Dramatik beim Eishockey-Derby: DEG und KEV: die verrückt-geniale Serie
VON ANDRE SCHALL - zuletzt aktualisiert: 21.03.2009 - 12:55Düsseldorf (RPO). Alfred Hitchcock hätte das Drehbuch für diese Serie kaum besser schreiben können. Vier Spiele, vier Auswärtssiege, viermal Dramatik pur: das Viertelfinale zwischen der DEG und den Krefeld Pinguinen ist nichts für schwache Nerven. Am Sonntag steht im ISS-Dome das nächste Kapitel an.
Dass Eishockey-Abende in der K.o.-Runde schon mal länger werden können, zeigte sich einmal mehr am Freitag. Exakt 83 Minuten waren gespielt, als die DEG-Bank vor Freude ausflippte: Der zuletzt noch gescholtene Torjäger Adam Courchaine hatte den Puck soeben zum 5:4-Sieg in den Maschen untergebracht.
Die KEV-Spieler schlichen geschlagen vom Eis, vorbei an der rot-gelben Jubeltraube, die sich um den Torschützen gebildet hatte. Mehrfach hatten die Krefelder in der Overtime den Siegtreffer auf dem Schläger gehabt, doch Courchaines Treffer in der zweiten Verlängerung bedeutete den "sudden death" für die Seidenstädter.
Es war ein Spiel, das zu dieser unglaublichen Serie passte. Alle vier Duelle wurden mit einem Tor Unterschied entschieden, zwei Partien gingen sogar in die Overtime. Bemerkenswert vor allen Dingen, dass noch keine Mannschaft in der Serie "best of seven" ein Heimspiel gewinnen konnte. Der "Fluch" des eigenen Stadions.
Am morgigen Sonntag geht es beim Stand von 2:2-Siegen im Düsseldorfer ISS-Dome (14.30 Uhr) wieder bei Null los. Fast. Denn den mentalen Vorteil dürfte die DEG haben. Vier Mal glichen die Mannen von Trainer Harold Kreis in Krefeld einen Rückstand aus und zeigten die besseren Nerven, als das Match auf des Messers Schneide stand.
Es wäre also normal, wenn die Düsseldorfer mit mächtig Rückenwind in Spiel fünf gehen würden. Aber in diesem Derby ist nichts normal. Denn auch nach dem zweiten Match der Serie, das die DEG in der Overtime gewann, vergeigte der Meister von 1996 im folgenden dritten Duell wieder den Heimvorteil.
Das soll den Landeshauptstädtern gegen den in Maßen geschätzten rheinischen Rivalen nicht ein drittes Mal passieren. Eine erneute Heimniederlage brächte Krefeld in Spiel sechs (Dienstag, 19.30 Uhr, Königpalast - live bei Premiere) den Matchball.
Gibt es vielleicht sogar ein Viertelfinale ohne Heimsieg? Dann hätte Krefeld am Ende die Nase vorn, weil der KEV das "Glück" hat, im siebten Spiel auswärts antreten zu können. Sicher ist nur: Diese Serie darf gerne über die volle Distanz gehen.
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