DEG Metro Stars: Die Stars laufen weg
VON PATRICK SCHERER UND GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 24.01.2012 - 08:30Düsseldorf (RP). Alles aus Liebe. So lautet der Spruch, den die Punkgruppe "Die Toten Hosen" der Düsseldorfer EG als Leitmotiv auf ihre neuen Sondertrikots drucken ließ. Der Name eines großen Hits der Band, der von der unbeschreiblichen Hingabe zu einer geliebten Frau handelt.
Das Umdeuten dieser Aussage auf den lokalen Eishockeyverein mag romantisch klingen, doch Romantik zählt im Profisport längst nicht mehr. Die Realität sieht anders aus. Das wird in diesen Tagen mal wieder besonders deutlich. Bei der DEG hat der Ausverkauf begonnen. Der einst so stolze Traditionsverein steht vor einem Neuanfang mit ungewissem Ausgang.
Gerade die Nürnberg Ice Tigers, die von Schmuckdesigner Thomas Sabo mit Geld großzügig finanziert werden, haben ein Auge auf die DEG-Akteure geworfen. In Marco Nowak hatte der erste Spieler offiziell seinen Abgang ins Frankenland öffentlich gemacht. Auch Nationalspieler Patrick Reimer zieht es zu den Ice Tigers. Einem gut dotierten Drei-Jahres-Vertrag konnte der Nationalspieler nicht widerstehen. Evan Kaufmann, Connor James und Trainer Jeff Tomlinson stehen ebenfalls auf dem Wunschzettel der Nürnberger. Martin Hinterstocker wird von anderen Klubs kräftig umworben. Zudem ist der Wechsel von Simon Danner zum EHC Wolfsburg fix.
Im Management des Vereins stehen die Zeichen auch mehr als deutlich auf Veränderung: Der sportliche Leiter Lance Nethery, der im Dezember bereits seinen Posten als Geschäftsführer aufgab, wird an der Neuausrichtung wohl nicht mitwirken. Eine Verlängerung des Vertrags gilt nach Informationen dieser Zeitung als ausgeschlossen, möglicherweise einigt man sich in dieser Woche auf eine Beendigung der Zusammenarbeit. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die nächsten Profis von Abschied sprechen werden, denn die Verantwortlichen bei der Eislaufgemeinschaft von 1935 um Präsident Markus Wenkemann und Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp haben kein schlüssiges Konzept veröffentlicht, ob und wie es weitergehen soll. Noch kann niemand sagen, wie viel Geld für den Kader zur Verfügung steht. Am Donnerstag soll ein erster Zukunftsplan vorgestellt werden.
Die einmalige Finanzspritze von Gönner Peter Hoberg (700 000 Euro) und die in Aussicht gestellte einmalige Unterstützung der Stadt (450 000 Euro) bei Vorlegung eines auf mehrere Jahre angelegten Konzepts sind ein Anfang, aber nicht mehr. Die Aktionen der Toten Hosen mit dem Sondertrikot für 79 Euro – 1287 Stück wurden bereits vorbestellt – und dem sogenannten DEG-Club 2012 bei dem Pakete für "Bekenner" (10 000 Euro) und "Retter" (20 000 Euro) angeboten werden, sollen ebenfalls für weitere Einnahmen sorgen. Ob der Verein sich dadurch langfristig neu positionieren kann, ist eine andere Frage.
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