WM-Kampf gegen Box-Riese Walujew: Holyfield will's nochmal wissen
zuletzt aktualisiert: 18.11.2008 - 21:27Berlin (RPO). Profibox-Weltmeister Nikolai Walujew und Evander Holyfield haben gut einen Monat vor ihrem Duell um die WBA-Krone im Schwergewicht erstmals die Werbetrommel gerührt. Der russische Titelverteidiger und sein 46 Jahre alter Herausforderer aus den USA bestritten am Dienstag Pressekonferenzen in Zürich, dem Austragungsort am 20. Dezember, und Berlin.
In der Bundeshauptstadt posierten die beiden Protagonisten am Nachmittag zudem vor dem Brandenburger Tor für die Fotografen. "Viele Leute setzen Alter mit Schwäche gleich", erklärte Walujew, "aber Evander war ein großer Champion. Davor habe ich Respekt, aber ich bin mir sicher, dass ich ihn schlagen werde."
Als der Name des Ex-Weltmeisters aus Atlanta Mitte Oktober erstmals als möglicher Herausforderer genannt wurde, lehnte das Management des Russen den Kampf jedoch zunächst ab.
"Was soll man über uns denken", sagte Manager Boris Dimitrow, "dass wir auf der Suche nach Ruhm und Ehre durch Kämpfe gegen Oldies sind?" Walujew selbst bestritt nun, jemals gegen den Fight gewesen zu sein: "Ich habe nie gesagt, dass ich diesen Kampf nicht will."
Der Amerikaner jagt seit sieben Jahren seinem Traum hinterher, zum fünften Mal Weltmeister aller Klassen zu werden. "Es war immer mein Ziel, als Champion abzutreten", erklärte er. Holyfield hatte den WBA-Titel im Dezember 2001 durch eine Niederlage gegen John Ruiz verloren.
Seitdem kassierte er vier seiner insgesamt neun Niederlagen. Zuletzt scheiterte Holyfield im Oktober 2007 im Kampf um den WBO-Gürtel an Sultan Ibragimow. "Es ist eine große Ehre für mich, dass ich nun nocheinmal diese Chance bekomme", erklärte der elffache Vater, "ich will den Titel unbedingt gewinnen."
Für weltweites Aufsehen sorgte vor allem der "Ohrenbisskampf" Holyfields am 28. Juni 1997 gegen Mike Tyson, weshalb der Ringveteran für Promotor Wilfried Sauerland interessant ist. "Evander ist ein Riesenname, ein Riesenboxer, eine Riesengeschichte", schwärmte Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer, "der Kampf wird Niko hoffentlich den Durchbruch auf der anderen Seite des Atlantiks bringen."
Gerechnet wird für den Kampf mit rund einer Milliarde TV-Zuschauern weltweit. Der Fight wird in über 100 Ländern im Fernsehen übertragen, darunter auch in China. In Deutschland zeigt die ARD den Kampf live.
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