Die DEG ist im zweiten DEL-Finale unter Druck: Jamie Storr - der Exzentriker
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 10.04.2009 - 20:06Düsseldorf (RPO). Jamie Storr sieht so aus, als hätte er immer Spaß. Dabei hat der Torhüter der Düsseldorfer EG viel zu schleppen. Seine große, schwere Tasche. Die Beinschienen. Eishockeyspieler tragen ihre Klamotten selbst in den Mannschaftsbus. Doch Storr grinst - trotz der 2:3-Niederlage im ersten Play-off-Finale bei den Eisbären Berlin.
„Wissen Sie was?”, ist einer seiner Lieblingssätze, bevor der Kanadier seine Sicht der Dinge zum Besten gibt. „Ich habe den tollsten Job der Welt. Ich darf Eishockey spielen. Wir dürfen um die Deutsche Meisterschaft spielen. Und wir haben uns heute selbst bewiesen, dass wir mithalten können.” Mithalten - das ist gegen die Eisbären schon eine ganze Menge.
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„Die Berliner haben die beste Mannschaft des Deutschen Eishockeys”, erklärt Storr voller Respekt. „Aber hey - wenn jemand, der überhaupt keine Ahnung vom Sport hat, dieses Spiel gesehen hat, dann hat er eine unterhaltsame Partie gesehen. Kein kleines, unfähiges Düsseldorf, völlig ohne Chance gegen die Übermannschaft.”
Storr spricht voller Stolz von seiner Mannschaft. Der 33-Jährige zeigte in Berlin erneut eine nahezu fehlerfreie Leistung. „Beim ersten Tor sah ich blöd aus”, sagt der Kanadier. „Aber ich konnte da wirklich nichts für.” Das wurde ihm auch von Manager Lance Nethery bestätigt. Zwei gute Spiele in Folge - er scheint endlich in die geforderte Play-off-Form gefunden zu haben. Davon sind einige andere jedoch weiterhin zu weit entfernt.
Die dritte Reihe der Metro Stars ist eigentlich nicht existent. Ryan Ramsay spielt seit Weihnachten unter Form. Evan Kaufmann ist ungefähr so gefährlich wie ein belegtes Brötchen. Und Brad Tutschek wurde sogar schon in die über komplette Spiele auf der Bank schmorende vierte Reihe verbannt.
Einzig Fabio Carciola, der zum Saisonende gehen wird, zeigt eine ordentliche Leistung. „Ich habe auch einige schwache Leistungen abgeliefert”, sagt Storr fast entschuldigend für seine Mannschaftskameraden. „Aber Eishockey ist ein Teamsport. Man gewinnt oder verliert zusammen, niemals alleine.”
Trotz der Niederlage ist es für den Exzentriker ein guter Tag. Er hat sogar seinen Frieden mit den Fans der Eisbären gefunden. „Noch vor einem Jahr habe ich mich von ihnen provozieren lassen”, sagt Storr. „Ich habe es persönlich genommen, wenn sie mir den Stinkefinger gezeigt haben. So etwas macht man bei uns in Nordamerika nicht.” Damals ließ sich sich der 33-Jährige aus der Ruhe bringen, wurde nervös und flatterig.
Nun holt Storr wieder aus. „Ich habe eine Play-off-Serie in und gegen Krefeld gespielt. Wie sich die Fans dort benehmen - das härtet ab”, erklärt Storr. „nach diesen Erlebnissen halte ich die Berliner inzwischen für ein wirklich wundervolles Publikum.” Spricht er, schultert seine Tasche und schlurft zum Bus. Grinsend.
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