kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Fan-Initiative will aufrütteln: Deutschland trauert um sein Eishockey

VON BENJAMIN TONN - zuletzt aktualisiert: 09.03.2010 - 12:51

Düsseldorf (RPO). Die Olympischen Spiele in Vancouver sind Geschichte, Eishockey-Deutschland ist im Alltag zurück. Den Sympathisanten der schnellsten Mannschaftssportart der Welt wurden die Mängel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) unmittelbar unter die Nase gehalten. Statt knallharter Action bekommen die Besucher der 15 Spielstätten meist lustloses Larifari-Eishockey geboten. Eine Fan-Initiative will nun mit einer Aktion aufrütteln.

Fans wehren sich gegen den Qualitätsverlust in der DEL.   Foto: screenshot www.spieltag58.de
Fans wehren sich gegen den Qualitätsverlust in der DEL. Foto: screenshot www.spieltag58.de

54. Spieltag, Sonntagabend, 18:30 Uhr. Der ISS-Dome in Düsseldorf ist mit über 10.000 Zuschauern gut gefüllt. Schließlich gibt der deutsche Meister Berlin seine Visitenkarte ab, zudem lockt ein namhafter Sponsor mit Discounter-Angeboten und attraktiven Preisen. Das Spiel ist für DEL-Verhältnisse recht ansehnlich. Klar, ist es doch ein Spitzenspiel.

Play-offs stehen vor der Tür

Wie Düsseldorf konnten sich auch die Gastgeber der weiteren sechs Sonntagsspiele über einen ordentlichen Besuch freuen – schließlich geht die Saison in die heiße Phase, die Play-offs stehen vor der Tür. Doch dem 54. Spieltag gingen 53 (teils trostlose) Runden voraus.

Die Realität sieht nämlich anders aus. Die DEL leidet an Zuschauerschwund, wie das neueste Beispiel Kölner Haie zeigt, ist die Existenz mehrerer Standorte über kurz oder lang akut bedroht. Wo in der Saison 2007/08 noch 12.317 Fans im Schnitt ihren Haien zujubelten, sind es heute nur noch 10.073 pro Spiel. Nicht viel anders sieht es in Hamburg bei den Freezers aus (von 8834 auf 7011). Allein auf den sportlichen Misserfolg kann die Tatsache nicht geschoben werden: Vor zwei Jahren erreichte die DEG vor im Durchschnitt 6364 Fans mit Ach und Krach die Pre-Play-offs, dieses Jahr strömten nur 5753 Besucher zum Spitzenteam vom Rhein.

Zu viele Spiele, kein sportlicher Abstieg

Die Probleme sind hausgemacht. Durch die nervige Doppelrunde hat jeder der 15 Klubs ein Programm von 56 Partien zu bewältigen. Durch die hohe Anzahl wird jedes einzelne Spiel entwertet, eine Niederlage kann in 55 weiteren Versuchen ausgemerzt werden. Die Zuschauer bleiben oft weg, picken sich nur noch die Rosinen unter den Begegnungen heraus. 

Hinzu kommt, dass selbst der Zehnte der Liga die Chance erhält, sich über den Umweg Pre-Play-offs für die Meisterrunde zu qualifizieren. Einen sportlichen Abstieg gibt es nicht, potentielle Nachrücker aus der zweiten deutschen Spielklasse, die den hohen Anforderungen der DEL genügen, sind sowieso Mangelware. Für den Einsatz der Spieler ist das nicht gerade förderlich.

Und wenn der Einsatz dann doch einmal stimmt, greifen die "Sheriffs" in den schwarz-weiß gestreiften Hemden entscheidend in den Spielverlauf ein, ahnden jegliche Form des körperbetonten Spiels. Akteure finden sich nach regelkonformen Checks in der Kühlbox wieder, harmlose Rangeleien werden teilweise mit harten Strafen geahndet.

Die Initiative "spieltag58" funkt deshalb jetzt SOS. Provokativ, mit einer Todesanzeigen im Namen aller deutscher Eishockeyfans, versucht sie auf die Missstände aufmerksam zu machen. "In ewiger Dankbarkeit nehmen wir Abschied von unserem Hobby, unserem Lichtblick in düsterer Stunde, unserer Leidenschaft. Du wirst mir fehlen, danke für die schöne Zeit", wird dem Eishockey auf der Homepage http://www.spieltag58.de/ kondoliert. 

Eishockey soll auferstehen

Ein soll ein Wachrütteln, kein Abgesang sein. "Es ist an der Zeit ein Zeichen zu setzen," verkündet die Initiatorin Chantalle Alberstadt, die aus dem Fanlager der Adler Mannheim stammt. Am 16. März, an einem der unbeliebten und gewohnt karg besuchten Dienstage, werden alle Besucher gebeten, in schwarzer Kleidung zu erscheinen. Auch eine Schweigeminute nach dem ersten Bully ist angedacht. Die DEG soll dann am Mittwoch mit dem Heimspiel gegen Hannover nachziehen.

In mehreren Fan-Foren wird die geplante Protestaktion bereits heiß diskutiert. Es bleibt abzuwarten, wie die Pläne angenommen werden, denn die Probleme sind nicht neu. Vielleicht beschleunigt sie die Haltung der Ligaführung, dass ein Umdenken einsetzen muss.

"Eishockey sollte für die Fans "gemacht" werden - nicht die Fans fürs Eishockey", ist der Wunsch der Aktion. Das viel beschworene Vorhaben der DEL-Bosse, das Eishockey durch Verbannung jeglicher Härte familienfreundlich zu machen, geht auf die Kosten der Vereine, der Attraktivität und schließlich der Liga, wenn Aushängeschilder wie die Kölner Haie von der Landkarte verschwinden. Familienfreundlichkeit darf nämlich nicht mit Langeweile verwechselt werden.


 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Die Fragen zum Skandal-Spiel

Relegation Düsseldorf gegen Hertha

Die Fragen zum Skandal-Spiel

Die Verantwortlichen von Hertha BSC Berlin erheben schwere Vorwürfe gegen den Schiedsrichter und fordern ein Wiederholungsspiel. mehr 

Hertha legt Protest gegen die Wertung ein

Bundesliga-Relegation

Hertha legt Protest gegen die Wertung ein

Hertha BSC Berlin legt Protest gegen das Spiel bei Fortuna Düsseldorf ein. "Wir haben unseren Anwalt damit beauftragt", erklärte Hertha-Mana ... mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Fortunas turbulente Aufstiegsnacht

Alle Fortunen waren voller Vorfreude auf das zweite Relegationsspiel gegen Hertha BSC Berlin. Es kam jedoch anders als erwartet. Den ... mehr 

Auf einen Blick
Weitere Sportarten
Bilderserien Sport
Boxen: Susi Kentikian - Melissa McMorrow
Boxen: Susi Kentikian - Melissa McMorrow
Sehen Sie die Bilder des Kampfes. mehr 
 
Boxen: Susi Kentikian - Melissa McMorrow
Boxen: Susi Kentikian - Melissa McMorrow
Sehen Sie die Bilder des Kampfes.
mehr 
Bundesliga 11/12: die Zuschauer-Tabelle
Bundesliga 11/12: die Zuschauer-Tabelle
Wir haben für Sie die Zuschauertabelle der ..
mehr 
Nach Aufstieg: Fortunas Rasen gleicht einem Schlachtfeld
Nach Aufstieg: Fortunas Rasen gleicht einem Schlachtfeld
Einen Tag nach dem Aufstieg in die Bundesliga ..
mehr 
Skandal-Spiel in Düsseldorf: Reaktionen
Skandal-Spiel in Düsseldorf: Reaktionen
Wir haben die Stimmen zum Spiel gesammelt.
mehr 
Chronologie des Hertha-Abstiegs
Chronologie des Hertha-Abstiegs
Nach deftigen Niederlagen, einem peinlichen ..
mehr 
CL 2012, Finale: Chelseas alte Herren
CL 2012, Finale: Chelseas alte Herren
In der Partie gegen Bayern München im Champions-League-Finale kann der ..
mehr 
Bundesliga-Relegation 2012, Fortuna - Hertha: Pressestimmen
Bundesliga-Relegation 2012, Fortuna - Hertha: Pressestimmen
Wir haben den Medienwald für Sie durchforstet.
mehr 
Relegation 2012: Jovanovic köpft Fortuna in die Bundesliga
Relegation 2012: Jovanovic köpft Fortuna in die Bundesliga
Ranisav Jovanovic hat Fortuna Düsseldorf mit ..
mehr 
 
MEHR

Deutsche Eishockey DEL

Ice Tigers ziehen nach Straubing um

Nürnberg (sid). Die Nürnberg Ice Tigers aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) werden im Falle eine Qualifikation für die Pre-Play-offs nach Straubing ausweichen. Der Umzug wäre nötig, da die Nürnberger Arena an den Spieltagen am 24. und 28. März ... mehr

 

Deutsche Eishockey Liga

DEG entlässt Trainer Harold Kreis

 

Deutsche Eishockey Liga

Machtkampf schwächt Krefeld Pinguine

 
 

Deutsche Eishockey Liga

Düsseldorf wieder Tabellenzweiter