Deutschland will Dream Team ärgern: Basketball: Spektakel in der Kölnarena
zuletzt aktualisiert: 03.08.2004 - 10:49Köln (rpo). Dirk Nowitzki demonstriert vor dem Spiel des Jahres Selbstbewusstsein. "Die Amerikaner sind nicht mehr unschlagbar", erklärt der Star der Dallas Mavericks vor dem Basketball-Spektakel gegen die US-Olympiaauswahl am Mittwoch (20 Uhr) in der Kölnarena. Sollte es vor 18.000 Zuschauern nicht mit einem Sieg klappen, "wollen wir sie doch zumindest ein bisschen ärgern".
In erster Linie sollen jedoch der Spaß und vor allem die Werbung für den Basketball im Vordergrund stehen, mit der die DBB-Auswahl unter ihrem neuen Bundestrainer Dirk Bauermann beim 85:77 gegen den Olympia-Teilnehmer und EM-Dritten Italien bereits begonnen und unter den Fans damit Erwartungen geschürt hat.
Nach den drei Niederlagen bei der WM 2002 in Indianapolis gegen Argentinien, das damalige Jugoslawien und Spanien nach zuvor 58 Siegen in Folge hat die Konkurrenz den Respekt vor den NBA-Profis weitgehend verloren. Von einem "Dream Team" will Nowitzki ohnehin nichts mehr wissen: "Der Mythos ist tot, das ist lediglich eine NBA-Auswahl." Allerdings noch immer mit ausgezeichneten Basketballern, auch wenn einige Superstars aus diversen Gründe auf eine Olympia-Teilnahme in Athen verzichten.
Nowitzki glaubt an US-Olympiasieg
"Dennoch haben sie genügend gute Spieler, um erneut Gold zu holen", versicherte Nowitzki. Von dem ursprünglichen Kader mit Shaquille O'Neal, Kobe Bryant, Karl Malone, Jason Kidd oder Kevin Garnett sind nur noch Tim Dunkin (San Antonio Spurs) und Allen Iverson (Philadelphia 76ers) übrig geblieben. Coach Larry Brown vom Champion Detroit Pistons geht mit dem jüngsten Kader (23,6 Jahre im Schnitt) seit 1988 in das Unternehmen Olympia.
Nowitzki hat bereits eine Strategie parat, wie man die individuell und technisch starken US-Boys empfindlich stören kann. "Wir müssen sie vom Korb fernhalten und sie zu Distanzschüssen zwingen. Da fehlt es ihnen an Qualität", rät der 26-Jährige. Bauermann setzt dabei erneut auf eine aggressive Verteidigung: "Wir müssen frech und mutig auftreten, so dass wir das US-Trikot nur von vorn sehen." Center Patrick Femerling formulierte mit einem verschmitzten Lächeln sein eigenes Rezept gegen die schnellen NBA-Stars: "Da hilft nur grätschen, konsequent grätschen."
Bauermann warnt vor allzu hohen Erwartungen: "Wir müssen die Kirch im Dorf lassen, auch wenn wir Italien geschlagen haben. Das war die Pflicht, jetzt kommt die Kür." Ungefähr 30 Prozent Steigerung seien mit dem aktuellen Kader angesichts der kurzen Vorbereitung noch möglich. Außerdem sei die derzeitige US-Auswahl nicht mehr mit jener zu vergleichen, gegen die man im Vorfeld der WM 2002 zunächst ein Testspiel in Portland mit 73:91 und dann in der WM-Vorrunde mit 87:104 verlor.
"Nach der Pleite von Indianapolis bereiten sich die Amerikaner professioneller denn je auf Olympia vor", erklärte Bauermann. Das zeige allein die Tatsache, dass Coach Brown drei Spieler beim Testspiel gegen Puerto Rico auf die Tribüne verbannte, weil sie zu spät zur Mannschafts-Besprechung erschienen waren. "Jeder muss mitziehen und seine Stärken so einbringen, dass wir Erfolg haben", forderte der 63-Jährige, der bei Olympia 1964 in Tokio mit den USA Gold gewann - damals noch als Amateur.
Die erste Begegnung mit dem ersten, einzigen und wahren Dream Team um Jahrhundert-Basketballer Michael Jordan bei den Spielen 1992 in Barcelona verlor die DBB-Auswahl - damals mit NBA-Profi Detlef Schrempf - klar mit 68:111. Das zweite Duell bei der WM 1994 in Toronto endete 81:114. Dirk Bauermann saß damals als Interimscoach auf der Bank.
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