DEG Metro Stars: Nethery macht sofort Schluss
zuletzt aktualisiert: 25.01.2012 - 15:10Düsseldorf (RPO). Elmar Schmellenkamp konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Mit belegter Stimme und traurigen Augen verabschiedete der Geschäftsführer der Düsseldorfer EG am Mittwoch in einer emotionalen Pressekonferenz den langjährigen Manager Lance Nethery.
Beide Parteien gehen ab sofort getrennte Wege, weil das Sparkonzept des finanziell angeschlagenen Eishockey-Traditionsklubs nicht zu den ambitionierten Zielen des Kanadiers passt.
Netherys Nachfolger dürfte zumindest vorübergehend Walter Köberle heißen. Das DEG-Urgestein, das bereits seit 1971 im Klub beschäftigt ist, soll bereits am Donnerstag offiziell vorgestellt werden.
"Die Trennung erfolgt im beiderseitigen Einvernehmen. Ich trage die Idee eines Neuanfangs der DEG mit", sagte Nethery, der anders als sein Vorgesetzter äußerlich gefasst wirkte: "Für die Zukunft ist das Konzept, auf eine jüngere und preisgünstigere Mannschaft zu setzen, das richtige Signal."
Schmellenkamp bedankte sich beim Kanadier für dessen Engagement in sieben Jahren DEG: "Sein Verhalten war bis zum Schluss von Fairness, Sachlichkeit und Professionalität geprägt."
Der Grund für die vorzeitige Auflösung des am Saisonende auslaufenden Vertrages ist der finanzielle Engpass im Verein. Die DEG muss durch den Ausstieg ihres bisherigen Hauptsponsors in ihrem 5,5-Millionen-Euro-Etat eine Lücke von 3,5 Millionen Euro schließen. "Lance hat den Anspruch, eine Mannschaft aufzubauen, die um den Titel mitspielen kann. Das können wir ihm derzeit nicht bieten", erklärte Schmellenkamp.
Nethery war seit 2005 bei den Düsseldorfern in verschiedenen Funktionen tätig gewesen. Unter seiner sportlichen Leitung wurde der Klub zweimal Vizemeister und erreichte drei weitere Male das Halbfinale. 2006 gewann er mit der DEG den DEB-Pokal. Den Wunsch vom neunten Meistertitel, auf den der Klub seit 1996 wartet, konnte Nethery den Fans jedoch trotz großzügiger finanzieller Mittel nicht erfüllen.
Ein Nachfolger dürfte zunächst der 63-Jährige Köberle werden, der sich zurzeit als Teammanager um organisatorische Dinge kümmert. "Ich hätte Lust dazu, an entscheidender Position mitzuhelfen, die DEG am Leben zu erhalten", sagte der ehemalige Nationalspieler dem SID: "Düsseldorf war mal die Eishockey-Hochburg in Deutschland. Im Klub steckt nach wie vor viel Potenzial."
Allerdings machte "Mister DEG" deutlich, dass in Zukunft kleinere Brötchen gebacken werden müssen. Außer bei Kapitän Daniel Kreutzer laufen bei allen Spielern die Verträge am Ende der Saison aus. "Wer sich keinen Mercedes leisten kann, der muss eben einen Kleinwagen fahren", sagte Köberle.
Die besten Spieler wird der achtmalige Meister also an die Konkurrenz verlieren, ein paar von ihnen haben sogar schon woanders unterschrieben. Nach Abwehrspieler Marco Nowak verkündete nun auch Nationalstürmer Patrick Reimer, mit 17 Treffern aktuell treffsicherster Torschütze des Teams, seinen Wechsel zu Ligarivale Nürnberg Ice Tigers. "Wir hätten ihn niemals halten können, das hätte unser Budget gesprengt", sagte Köberle.
Auch die Zukunft von Trainer Jeff Tomlinson ist ungewiss. Zwei DEL-Klubs, darunter auch Nürnberg, sind bereits an den Coach herangetreten. "Er wäre unsere Ideallösung, aber natürlich beschäftigt er sich auch mit anderen Angeboten", sagte Köberle.
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