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Jakob Kölliker dapd 2011 panorama
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Eishockey-Bundestrainer Koelliker im Interview: "Bin keine Übergangslösung"

zuletzt aktualisiert: 10.11.2011 - 10:01

Düsseldorf (RPO). Jakob Koelliker, Nachfolger von Uwe Krupp als Eishockey-Bundestrainer, vor dem Deutschland-Cup über Gerüchte um eine kurze Amtszeit, das perfekte Spiel und eine zu kurze Vorbereitung auf die WM.

Jakob Koelliker sieht sich nicht als Übergangslösung.  Foto: dapd, dapd
Jakob Koelliker sieht sich nicht als Übergangslösung. Foto: dapd, dapd

Herr Koelliker, wie fühlt man sich so als Übergangslösung im Amt des Eishockey-Bundestrainers?

Koelliker: Sehen Sie mich als eine Übergangslösung? Ich sehe mich nicht so. Ich bin mit sehr viel Stolz Trainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft. Mein Ziel ist ganz klar: Ich will mit dem Team so erfolgreich wie möglich sein. Andere im Verband gehen offenbar nicht ganz so optimistisch an die Sache heran.

Es heißt, im nächsten Jahr würde Ralph Krueger den Posten übernehmen. Was haben Sie gehört?

Koelliker: Was Ralph Krueger im nächsten Jahr macht, weiß er vermutlich selbst noch nicht so genau. Der Verband hat sich für mich entschieden. Alles andere lässt mich kalt. Das sind nur Gerüchte.

Haben Sie sich schon mit Ihrem Vorgänger über die Situation im deutschem Eishockey unterhalten können?

Koelliker: Der Uwe und ich sind alte Kumpels. Natürlich tauschen wir uns über Eishockey aus. Was die tägliche Arbeit angeht, da suche ich mir meinen Weg. Wir haben die Arbeit von Uwe Krupp genau analysiert. Jetzt gucken wir nach vorne. Es nützt dir kein Blick in die Vergangenheit, wir haben im DEB durchaus hohe Ansprüche und wollen bei den internationalen Wettbewerben schon eine Rolle spielen.

Sie haben 25 Spieler für den am Freitag in München beginnenden Deutschland-Cup nominiert. Wie viele Kandidaten stehen darüber hinaus in Ihrem Blickfeld?

Koelliker: Wir beobachten ständig. Rund 50 bis 60 Spieler gehören zum erweiterten Kreis und werden von mir auch ihre Chancen bekommen, sich im Trikot der Nationalmannschaft zu beweisen. Dazu kommen natürlich auch noch die Jungs aus der nordamerikanischen Profiliga NHL. Unsere Aufgabe ist es, die bestmögliche Mannschaft zu bilden. Das ist in der Vorbereitung nicht immer ganz so einfach.

Die Endspiele in der nationalen Liga DEL könnten erst wenige Tage vor dem Start der WM im nächsten April enden. Ist so eine vernünftige Vorbereitung überhaupt möglich?
Koelliker: Sie wird zumindest so nicht erleichtert. Wenn man seine Ziele erreichen will, muss man schon ein wenig Zeit investieren. Ich hätte mir bestimmt ein paar Tage mehr gewünscht.

Uwe Krupp hat stark auf eine zentrale Betreuung der Nationalspieler gesetzt und ihnen individuelle Trainingspläne mitgegeben. Wie halten Sie es?

Koelliker: Ich halte nicht so viel davon, irgendwelche Pläne zu verteilen. Ich habe großes Vertrauen in die Ausbildung durch die Vereine. Im Prinzip ist Eishockey ja nicht ein so komplizierter Sport. Es geht immer um die Jagd nach diesem schwarzen Kobold, also dem Puck. Als Nationalspieler musst du dich in kürzester Zeit auf neue Situationen einstellen und auf andere Spielsysteme umstellen. Wenn du das nicht drauf hast, bist du fehl am Platz.

Ihr erstes Spiel ist ausgerechnet gegen die Schweiz. Sind Sie besonders angespannt gegen das Heimatland?

Koelliker: Für alle anderen ist das eine nette Konstellation. Mich selbst beschäftigt das nicht.

Welche Rolle kann Deutschland aus Ihrer Sicht in Sachen Eishockey im internationalen Vergleich spielen?

Koelliker: Deutschland spielt ja jetzt keine schlechte Rolle. Es wird hier schon viel aus den Möglichkeiten gemacht. Das müssen wir weiter ausarbeiten, da sind wir auf einem guten Weg.

Welches Spielsystem favorisieren Sie?

Koelliker: Ich favorisiere vor allem, nicht so intensiv von einem Spielsystem zu sprechen. Viele reden von „ihrem System“ und benutzen zur Beschreibung doch nur Floskeln. Es gibt verschiedene Varian-ten des Spiels, es ist alles keine Zauberei. Ich kann Ihnen jetzt viel erzählen von in der Defensive stabil stehen und in der Offensive möglichst kreativ sein. Ich lasse mich aber lieber daran messen, was wir in der Praxis abliefern.

Kurz nach Ihrem Amtsantritt ist Nationalspieler Robert Dietrich bei einem Flugzeugabsturz in Russland ums Leben gekommen. Wie haben Sie dieses tragische Ereignis mit Ihren Spielern verarbeitet?

Koelliker: Da ist jeder seinen Weg gegangen. Diese Sache hat viele wirklich sehr tief getroffen, aber das Leben geht weiter. Robert wird immer ein Teil von uns bleiben und wir ihn immer in Erinnerung behalten.

Gianni Costa führte das Gespräch.

Quelle: rl

 
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