Freier Tag für DEG-Cracks: "Blauer Montag“
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 11.01.2005 - 09:25Düsseldorf (RP). Die Eishockey-Profis der DEG Metro Stars suchte man gestern vergebens auf den Eisflächen an der Brehmstraße. „Ich habe den Jungs einen Tag frei gegeben“, erklärte Trainer Butch Goring, „den hatten sie sich verdient.“ In erster Linie wollte der Kanadier seine Truppe natürlich für die glänzende Leistung beim 3:0-Erfolg über die Kölner Haie belohnen, aber hinter der Geste steckte noch mehr.
„Die vielen Spiele der vergangenen Wochen waren schon extrem hart für unseren kleinen Kader. Die Mannschaft muss jetzt wieder zu Kräften kommen“, sagte Goring, der sich nun ebenso wie die Spieler über eine Woche ohne Dienstag-Partie freute. „Umso wichtiger, dass wir in diese Woche mit einem Erfolgserlebnis gehen konnten. Wenn wir die dritte Niederlage in Folge bezogen hätten, wäre das ganz schlecht für die Stimmung im Training gewesen.“
Generationen-Konflikt
So hatte allenfalls beim etatmäßigen Stammkeeper Andrej Trefilov die Stimmung gelitten. Zunächst hatte Ex-Trainer Mike Komma in einem Zeitschriften-Interview erklärt, Alex Jung sei schon jetzt der bessere DEG-Torhüter - und dann setzte der frühere Bundestrainer Hans Zach nach dem Derby am Sonntag noch eins drauf. „Die DEG ist mit Jung eine Klasse stärker als mit Trefilov“, polterte der Alpenvulkan. Doch ganz gleich, welche persönlichen Beweggründe hinter diesen Einschätzungen stecken mögen: Ein Körnchen Wahrheit ist dran. Der von manchen wegen Trefilovs Lungenentzündung befürchtete Einbruch der DEG ist nicht eingetroffen, sein 26-jähriger Vertreter hat sich frei geschwommen. Von der Verpflichtung eines ausländischen Keepers spricht niemand mehr - es wäre ohnehin angesichts der Defizite im Feld eine Schnapsidee gewesen.
Am Sonntag freilich stimmte es auch dort, vor allem in der zuvor so oft mit Recht gescholtenen Defensive. „Ich bin sehr glücklich über die Art und Weise, wie unsere Abwehr gespielt hat“, meinte Goring. „Wir hatten einen Plan für dieses Spiel und haben uns perfekt daran gehalten. Die Jungs haben standgehalten, selbst als Köln im Schlussdrittel aufkam.“ Fünf Namen stellte er dabei besonders heraus: Klaus Kathan, Andy Schneider, Daniel Kreutzer, Jeff Tory und Fabian Brännström - jene fünf, die im Unterzahlspiel jeweils weiter vorn agierten, also die Kölner Verteidiger am Schuss von der Blauen Linie hindern sollten. „Das haben sie klasse gemacht“, befand der Coach.
Was Brännström in den zurück liegenden Wochen geleistet hat, verdient Respekt. Der gebürtige Berliner ist nicht gerade ein großer Torjäger (in dieser Saison noch kein Treffer), wird oft unterschätzt. Der 30-jährige Stürmer hält aber seinen Kollegen in vorbildlicher Manier den Rücken frei und spielt derzeit konstant stark.
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