Große Emotionen in Atlanta: Michael Jordan verabschiedet sich von der All-Star-Bühne
zuletzt aktualisiert: 10.02.2003 - 12:31Atlanta (rpo). Die nordamerikanische Basketball-Liga NBA feierte sich am Wochenende wieder einmal selbst. Der Abschied von Michael Jordan war dabei der alles überstrahlende Akt des All-Star-Spiels.
Große Emotionen in Atlanta: Der 155:145-Sieg des Westens mit Dirk Nowitzki gegen die Auswahl des Ostens nach zweimaliger Verlängerung ging in der Verabschiedung von Superstar Michael Jordan beinahe unter.
Acht Tage vor seinem 40. Geburtstag verabschiedete sich Jordan unter Tränen von der großen Showbühne: "Ich fühle, dass die Zeit der Veränderung gekommen ist, ich mich zurücklehnen und diesen Kids beim Spielen zuschauen kann."
Doch bevor der sechsmalige NBA-Champion mit den Chicago Bulls am Ende der Saison sein Trikot für immer auszieht, gönnten Jordan und die NBA-Allstars den 20.325 Fans in der Philips-Arena von Atlanta und Milliarden TV-Zuschauern rund um den Globus einen Blick zurück. "Er ist der Größte, der jemals dieses Spiel gespielt hat", sagte Lakers-Center Shaquille O"Neal. Viele Akteure traten in "Air-Jordan"-Schuhen im Retro-Look an, Forward Vince Carter trat seinen Platz in der Starting Five an Jordan ab und "His Airness" zauberte nach schwachem Start wie in besten Tagen.
Jordan erzielte 20 Punkte für das unterlegene Team und schob sich in der Liste der besten Allstar-Scorer aller Zeiten mit 261 Punkten an Center Kareem Abdul-Jabbar (251) vorbei auf Platz eins. In der zweiten Hälfte verwickelte er seine Gegenspieler Nowitzki und Kevin Garnett in Verbal-Duelle und schenkte seinem Team mit einem phänomenalen Sprungwurf zum 138:136 beinahe den Sieg in der ersten Verlängerung. Doch einer seiner legitimen Nachfolger, Kobe Bryant vom Champion Los Angeles Lakers, verhinderte des Happyend der Jordan-Show mit zwei verwandelten Freiwürfen. "Ich wollte noch nie so gerne die Freiwürfe vorbeisetzen. Aber Michael wollte, dass ich das lieber nicht tun soll", meinte Bryant.
So verlief der finale Akt nicht ganz im Sinne des Drehbuchs und verwies auf die Erneuerungskräfte der erfolgreichsten Profiliga der Welt, die sich in der Ära Jordan zur Milliarden-Dollar-Industrie entwickelt hat. "Ich übergebe das Spiel in gute Hände. Ich gebe die Dinge weiter, die Dr. J und andere große Spieler wie Magic Johnson und Larry Bird mir gereicht haben und übergebe sie an diese Allstars hier", sagte Jordan.
Zu diesen zählte zum zweiten Mal der gebürtige Würzburger Dirk Nowitzki, der in 16 Minuten neun Punkte zum Sieg der West-Auswahl beisteuerte. Der 24-Jährige hatte in der Wahl der Fans lediglich 7000 Stimmen hinter Kevin Garnett (Minnesota Timberwolves) gelegen, der seine Nominierung mit 37 Punkten und der Wahl zum wertvollsten Spieler "MVP" rechtfertigte.
Eher enttäuschend verlief der erste NBA-Allstar-Einsatz des Chinesen Yao Ming. Der Center der Houston Rockets hatte sich dank der vielen Stimmen seiner Landsleute und US-Amerikaner chinesischer Abstammung einen Platz in der Starting Five gesichert, doch in 17 Minuten sprangen nur ein gelungener Dunking und zwei Rebounds raus. "Yao ist ein Feigling", klagte ein Fan auf der Website sina.com, doch vielleicht hatte der Star aus dem Reich der Mitte einfach nur das Motto des Abends ernst genommen. "Es ist Michaels Spiel", sagte Ming.
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