bundesliga-Standort Bamberg in Aktion. "Meine Absicht hierzubleiben, hat immer festgestanden. Man musste sich nur zwischen Verein und Verband einigen", sagte Bauermann. Neben der vermutlichen finanziellen Entlastung des Verbandsetats hatte Hilgert schon vor Wochen auf den Praxisfaktor einer solchen Lösung verwiesen: "Ein Coach, der nicht coacht, kommt aus der Übung. "
Nachwuchs wird stärker gefördert
Diese Philosophie spiegelt sich auch in der Einbindung von weiteren Bundesliga-Trainern in die Nachwuchsarbeit wider, die immer deutlicher die Handschrift von Bauermann trägt. Die unter 18 Jahre alten Talente werden im Sommer erstmals von seinem Ex-Spieler und aktuellen Trainer von Rekordmeister Bayer Giants Leverkusen, Heimo Förster, gecoacht.
Dessen Team muss sich in der Vorrunde der EM im Juli gegen die Topteams Russland, Litauen und Israel beweisen, doch unabhängig von den konkreten Spielergebnissen, geht es Förster um die Zukunft. "Es ist höchste Zeit, die Nachwuchsförderung noch ernster zu nehmen", mahnte der 40-Jährige in Kenntnis der Rückschläge im eigenen Verein.
Seit drei Spielzeiten versucht Förster, ein Konzept mit jungen deutschen Spielern in Leverkusen zu etablieren, die nach der ursprünglichen Dreijahresplanung in dieser Saison bereits um die Meisterschaft mitspielen sollten. Stattdessen dürfte erstmals die Qualifikation für die Playoffs verpasst werden.
Auch US-Amerikaner an Bord geholt
Dritter im Bund der "Nebenjobler" ist der US-Amerikaner Chris Fleming, der die "U20"-Auswahl betreuen wird. Im Hauptberuf hat der 35 Jahre alte Ex-Profi die Artland Dragons aus Quakenbrück in der niedersächsischen Provinz bis in die nationale Spitzenklasse geführt.
Auf Wunsch Bauermanns ist Fleming nun mit an Bord des DBB und freut sich, Verantwortung zu übernehmen: "Die Philosophie von Dirk hat mich sofort überzeugt." Ob diese jedoch über 2008 ihre Wirkung entfalten darf, hängt primär vom sportlichen Erfolg ab. Olympia ohne Nowitzki und Co. könnte das Trendmodell "Teilzeit" schnell beenden.
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