(RP) Es war einmal, irgendwann in den neunziger Jahren. Lentstraße, Köln. Brehmstraße, Düsseldorf. Wer diese Begriffe hörte, wusste sofort: Es ist Derbyzeit. Die Duelle zwischen dem Kölner EC und der Düsseldorfer EG standen für Eishockey-Spitzensport, meistens waren es Finalspiele um die Deutsche Meisterschaft – wie 1991, 1993 und 1996.
Heute abend (19.30 Uhr im Live-Ticker) steht wieder ein "rheinisches Derby" an. Doch statt Lentstraße heißt es inzwischen "Lanxess-Arena", es spielen die Haie gegen die Metro Stars. Neue Welt im Eishockey-Land. Vielleicht haben auch genau deshalb die beiden Traditionsklubs ihre Probleme mit der neuen Wirklichkeit. Dass die Domstädter überhaupt antreten können, grenzt an ein Wunder. Den ganzen Sommer telefonierte sich Geschäftsführer Thomas Eichin die Finger wund.
Verbindlichkeiten in Höhe von fast vier Millionen Euro trieben den KEC an den Rand des Ruins. Am Ende standen zehn Investoren, die insgesamt zwei Millionen in die Kassen des klammen Klubs spülten, und der Verkauf der Namens- und Markenrechte an eine eigens gegründete Sportwerbe-GmbH. Und so können weiterhin über 10 000 Zuschauer im Schnitt zu den Heimspielen in Deutz pilgern.
Vierzig Kilometer rheinabwärts plagt den Rivalen aus Düsseldorf ein fast konträres Problem: Die Rahmenbedingungen der Düsseldorfer EG sind in Ordnung. Der Klub verfügt über gut zahlende Sponsoren – und muss inzwischen trotzdem eisern sparen. Denn die traditionsheischenden Fans der DEG kehren dem Klub eiskalt den Rücken. Unter 5000 Zuschauer kamen jeweils zu den ersten beiden Heimspielen, ein Wert, der den Verantwortlichen das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Wie gut, dass es ab und zu noch Momente gibt, in denen der Puls wieder in Fahrt kommt. Bei großer Kulisse des Rhein-Derbys können beide Seiten lust- und liebevoll alte Rivalitäten pflegen. Und das ist gut so. Denn wer weiß, wie lange noch.
Weitere Fotos zu diesem Thema
Nachrichten von eishockey.net
Quelle: RP