Samstag: Basketball-Bundesliga startet erstmals mit 18 Vereinen
zuletzt aktualisiert: 28.09.2006 - 15:01Neuss (rpo). Erstmals mit 18 Vereinen, 270 Spielern aus 25 Nationen, vielen neuen Gesichtern, einem neuen Modus, aber den alten Titelfavoriten startet die Basketball-Bundesliga am Samstag in ihre 41. Saison. Nach der insgesamt vierten Aufstockung der Liga seit ihrer Gründung 1966 droht den Korbjägern wirtschaftlich und sportlich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.
Vielsagend hat sich Deutschlands Superstar Dirk Nowitzki beim Meistertipp festgelegt: "Meiner Meinung nach sind es die üblichen Verdächtigen: Alba Berlin, Brose Baskets Bamberg und RheinEnergie Köln."
Die drei zugleich finanziell stärksten Klubs machen aus ihren Saisonzielen keinen Hehl, nur Titelverteidiger Köln zeigt mit dem jüngsten Kader der Liga ein wenig Zurückhaltung. "Das Herz sagt: Wir wollen den Titel. Der Verstand sagt jedoch: Es wird sehr schwer", meinte RheinEnergie-Manager Stephan Baeck.
Die Bestätigung der ersten Meisterschaft in der jungen Vereinsgeschichte begann für die Rheinländer mit einem 75:74 gegen Pokalsieger Berlin im Duell um den Champions Cup. Nahtlos haben sich bereits die Zugänge Ronald Burrell oder Aufbauspieler Demond Mallet ins Team eingefügt. "Auch mit Blick auf die Euroleague müssen wir die Emotionen im Team hochhalten, das war in der letzten Saison unsere Stärke", ergänzte Ex-Europameister Baeck.
Nach drei Jahren ohne Meistertitel haben die "Albatrosse" einen Umbruch vorgenommen und nochmal kräftig investiert. "Wir haben den Etat um zehn Prozent gesteigert und nähern uns unserem Ziel, der Acht-Millionen-Marke", berichtete Alba-Manager Marco Baldi: "Wir müssen wieder Herz, Geist und Mentatität entwickeln, um große Ziele zu erreichen." Immerhin wissen die Berliner in Demond Greene und Johannes Herber zwei der insgesamt nur vier in der Bundesliga tätigen aktuellen Nationalspieler im Aufgebot.
Bamberg setzt unter anderem auf WM-Teilnehmer Robert Garrett und insgesamt sieben Zugänge. Die von Bundestrainer Dirk Bauermann betreuten Franken starten mit einem runderneuerten Kader, einem neuen Hauptsponsor und einer neuen Halle (Fassungsvermögen: 6900 Zuschauer) in die neue Spielzeit. Mit einem Etat von 4,5 Millionen Euro ist das Halbfinale Pflicht. Zwar wurden bereits 5000 Dauerkarten, aber noch nicht die Werbefläche auf dem Trikot verkauft.
Für den Rest der Liga geht es in den insgesamt 308 Vorrundenspielen um den Einzug in die Playoffs oder den Klassenerhalt. Dafür wurden Kader fast komplett ausgewechselt. Die Giessen 46ers, einzig überlebender Klub der ersten Bundesliga-Stunde, geht mit nur zwei, EWE Baskets Oldenburg mit nur drei Akteuren aus der vergangenen Saison an den Start. Sechs Neue leistete sich EnBW Ludwigsburg, Rekordmeister Bayer Giants Leverkusen holte gleich sechs Amerikaner.
Auf der US-Welle - insgesamt stehen 105 Amerikaner in der neuen Saison unter Vertrag - reiten auch die Telekom Baskets Bonn. Trainer Michael Koch verpflichtete sechs Korbjäger aus Übersee, die den treuen Fans Appetit auf rosigere Zeiten machen sollen. Ein halbes Dutzend Amerikaner stehen neuerdings auch auf der Gehaltliste von Ex-Meister Deutsche Bank Skyliners Frankfurt, der nicht noch einmal in den Abstiegsstrudel geraten will.
Am Ende der Vorrunde steigen die beiden auf den Rängen 17 und 18 platzierten Vereine direkt ab und die Meister der Zweiten Ligen Nord und Süd ohne Relegationsrunde direkt auf, sofern sie die Standards der BBL (3000 Zuschauer fassende Halle und 1,0 Millionen Euro Mindestetat) erfüllen.
"Es wird eine intensive und interessante Saison", hofft Bundesliga-Boss Jan Pommer mit Blick auf die Live-Übertragungen von insgesamt 65 Spielen beim Pay-TV-Sender Premiere (sonntags 17.00 Uhr) und auf die Nachwuchsförderung. Neben einigen Aktionen und Programmen der Klubs soll unter anderem die neue Nachwuchs-Bundesliga (NBBL) mittelfristig neue Nowitzkis in die Bundesliga spülen.
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