DEG Metro Stars: DEG will sich neu positionieren
VON GIANNI COSTA UND PATRICK SCHERER - zuletzt aktualisiert: 27.01.2012 - 11:38Düsseldorf (RPO). Die Beratungsgesellschaft „Rölfs Partner“ ist spezialisiert auf besonders harte Fälle. Das Unternehmen hat unter anderem Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund bei der Sanierung geholfen.
So gesehen ist der neue Klient gar kein so großer Pflegefall. Denn die Düsseldorfer EG plagen aktuell keine Schulden, und dennoch ist in den vergangenen Jahren so manches schief gelaufen. Am Ende dieser Entwicklung steht ein Eishockeyverein, der sich neu sortieren muss und nach Geldgebern mit Ausdauer Ausschau hält.
Die Unternehmensberater sollen bei der Erstellung eines möglichst seriösen Geschäftsplans helfen. Für alles andere ist künftig Walter Köberle, der neue Sportliche Leiter, zuständig. Die DEG will sich neu positionieren - nach fetten Jahren, finanziell unterstützt durch den Namenssponsor Metro, muss der Klub in der Zukunft mit bescheideneren Mitteln planen.
Drei Säulen sollen dabei die Grundpfeiler der neuen Ausrichtung darstellen. „Erstens die Zuschauer, die wieder vermehrt kommen müssen, zweitens die mittelständischen Unternehmen, die wir in den vergangenen Jahren zu sehr vernachlässigt haben und drittens die Großsponsoren, die in ein stabiles Fundament investieren sollen“, sagt Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp. Das Fundament muss auch von Köberle gegossen werden, der mit viel Leidenschaft die neue Aufgabe angeht. Er arbeitet seit 41 Jahren für den achtmaligen Deutschen Meister. „Alles aus Liebe“, sagt der 63-Jährige. Ein Motto, das man in diesen Tagen desöfteren an der Brehmstraße hört. Die Toten Hosen, die Punkband mit Renommee über die Stadtgrenzen hinaus, haben unlängst ein Sondertrikot mit dieser Aussage entworfen. Das schmucke Teil für 79 Euro wurde bereits 1550 Mal bestellt.
Große Sprünge wird Köberle trotz dieser Einnahmen nicht machen können. „Meine wichtigste Aufgabe ist es, eine junge, hungrige Mannschaft aufzubauen und die Identifikation mit Düsseldorf wieder zu stärken“, sagt der ehemalige Nationalspieler. Köberle folgt auf Lance Nethery, einen der erfolgreichsten Manager in der Geschichte der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Nethery und die DEG einigten sich auf die Auflösung des Kontrakts. Köberle will versuchen, vor allem Talente in ein Gerüst aus arrivierten Akteuren einzubauen.
Bobby Goepfert passt in dieses Konzept. Köberle verlängerte gestern quasi als erste Amtshandlung den Vertrag mit dem 28-jährigen Torwart aus den USA um ein Jahr. Deutlich komplizierter ist es dagegen mit der weiteren Zusammenarbeit mit Trainer Jeff Tomlinson. Die DEG hat ihm ein Angebot gemacht, garantiert ihm sogar die Zahlung seines Gehaltes für den Fall, man würde sich doch aus der DEL zurückziehen. Die Zeichen stehen aber eher auf Abschied. In der kommenden Woche hinterlegt die DEG 100 000 Euro bei der Liga - die Eintrittskarte, um weiter Teil der Show sein zu dürfen.
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