89:48-Kantersieg gegen Estland: Basketball: Nowitzki lernt deutschen Nachwuchs kennen
zuletzt aktualisiert: 31.07.2004 - 11:40Trier (rpo). Dirk Nowitzki hatte ein unerwartetes Prblem: Nicht die Esten bereiteten dem deutschen Basketball-Superstar Kopfschmerzen, sondern die vielen neuen Gesichter bei der deutschen Nationalmannschaft. Nach dem 89:48 (43:20)-Kantersieg im Testländerspiel in Trier gegen Estland sagte der Forward von den Dallas Mavericks: "Es waren viele junge Leute dabei, die ich in diesen Tagen das erste Mal gesehen habe. Ich hatte vorher noch nicht mal deren Namen gehört."
Mit dem ersten Ergebnis des sanften personellen Umbruchs im deutschen Team war der 26-Jährige aber zufrieden. "Sie haben ihre Sache ordentlich gemacht und stehen vor einer guten Zukunft", meinte der Millionen-Mann der Dallas Mavericks. Ein Ritterschlag der besonderen Art für die Länderspieldebütanten, die sich in den anstehenden Tests gegen Italien am Sonntag (15 Uhr) und das Dream Team der USA am Mittwoch (20 Uhr) jeweils in Köln erneut bewähren können.
Nowitzki voll des Lobes über die Talente
Dass das Quartett mit Johannes Strasser (RheinEnergie Köln), Dirk Mädrich (GHP Bamberg), Johannes Herber (West Virgina University) und Gordon Geib (Bayer Leverkusen) den großen Blonden aus Übersee aber schon jetzt nachhaltig beeindruckt haben, bewies die Tatsache, dass Nowitzki die Namen der vier Youngster nach dem Schlusspfiff fast schlafwandlerisch sicher herunterbeten konnte - und es ganz bewusst auch immer wieder tat.
Elf Monate nach dem peinlichen Vorrunden-Aus bei der EM in Schweden und der verpassten Olympiateilnahme hat die Zukunft des deutschen Basketballs am Freitagabend in der mit 6.000 Zuschauern ausverkauften Arena in Trier begonnen. Dabei ging das Comeback von Dirk Bauermann, der zehn Jahre nach seinem ersten Engagement als Bundestrainer erfolgreich in seine zweite Amtszeit startete, wegen des Jubels um Nowitzki - mit 13 Punkten zweitbester Werfer hinter Ademola Okulaja (16/Casademont Gerona) - fast unter.
Der 46-jährige Coach aus Bamberg reihte sich dann auch demonstrativ in die Masse der vielen Nowitzki-Bewunderer ein. Noch Minuten nach dem Schlusspfiff betrachtete Bauermann aus sicherer Distanz und mit zufriedener Miene, wie der 2,13 Meter-Riese geduldig die Autogrammwünsche seiner Fans erfüllte. Später dann lobte der alte neue Bundestrainer seinen Hoffnungstrainer so überschwänglich, dass Nowitzki fast verlegen wurde.
Nowitzkis Wille zur Integration
"Man kann es nicht hoch genug anerkennen, dass solch ein Idol wie Dirk sich derart einsetzt. Die Bereitschaft, hart zu arbeiten, ist ebenso ausgeprägt wie der Wille zur Integration. Er ist nicht nur basketballerisch ein absoluter Glücksfall für unsere Mannschaft", betonte Bauermann, der zwischen dem 8. und 25. September auch in den meisten der sechs Qualifikationsspiele für die EM-Endrunde 2005 in Serbien und Montenegro auf den Blondschopf setzen kann.
Nur in den Partien in Ungarn und Belgien sowie beim Super-Cup in Bamberg (20. bis 22. August) wird Nowitzki voraussichtlich fehlen. Deutschland muss in der Qualifikationsgruppe mit der Ukraine, Ungarn und Belgien mindestens Platz zwei belegen, um sich direkt für die EM-Endrunde im kommenden Jahr zu qualifizieren.
Allerdings sollen die kontinentalen Wettkämpfe für Nowitzki nur eine Zwischenstadion auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking sein. "Ich will unbedingt mal an Sommerspielen teilnehmen. Allein das Einlaufen in ein Olympiastadion muss gigantisch sein", schwärmte der Würzburger, der sich ein bisschen vor den TV-Übertragungen aus Athen fürchtet: "Das wird bitter, da werden wir realisieren, dass wir nicht dabei sind." Eine Einladung als "Tourist" nach Griechenland lehnte Nowitzki, der mit Handball-Nationalspieler Stefan Kretzschmar gut befreundet ist, deshalb auch ab.
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